Auch wenn die Behandlung des Multiplen Myeloms sehr anspruchsvoll sein kann, können Sie selbst einiges tun, um Ihre Beschwerden zu lindern und Ihr Wohlbefinden zu steigern. Bereits kleine Anpassungen im Alltag bei Bewegung, Ernährung und im Umgang mit seelischer Belastung können sich vorteilhaft auf Ihr Befinden auswirken.
Verbesserung der Lebensqualität bei Multiplem Myelom
Bewegung bei Multiplem Myelom und warum sie so wichtig ist
Regelmäßige Bewegung ist eines der wirksamsten Mittel, um die Therapie besser zu vertragen. Sie stärkt das Immunsystem, steigert die Leistungsfähigkeit und kann mehrere Nebenwirkungen direkt verbessern.
Wichtig ist: Jede Bewegung zählt.
Es müssen keine sportlichen Höchstleistungen sein. Versuchen Sie täglich eine kleine Runde zu gehen – auch wenn es nur einmal um den Block ist. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Intensität.
Schon einfache Aktivitäten helfen:
- Treppen steigen
- kurze Spaziergänge
- Haushaltsarbeiten
- Gartenarbeit
- kleine Wege zu Fuß statt mit dem Auto
Gerade bei Fatigue gilt: Bewegung gehört zu den wirksamsten Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun. Schon kleine Schritte können einen Unterschied machen.
Energie-Management (Pacing) – mit Kräften achtsam umgehen
Bei Fatigue ist es hilfreich, die vorhandene Energie bewusst einzuteilen. Viele Patient:innen profitieren vom sogenannten „Pacing“. Dabei planen Sie Ihren Tag so, dass Belastungen gut verteilt sind und ausreichend Pausen bleiben.
Hilfreich kann sein:
- größere Aufgaben auf Zeiten legen, in denen Sie sich wacher fühlen
- regelmäßige kurze Pausen einbauen
- Aktivitäten in kleine Schritte teilen
- Erholung bewusst einplanen, bevor Erschöpfung einsetzt
Schon kleine Anpassungen können dafür sorgen, dass der Tag strukturierter und weniger anstrengend wird.
Ernährung bei Multiplem Myelom – ausgewogen statt kompliziert
Bei der Ernährung geht es nicht um strenge Regeln, sondern um Ausgewogenheit. Eine vielfältige Ernährung unterstützt Ihr Immunsystem, fördert das Wohlbefinden und kann helfen, Nebenwirkungen der Therapie besser auszuhalten.
Empfehlenswert ist:
- viele frische Lebensmittel
- eine Mischung aus Eiweiß, Kohlenhydraten und gesunden Fetten
- ausreichend Gemüse
- ausreichend trinken
Es gibt Hinweise darauf, dass manche Menschen unter einer ketogenen Ernährung weniger Nebenwirkungen haben. Ketogen bedeutet, dass vor allem Eiweiß und Fette gegessen werden und sehr wenig Kohlenhydrate. Das ist eine spezielle Ernährungsform, die nicht für alle geeignet ist und nur nach ärztlicher Rücksprache durchgeführt werden soll.
Generell: Sie müssen auf keine Lebensmittel komplett verzichten.
Erlaubt sind weiterhin:
- Zucker in Maßen
- gelegentlich ein Glas Alkohol
- alles, was Ihnen schmeckt und guttut – solange die Ernährung insgesamt ausgewogen bleibt
Belasten Sie sich nicht zusätzlich durch einen Ernährungsplan. Genuss und Freude am Essen fördern die Lebensqualität.
Wenn der Appetit fehlt
Wenn an Therapietagen der Appetit fehlt, kann es helfen, auf leichte, gut verträgliche Speisen zurückzugreifen und mehrere kleine Portionen über den Tag zu essen.
Gut geeignet sind zum Beispiel:
- klare Suppen oder einfache Gemüsesuppen
- gedünstetes Gemüse
- weiche Eiweißquellen wie Ei, Fisch oder Tofu
- Kartoffeln, Reis oder Haferflocken
- Bananen, Beeren oder Apfelmus
- Joghurt oder pflanzliche Alternativen
Wenn wenig Hunger da ist, probieren Sie:
- kleine Portionen statt großer Mahlzeiten
- milde Smoothies
- Cracker, Zwieback oder Toast
- lauwarme Getränke
Wichtig: Essen Sie, was Ihnen angenehm ist. Es geht nicht um Verbote – sondern darum, Ihren Körper an Therapietagen sanft zu unterstützen.
Umgang mit seelischer Belastung – Sie sind nicht allein
Die Diagnose Myelom und die tägliche Auseinandersetzung mit der Therapie sind emotional belastend. Viele Patient:innen erleben Phasen von Traurigkeit, Überforderung, Sorgen und Erschöpfung.
Das ist nicht ungewöhnlich. Wichtig ist, sich Unterstützung zu holen, möglichst frühzeitig und ohne Hemmungen. Auch Selbsthilfegruppen, Krebsberatungsstellen oder Sozialberatung können wertvolle Unterstützung bieten – im Umgang mit Alltag, Beruf, finanziellen oder familiären Fragen. Auch professionelle Unterstützung zum Beispiel durch Psychoonkolog:innen kann eine große Entlastung bieten. Mehr zum Thema finden Sie in unserer Schulung „Unterstützung bei Multiplem Myelom“.
Was Ihnen selbst helfen kann:
- Zeit mit Familie und Freund:innen
- Spaziergänge an der frischen Luft
- Hobbys und kleine Auszeiten
- Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten
- Austausch mit anderen Betroffenen
Wir freuen uns über Ihr Feedback
Wir entwickeln fortlaufend neue Kurse und lernen dabei nie aus. Dabei berücksichtigen wir gerne Ihre Wünsche und Anregungen. Wir freuen uns daher sehr über Ihr Feedback. Bitte beachten Sie, dass wir keine personenbezogenen medizinischen Auskünfte geben können. Sollten Sie dazu Fragen haben, klären Sie diese bitte in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.