1. Rezidiv bei Multiplem Myelom verstehen

Was bedeutet ein Rezidiv bei Multiplem Myelom?

Von einem Rezidiv spricht man, wenn die Erkrankung nach einer längeren Phase der Krankheitskontrolle wieder aktiver wird. Bei Multiplem Myelom gibt es dafür medizinisch klare Kriterien.

Ein Rezidiv kann sich zum Beispiel dadurch zeigen, dass bestimmte Blutwerte wieder ansteigen. Dazu gehören etwa Leichtketten oder das Wiederauftreten des sogenannten M-Gradienten. Auch neue Schäden an Organen, beispielsweise am Knochen, können ein Hinweis sein. Ein einzelner veränderter Laborwert bedeutet aber noch nicht, dass ein behandlungsbedürftiges Rezidiv vorliegt. Das Behandlungsteam beurteilt die Entwicklung anhand mehrerer Messwerte und weiterer Untersuchungen.

Ein Rezidiv kann früh erkannt werden

Durch regelmäßige Untersuchungen kann ein Rezidiv häufig erkannt werden, bevor Beschwerden auftreten. Dadurch besteht oft die Möglichkeit, frühzeitig mit einer neuen Behandlung zu beginnen. Nicht jedes Rezidiv muss aber sofort behandelt werden. Wenn die Werte nur langsam ansteigen und Sie keine Beschwerden haben, kann Ihr Behandlungsteam auch zunächst engmaschig kontrollieren und mit einer neuen Therapie noch warten.

Warum kann es trotz wirksamer Therapie zu einem Rezidiv kommen?

Eine Therapie kann bei Multiplem Myelom sehr gut wirken und die Erkrankung stark zurückdrängen. Trotzdem kann es sein, dass nicht alle Krankheitsanteile gleich gut auf die Behandlung ansprechen.

Das Multiple Myelom besteht aus verschiedenen Zellgruppen, auch Klone genannt. Wird ein Teil der Erkrankung durch eine Therapie gut kontrolliert, können andere Zellgruppen über die Zeit wieder wachsen. Dadurch kann es später erneut zu Beschwerden oder auffälligen Befunden kommen.

Das Multiple Myelom wird deshalb häufig als chronische Erkrankung verstanden. Rezidive können im Krankheitsverlauf immer wieder auftreten.

Welche Bedeutung hat ein Rezidiv für den weiteren Verlauf?

Ein Rezidiv bedeutet nicht automatisch, dass die nächste Therapie weniger wirksam ist. Bei Multiplem Myelom stehen heute viele verschiedene Behandlungsstrategien zur Verfügung.

Manchmal kann eine spätere Therapie sogar besser zur individuellen Situation passen als eine frühere Behandlung. Das gilt besonders, weil inzwischen moderne Immuntherapien verfügbar sind, zum Beispiel CAR-T-Zell-Therapien oder bispezifische Antikörper . Beide nutzen die körpereigene Abwehr, damit sie Myelomzellen gezielt angreift.

Ein Rezidiv kann daher auch eine Gelegenheit sein, im nächsten Schritt eine noch besser passende Therapie zu finden.

Wir freuen uns über Ihr Feedback

Wir entwickeln fortlaufend neue Kurse und lernen dabei nie aus. Dabei berücksichtigen wir gerne Ihre Wünsche und Anregungen. Wir freuen uns daher sehr über Ihr Feedback. Bitte beachten Sie, dass wir keine personenbezogenen medizinischen Auskünfte geben können. Sollten Sie dazu Fragen haben, klären Sie diese bitte in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.


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    Geprüft Priv.-Doz. Dr. Johannes Waldschmidt: Stand Oktober 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Antikörper
    (Immunoglobuline)
    Eiweiße (Proteine), die von Zellen des Immunsystems gebildet werden, um Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren zu bekämpfen. Bei manchen Erkrankungen kann es zu einer fehlgeleiteten Bildung von Antikörpern gegen körpereigene Zellen oder Strukturen kommen.
    Leichtketten
    Leichtketten sind Bestandteile von Antikörpern, die eine wichtige Rolle bei der Bildung und Funktion des Immunsystems spielen.
    Rezidiv
    (Rückfall)
    Wiederauftreten einer Krankheit nach zunächst erfolgreicher Behandlung mit Heilung oder Verbesserung.