Wie läuft mein Arzttermin bei Nasenpolypen ab?
Beim ersten Treffen mit dem Patienten wird zunächst eine genaue Anamnese gemacht. Nachdem ich den Patienten begrüßt habe, nutze ich die Gelegenheit, auch einen schnellen Blick in die Nase zu werfen, das heißt mit dem Nasenspekulum ausdehnen, hineinzuschauen und gleich ein abschwellendes Spray hineinzusprühen, weil wir die Untersuchungen in abgeschwollenen Zustand machen, was die nachfolgenden Untersuchungen wesentlich leichter macht, sowohl für den Patienten als auch für den Arzt. Diese Mittel brauchen ein paar Minuten zu wirken, deswegen mache ich das am Anfang, damit wir dann diese Zeit für ein Arztgespräch bzw. Patienten-Arztgespräch nutzen können. Die Anamnese umfasst, dass der Patient nach den Hauptbeschwerden gefragt wird, wie eine verstopfte oder rinnende Nase, eine subjektive Riechminderung oder eine Geschmackssinnveränderung, Schmerzen, Kopfschmerzen oder Druckschmerzhaftigkeit im Gesicht und Husten.
Beim Arztgespräch werden die Symptome abgefragt, die Dauer der Beschwerden. Dann werden Nebenerkrankungen abgefragt. Therapien, die Patienten zuvor gehabt haben wegen dieser Beschwerden bzw. wegen Begleiterkrankungen zum Beispiel wegen Asthma. Dann werden die Allergien abgefragt. Es wird abgefragt, ob der Patient bereits Allergietests gemacht hat, ob er die Unterlagen dafür hat, ob eine Allergietherapie bereits durchgeführt worden ist, in welchem Zeitrahmen und in welcher Form: subkutan , das heißt mit kleinen Spritzen unter die Haut oder durch Sprays oder Tabletten, die man nimmt. Vor-Operationen werden abgefragt, beziehungsweise, ob der Patient Unterlagen über diese Eingriffe hat, bzw. Unterlagen von vorher stattgefundenen Untersuchungen. Für uns ist es auch wichtig zu wissen, ob der Patient bereits zum Beispiel ein Nasennebenhöhlen-CT gehabt hat und ob er diese Befunde mit dabei hat. Viel lieber sind uns Bilder, die wir dann anschauen können, als nur schriftliche Befunde.
Was kann man auf Bildern von Voruntersuchungen sehen?
Wir können gut zeitliche Verläufe abschätzen. Da ist zum Beispiel wichtig zu wissen, ob die Nasennebenhöhlen-CT-Untersuchung vor der Therapie zum Beispiel mit oralen Kortikosteroiden stattgefunden hat oder danach. Weil nur damit können wir beurteilen, ob die Therapie überhaupt erfolgreich war. Wir können auch beurteilen, wie schnell oder wie rasch progredient diese Erkrankung ist.
Es ist ein wesentlicher Unterschied, zum Beispiel, ob die Polyposis Nasi in den letzten drei oder fünf Jahren stabil geblieben ist oder ob sie sich in den letzten Jahren rapide verschlechtert hat.
Welche Untersuchungen können dabei gemacht werden und wie laufen sie ab?
Wir führen bei jeder Nasenendoskopie eine Videountersuchung durch. Das heißt, wir können auch nach Jahren nachvollziehen, wie bei der Untersuchung am 1. Mai die Polypen ausgesehen haben bzw. wie die Schleimhaut ausgesehen hat. Das ist aber nicht nur für den Arzt hilfreich zu beurteilen, ob die Polypengröße oder Schleimhautsekretion zugenommen hat oder besser geworden ist. Das ist auch für den Patienten wichtig, weil dann kann der Therapieerfolg selbst mit eigenen Augen sehen. Das führt auch dazu, dass die Patienten besser bei der Therapie bleiben.
Bei der ersten Untersuchung planen wir einen Riechtest, einen Geschmackstest und einen Allergietest. Auch Schnittbildgebung, wie zum Beispiel Computertomografie der Nasennebenhöhlen planen wir immer vor der Operation ein. Und auch in manchen Fällen, wenn wir Therapieerfolg beurteilen wollen. Aber im Grunde reicht die Nasenendoskopie schon aus, um die Polypengröße zu sehen bzw. zu beurteilen, ob sie besser oder schlechter geworden ist.
Hier geht es zum Video-Interview: „Wichtige Themen im Arztgespräch bei Nasenpolypen“