4. Diagnose und nächste Schritte

Welche Untersuchungen führen zur Diagnose?

Bei vielen Menschen wird Polycythaemia Vera (PV) zufällig entdeckt, z. B. bei einer Routineuntersuchung oder vor einer Operation. Im Blutbild zeigt sich dann häufig, dass mehrere Blutzellarten erhöht sind:

  • Rote Blutkörperchen (Erythrozyten) – meist am deutlichsten,
  • Weiße Blutkörperchen (Leukozyten ) und
  • Blutplättchen (Thrombozyten ).

Diese Kombination ist typisch für PV. Der Hausarzt überweist dann zur weiteren Abklärung an eine Hämatologin oder einen Hämatologen, also einen Facharzt für Bluterkrankungen. Dort wird in einem ausführlichen Gespräch geklärt, ob Symptome wie Müdigkeit, Juckreiz oder Nachtschweiß aufgetreten sind und wie lange die Auffälligkeiten schon bestehen.

Anschließend erfolgt eine Blutuntersuchung, bei der neben dem Blutbild auch nach der JAK2-Mutation gesucht wird. Eine JAK2-Mutation ist eine genetische Veränderung, die bei über 90 % der Betroffenen vorliegt und die Diagnose stützt.

Braucht es weitere Untersuchungen, um PV sicher zu diagnostizieren?

In den meisten Fällen wird zusätzlich eine Knochenmarkuntersuchung empfohlen. Dabei wird eine kleine Gewebeprobe aus dem Beckenknochen unter örtlicher Betäubung gewonnen. Die Untersuchung zeigt, wie aktiv das Knochenmark ist und ob bereits Veränderungen im Gewebe vorliegen. Diese Untersuchung ist kurz, wird meist ambulant durchgeführt und hilft, den Verlauf der Erkrankung später besser einschätzen zu können.

Welche Informationen sind nach der Diagnose besonders wichtig?

Nach der Diagnose bespricht Ihr Ärzteteam mit Ihnen die nächsten Schritte. Dabei geht es vor allem um zwei Ziele:

  • die Durchblutung zu verbessern und
  • das Risiko für Blutgerinnsel zu senken.

Um diese Ziele zu erreichen, gibt es verschiedene Wege:

Was sind meine nächsten Schritte nach der Diagnose?

Nach der Diagnosestellung bleibt Ihre Hämatologin oder Ihr Hämatologe Ihr Hauptansprechpartner. Gemeinsam legen Sie fest,

  • wie oft Blutkontrollen notwendig sind,
  • ob neben Aderlässen auch Medikamente sinnvoll sind,
  • und wie Ihr individueller Behandlungsplan aussieht.

Mit einer gut abgestimmten Therapie lässt sich die Polycythaemia Vera heute sehr gut kontrollieren – viele Betroffene führen ein weitgehend normales und aktives Leben. Mehr über die Behandlungsmöglichkeiten bei Polycythaemia Vera erfahren Sie in der Schulung „Management der Polycythaemia Vera“.

Den Verlauf positiv beeinflussen

Nach der Diagnose Polycythaemia Vera gibt es Dinge, die Sie in Ihrem Alltag beachten sollten:

  • Nicht rauchen, da Nikotin das Thromboserisiko erhöht.
  • Viel trinken und sich regelmäßig bewegen.
  • Eisenpräparate sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden, da sie die Bildung roter Blutkörperchen fördern können und bei PV in bestimmten Fällen nicht eingenommen werden sollten.
  • Auf Blutdruck und Gewicht achten – beides beeinflusst die Durchblutung positiv.

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    Geprüft Priv.-Doz.in Dr.in Susanne Isfort: Stand Januar 2026 | Quellen und Bildnachweis
    ambulant
    Die Behandlung erfolgt ohne einen nächtlichen Aufenthalt im Krankenhaus.
    Behandlungsplan
    Umfasst Informationen darüber, welche Behandlungen, Medikamente oder Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt durchgeführt werden sollen, um die beste Genesung oder Verbesserung der Gesundheit zu erreichen.
    Gegenanzeigen
    Gründe, warum eine Behandlung oder ein Medikament nicht angewendet werden sollte, zum Beispiel wegen anderer Krankheiten oder Wechselwirkungen.
    Hämatokrit
    Anteil der festen Blutbestandteile am gesamten Blutvolumen, vor allem der roten Blutkörperchen. Ein hoher Wert macht das Blut zähflüssiger.
    Hämatologe
    Facharzt oder Fachärztin für Erkrankungen des Blutes und des blutbildenden Systems.
    Leukozyten
    Der medizinische Begriff für "weiße Blutkörperchen". Sie sind ein Teil des Immunsystems und spielen dort eine wichtige Rolle, indem sie dort Krankheitserreger bekämpfen. 
    Thrombose
    Bildung eines Blutgerinnsels in einem Blutgefäß, das den Blutfluss blockieren kann. Kann in Venen oder Arterien auftreten.
    Thrombozyten
    (Blutplättchen)
    Zellfragmente im Blut, die bei der Blutgerinnung und Wundheilung sehr wichtig sind.