3. Symptome bei Polycythaemia Vera

Welche frühen, oft übersehenen Anzeichen sollte ich kennen?

Viele Beschwerden bei Polycythaemia Vera (PV) entwickeln sich schleichend. Deshalb ist es hilfreich, typische Veränderungen zu kennen. Zwei Symptome gelten als besonders charakteristisch:

  • Juckreiz nach dem Duschen oder Baden (aquagener Pruritus ): Wenn die Haut nach Wasserkontakt stark juckt, kann das auf PV hinweisen.
  • Wärme- oder Brenngefühl in Händen und Füßen (Erythromelalgie ): Manche Betroffene spüren ein anhaltendes Hitzegefühl oder Brennen, auch ohne ersichtlichen Grund.

Daneben gibt es unspezifische Anzeichen wie Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen oder Kribbelgefühle, die ebenfalls auf Veränderungen im Blut hinweisen können.

Tipps bei Juckreiz nach dem Duschen

Der Juckreiz nach Wasserkontakt kann sehr unangenehm sein, lässt sich aber oft lindern:

  • Wassertemperatur: Duschen Sie lauwarm statt heiß.
  • Kurze Duschzeiten: Je kürzer, desto besser für die Haut.
  • Sanfte Pflege: Verwenden Sie pH-neutrale, unparfümierte Produkte.
  • Abtrocknen: Tupfen Sie die Haut vorsichtig trocken, nicht reiben.
  • Kühlen: Bei starkem Juckreiz kann eine kühlende Lotion oder ein feuchtes Tuch helfen.
  • Nachsorge: Rückfettende Cremes halten die Haut geschmeidig und beruhigen sie.

Wenn der Juckreiz häufig oder stark ist, sprechen Sie Ihr Ärzteteam darauf an. Oft kann man die Therapie anpassen oder durch Medikamente ergänzen, um den Juckreiz deutlich zu mindern.

Welche weiteren Symptome können auftreten?

Manche Menschen mit PV bemerken Symptome, die auch bei anderen Erkrankungen vorkommen – etwa Nachtschweiß, Fieber ohne Infekt oder ungewollten Gewichtsverlust. Diese sogenannten B-Symptome sind Ausdruck einer aktiveren Krankheitsphase.

Auch Knochenschmerzen, Gelenkbeschwerden oder eine deutlich geringere Belastbarkeit im Alltag können vorkommen. Diese Symptome entstehen durch die verstärkte Blutbildung im Knochenmark. Wichtig ist: Nicht jedes Symptom bedeutet automatisch eine Verschlechterung, aber Veränderungen sollten ernst genommen und beobachtet werden.

Welche Beschwerden sollte ich dokumentieren oder ärztlich besprechen?

Notieren Sie neue oder länger anhaltende Beschwerden. Das hilft Ihnen und Ihrem Ärzteteam, Veränderungen besser einzuordnen.
Lassen Sie insbesondere Folgendes ärztlich abklären:

  • Juckreiz nach Wasserkontakt
  • Brennen oder Kribbeln in Händen oder Füßen
  • Anhaltende Müdigkeit oder deutlich geringere Belastbarkeit im Alltag
  • Unerklärlichen Gewichtsverlust, Fieber oder Nachtschweiß

Bei akuten Beschwerden wie plötzlichem Brustschmerz, Atemnot, Schwindel, Lähmungserscheinungen oder einer schmerzhaften Beinschwellung gilt: Sofort den Rettungsdienst rufen. Lieber einmal zu viel kontrollieren lassen als zu spät handeln.

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    Geprüft Priv.-Doz.in Dr.in Susanne Isfort: Stand Januar 2025 | Quellen und Bildnachweis
    Erythromelalgie

    Erythromelalgie ist eine seltene Erkrankung, bei der es an Händen oder Füßen (manchmal auch an anderen Körperstellen) zu brennenden Schmerzen, Rötung und Überwärmung kommt. Die Beschwerden treten oft anfallsartig auf und werden durch Wärme oder Belastung verstärkt.

    Pruritus
    Ein Pruritus bezeichnet ein unangenehmes Hautgefühl, das den starken Drang auslöst, die Haut zu kratzen oder zu reiben.