5. Verlauf der Depression

Prognose bei Depression

Die Prognose der Depression ist stark von einer passenden Behandlung abhängig. Eine Depression lässt sich in den meisten Fällen sehr gut behandeln, es besteht jedoch das Risiko eines Rückfalls.

Verlauf einer Depression

In aller Regel sind der Anfang und das Ende der Erkrankung klar erkennbar: Betroffene können sich meist gut erinnern, wann ihre Symptome begonnen haben und berichten auch von einer klaren Besserung der Symptome, wenn die depressive Episode endet.
Depressionen können sowohl akut fulminant, also schnell und schwer, als auch schleichend, mitunter auch chronisch verlaufen. In der Regel dauert eine depressive Episode maximal zwei Jahre lang an. Jedoch können Episoden mehrmals im Leben auftreten.

Warum eine Depression behandeln?

Eine passende Behandlung der Depression kann den Verlauf der Erkrankung sehr positiv beeinflussen. Die Symptome rücken in den Hintergrund und der Alltag wird wieder bewältigbar.

Kann eine Depression von selbst verschwinden?

Auch unbehandelt endet eine Depression meistens von selbst, es handelt sich um eine sogenannte „selbstlimitierende Erkrankung“. Allerdings kann dies lange dauern und zermürbend sein. Es besteht außerdem die Gefahr, dass sich die veränderten Stoffwechselprozesse und Denkmuster manifestieren, also langfristig festsetzen.

Suizidalität

Des Weiteren besteht das Risiko der Suizidalität, die leider in konkreten Versuchen sich das Leben zu nehmen münden kann. Suizidale Gedanken sind keine Seltenheit bei der Depression. Wenn die Krankheit aber zu ausweglos erscheint und unbehandelt bleibt, besteht das Risiko, dass aus vagen Gedanken an einen Suizid ernsthafte Versuche werden.

Ich habe dann vor etwa vier Jahren wieder eine neue depressive Episode erlitten. Seither gehe ich wieder zu einer Therapie und nehme Medikamente. Die neue Arbeit an mir selbst, vor allem jetzt im Erwachsenenalter, hat mir bereits sehr viel geholfen und ich blicke zuversichtlich in die Zukunft.

Clara L.
Betroffene

Genesung und Besserung der Depression

Die Behandlung einer Depression sollte unbedingt angestrebt werden. Es existieren sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Therapien zur Behandlung der Depression.

Therapievarianten

Zu den Therapiemöglichkeiten zählen neben Medikamenten auch die Gesprächs- und Psychotherapie. Therapien können im Einzel- oder Gruppengespräch stattfinden und ambulant oder stationär abgehalten werden. Die Therapie wird für jede Patientin und jeden Patienten individuell gestaltet und zeigt meist eine sehr gute Wirksamkeit.
Da Medikamente jedoch circa 2-3 Wochen Zeit brauchen, bis sie wirken, und Denkmuster im Gehirn nicht auf Knopfdruck umgestellt werden können, erfordert jede Therapie auch Geduld.

Remission der Depression

Das Ziel der Behandlung ist die vollständige Remission der Depression. Unter Remission versteht man in der Medizin den Rückgang oder, bei vollständiger Remission, das Verschwinden aller Symptome. Um die Chancen auf eine Remission zu erhöhen sollten Therapien auch nach Abklingen der depressiven Symptome noch ein wenig weitergeführt werden. Ein zu früher Abbruch der Therapie birgt erhöhte Gefahr für einen Rückfall.

Aktuell geht es mir sehr gut. Ich hatte vor etwa zwei Monaten einen Rückfall, der aber nur etwa zwei Wochen anhielt. Meine depressiven Episoden haben sich durch meine Therapien also deutlich verkürzt (früher waren es oft 1-2 Jahre). Man baut sich mit der Zeit ein eigenes System auf, das einen stabilisiert. Außerdem lernt man auf Warnsignale zu hören. Wichtig für mich ist, mich immer wieder daran zu erinnern, wie schön und wertvoll das Leben ist, wenn man gesund ist, damit ich auch in kranken Phasen durchhalten kann.

Clara L.
Betroffene

Auswirkung der Depression auf die Lebensqualität

An einer Depression erkrankt zu sein, kann eine sehr verunsichernde und einschneidende Erfahrung sein und sich durch ihre Allgegenwärtigkeit auf alle Lebensbereiche auswirken. Besonders spürbar ist der Einfluss der Depression auf persönliche Beziehungen und die Erwerbsfähigkeit.

Die Rolle von Beziehungen bei Depression

Während einer Depression können sich Betroffene sozial zurückziehen. Menschenmengen werden schnell als überfordernd erlebt. Betroffene sollten sich deshalb sorgsam auf ihre (Ruhe-)Bedürfnisse achten.

Die Depression kann auch eine Herausforderung für Freundschaft und Partnerschaft sein. Mitunter können Intimität und Sexualität unter der Erkrankung leiden. Im Arztgespräch können auch diese Themen gut besprochen werden. Zögern Sie nicht, Ihre Sorgen zu äußern.

Erwerbsfähigkeit bei Depression

Eine mittelschwere oder schwere Depression kann mit einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit einher gehen. Betroffene können in den Krankenstand gehen, bis sie ausreichend Energie schöpfen konnten, um der Stressbelastung durch den Beruf wieder gewachsen zu sein.

Andererseits strukturiert die Arbeit aber auch den Alltag und gibt vielen ein Gefühl von Produktivität und Sinnhaftigkeit. Deshalb kann eine zeitige Rückkehr in den Beruf unter Umständen auch hilfreich sein. Die Entscheidung zu Krankenstand und Erwerbsfähigkeit sollte individuell getroffen und den eigenen Bedürfnissen angepasst werden.

Chance zu Veränderung und Neubewertung

Im Rückblick deuten manche Betroffene die Erkrankung als ein Zeichen dafür, dass ihnen bestimmte Strukturen oder Beziehungen nicht mehr gut taten. Sie sehen die Chance und Notwendigkeit einer Veränderung. Sie können diese für zukünftige Vorhaben umsetzen, um mit einer besseren Selbstwirksamkeit gestärkt durchs Leben zu gehen.

Beatrice Frasl Depression verstehen

Es gibt absolut keinen Grund, sich für Empfindungen oder Erkrankungen zu schämen, keinen einzigen.

Beatrice F.
Betroffene

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Geprüft Prim.a Dr.in Christa Radoš: Stand 09.02.2022 / TR_8867_17112021 | Quellen und Bildnachweis

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