2. Operation und Chemotherapie bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs

Wann kommt bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs eine Operation in Frage?

Die Operation ist die wichtigste Methode, um Eierstockkrebs genau zu untersuchen und zu beurteilen. Blutwerte, Tumormarker oder bildgebende Verfahren können Hinweise liefern, ersetzen aber nicht die direkte Untersuchung des Tumors. In unklaren Fällen wird daher manchmal eine Bauchspiegelung durchgeführt, um Gewebeproben zu entnehmen und den Tumor genauer zu analysieren.

Ziel der Operation ist es, möglichst alle sichtbaren Tumorknoten zu entfernen. Ist eine sofortige Operation nicht möglich, zum Beispiel weil der Tumor zu groß oder die Patientin zu geschwächt ist, kann zunächst eine sogenannte neoadjuvante Chemotherapie erfolgen, um den Tumor zu verkleinern. Nach einigen Zyklen wird der Tumor erneut untersucht. Wenn er geschrumpft ist, folgt die Operation, um die verbliebenen Tumorknoten zu entfernen.

Es gibt auch Patientinnen, bei denen die Operation grundsätzlich möglich wäre, die aber zu schwach für den Eingriff sind. Hier kommt die Prähabilitation zum Einsatz, ein spezielles Aufbauprogramm um Patientinnen gezielt auf die Operation vorzubereiten.

Eine Prähabilitation umfasst:

  • Linderung von Schmerzen: Bestehende Schmerzen werden gezielt behandelt.
  • Anpassung der Ernährung: Der Ernährungszustand wird verbessert und Gewichtsverlust ausgeglichen.
  • Korrektur von Veränderungen im Blutbild: Blutarmut (Anämie ) wird behandelt.
  • Information und praktische Hinweise: Patientinnen erhalten Tipps zu Bewegung, Atemübungen und weiteren Maßnahmen zur Förderung des Allgemeinzustands.

Nach ein bis drei Wochen gezielter Vorbereitung kann die Operation sicherer durchgeführt werden.

Wann wird eine Chemotherapie angewendet und wie wird sie mit der Operation kombiniert?

Eine Chemotherapie gehört bei Eierstockkrebs fast immer zum Behandlungsplan . Standardmäßig erfolgt zunächst die Operation, danach die Chemotherapie. In manchen Situationen, etwa wenn der Tumor zu groß oder die Patientin zu geschwächt ist, wird die Chemotherapie vor der Operation durchgeführt. Dadurch soll der Tumor verkleinert und der Eingriff anschließend erleichtert werden.

Die Chemotherapie wird anschließend häufig durch die Erhaltungstherapie ergänzt, die dafür sorgt, dass der Tumor langfristig unter Kontrolle bleibt und Rückfälle verzögert werden. Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Kurs „Alltag mit Erhaltungstherapie bei Eierstockkrebs“.

Wie funktioniert eine Chemotherapie?

Eine Chemotherapie nutzt Medikamente, die Tumorzellen zerstören oder deren Wachstum stoppen. Sie wird meist in Zyklen verabreicht, zum Beispiel alle drei Wochen über mehrere Monate. Die Medikamente können über eine Vene gegeben werden. Manchmal wird auch eine Kombination verschiedener Wirkstoffe eingesetzt, um die Wirkung zu verstärken.

Das Behandlungsteam begleitet Patientinnen eng, um Nebenwirkungen wie z.B. Übelkeit oder Müdigkeit zu lindern. Ziel ist es, die Therapie möglichst verträglich zu machen und die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten.

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    Prof. Dr. med. Dr. h.c.  Jalid Sehouli: Stand Mai 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Anämie
    Verminderung der roten Blutkörperchen oder des Hämoglobins im Blut, die zu einer reduzierten Sauerstoffversorgung des Körpers führt. Symptome können Müdigkeit, Schwäche und Blässe sein.
    Bauchspiegelung
    Schonende Operation, bei der mit einer kleinen Kamera durch kleine Schnitte in die Bauchdecke in den Bauchraum geschaut und gegebenenfalls behandelt wird.
    Behandlungsplan
    Umfasst Informationen darüber, welche Behandlungen, Medikamente oder Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt durchgeführt werden sollen, um die beste Genesung oder Verbesserung der Gesundheit zu erreichen.
    Bildgebende Verfahren
    Sind medizinische Techniken, mit denen Ärzte Bilder vom Inneren des Körpers erstellen können. Beispiele sind Röntgen, Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Diese Methoden helfen dabei, Krankheiten zu erkennen und zu überwachen, ohne dass eine Operation nötig ist.
    Chemotherapie
    Behandlung mit Medikamenten (Zytostatika), die das Wachstum von Krebszellen hemmen sollen.
    Erhaltungstherapie
    Eine Erhaltungstherapie wird nach der erfolgreichen Erstbehandlung einer Erkrankung eingesetzt, um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern und einem Rückfall vorzubeugen. Sie kann über einen längeren Zeitraum erfolgen und besteht oft aus Medikamenten, die regelmäßig verabreicht werden.
    neoadjuvant
    Bezieht sich auf Therapien, die vor einer Tumoroperation durchgeführt werden, um den Tumor zu verkleinern und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Operation zu verbessern. Das können z. B. Strahlen- oder Chemotherapien sein.
    Tumor
    („Geschwulst“)
    Lokalisierte Vermehrung von Körpergewebe durch unkontrolliertes Wachstum von gutartigen oder bösartigen Zellen. Bösartige Tumore können in umliegendes Gewebe einwachsen und in entfernte Organe streuen. Der Begriff Tumor wird auch verwendet für eine Schwellung von Gewebe z.B. durch Einlagerung von Flüssigkeit im Rahmen von Entzündungsprozessen oder Blutungen.
    Tumormarker
    Tumormarker sind Substanzen im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten, die bei bestimmten Krebserkrankungen erhöht sein können. Sie dienen zur Verlaufskontrolle oder als Hinweis auf eine mögliche Erkrankung, sind jedoch meist nicht allein aussagekräftig für eine Diagnose.
    Vene
    Venen sind Blutgefäße, die dafür verantwortlich sind, sauerstoffarmes Blut aus den verschiedenen Körperbereichen aufzunehmen und zurück zum Herzen zu transportieren.