3. Zielgerichtete Therapien bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs

Was sind zielgerichtete Therapien bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs und welche Arten davon gibt es?

Zielgerichtete Therapien sind Medikamente, die gezielt bestimmte Schwächen von Krebszellen angreifen. Anders als die klassische Chemotherapie wirken sie nicht auf alle Zellen des Körpers, sondern nur auf bestimmte Proteine oder Eiweiße , die das Wachstum des Tumors unterstützen. So kann der Tumor gezielt behandelt werden, während gesunde Zellen möglichst geschont bleiben.

Bei Eierstockkrebs werden heute vor allem zwei Arten eingesetzt:

  • PARP-Inhibitoren : Diese Medikamente blockieren Enzyme, die Krebszellen normalerweise nutzen, um Schäden in ihrer DNA zu reparieren. Dadurch können sich die Tumorzellen nach der Chemotherapie nicht mehr reparieren und sterben ab. PARP-Inhibitoren werden ebenfalls häufig als Erhaltungstherapie eingesetzt, besonders bei Patientinnen, bei denen bestimmte Veränderungen in den Tumorzellen vorliegen.
  • Antikörper : Diese Medikamente verhindern, dass der Tumor neue Blutgefäße bildet, die er für sein Wachstum braucht. Sie werden oft parallel zur Chemotherapie gegeben und können danach als Erhaltungstherapie weitergeführt werden.

Zielgerichtete Therapien können sowohl direkt nach Operation und Chemotherapie als auch bei einem Rückfall eingesetzt werden. Sie sind ein wichtiger Teil moderner Behandlungskonzepte und helfen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserem Kurs „Alltag mit Erhaltungstherapie bei Eierstockkrebs“.

Wie wird entschieden, welche zielgerichtete Therapie zu mir passt?

Die Auswahl der richtigen Therapie hängt von vielen Faktoren ab. Ärztinnen und Ärzte berücksichtigen unter anderem:

  • die Tumorbiologie
  • bereits untersuchte Biomarker
  • Vorerkrankungen und den allgemeinen Gesundheitszustand
  • mögliche Nebenwirkungen und die Verträglichkeit
  • persönliche Wünsche und die Lebenssituation.

Sprechen Sie aktiv mit Ihrem Behandlungsteam über die verschiedenen Therapieoptionen und fragen Sie gezielt, welche am besten zu Ihnen passen. So kann gemeinsam eine individuelle Empfehlung erstellt werden, die auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leitlinien basiert.

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    Prof. Dr. med. Dr. h.c.  Jalid Sehouli: Stand Mai 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Antikörper
    (Immunoglobuline)
    Eiweiße (Proteine), die von Zellen des Immunsystems gebildet werden, um Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren zu bekämpfen. Bei manchen Erkrankungen kann es zu einer fehlgeleiteten Bildung von Antikörpern gegen körpereigene Zellen oder Strukturen kommen.
    Chemotherapie
    Behandlung mit Medikamenten (Zytostatika), die das Wachstum von Krebszellen hemmen sollen.
    Eiweiße
    (Proteine)
    Eiweiße, auch bekannt als Proteine, sind Makromoleküle, die aus Ketten von Aminosäuren bestehen. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Aufbau und der Funktion von Zellen und Geweben im Körper.
    Erhaltungstherapie
    Eine Erhaltungstherapie wird nach der erfolgreichen Erstbehandlung einer Erkrankung eingesetzt, um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern und einem Rückfall vorzubeugen. Sie kann über einen längeren Zeitraum erfolgen und besteht oft aus Medikamenten, die regelmäßig verabreicht werden.
    Leitlinie
    Zusammenfassungen der medizinischen Fachgesellschaften, die den aktuellen Stand der Wissenschaft zu einem Thema zusammenfasst und eine Handlungsempfehlung für Ärzt:innen darstellt.
    PARP-Inhibitor
    PARP-Inhibitoren sind Medikamente, die in bestimmte Reparaturmechanismen von Zellen eingreifen. Sie werden häufig bei bestimmten genetischen Veränderungen eingesetzt, um die Vermehrung von Tumorzellen zu verlangsamen oder zu stoppen.
    Tumor
    („Geschwulst“)
    Lokalisierte Vermehrung von Körpergewebe durch unkontrolliertes Wachstum von gutartigen oder bösartigen Zellen. Bösartige Tumore können in umliegendes Gewebe einwachsen und in entfernte Organe streuen. Der Begriff Tumor wird auch verwendet für eine Schwellung von Gewebe z.B. durch Einlagerung von Flüssigkeit im Rahmen von Entzündungsprozessen oder Blutungen.
    zielgerichtete Therapie
    Behandlung, die spezifisch auf genetische Mutationen, Proteine oder das Gewebeumfeld abzielt, das das Krebswachstum fördert.