5. Kommunikation mit ÄrztInnen bei Polyneuropathie

Vorbereitung auf den Arztbesuch

Polyneuropathie bei Krebs ist gut behandelbar, wenn sie erst einmal erkannt ist. Sprechen Sie Ihr Behandlungsteam daher direkt an, wenn Sie erste Symptome bemerken. Holen Sie sich Rat und Unterstützung von Ihrem Behandlungsteam oder in Selbsthilfegruppen.

Erste AnsprechpartnerInnen bei Verdacht auf Polyneuropathie

Haben Sie Fragen oder den Verdacht auf eine Polyneuropathie, sollten Sie das Ihrem Behandlungsteam mitteilen. Zu folgenden ÄrztInnen können Sie gehen:

  • Ihre/n Onkologin/Onkologen
  • Ihre/n AllgemeinmedizinerIn
  • Ihre/n Neurologin/Neurologen
  • Ihre/n physikalische/n MedizinerIn

Bester Zeitpunkt zur Ansprache

Sobald Sie die ersten Symptome bemerken oder vermuten, sollten Sie diese ansprechen. Meist fallen Pelzigkeit, Ameisenlaufen, Ungeschicktheit, Muskelschwäche zuerst auf. Wenn möglich, sollten Sie noch während der Chemotherapie damit beginnen, Ihre Geschicklichkeit, Kraft, Empfindlichkeit zu trainieren. Physio-, Ergo-, Elektrotherapie können dabei helfen.

Eine vollständige Auflistung der Symptome finden Sie in Lektion 2: “Symptome von Polyneuropathie bei Krebs” unter “Auftreten“.

Die nächsten Schritte bei Polyneuropathie

NeurologInnen und FachärztInnen für Physikalische Medizin und Allgemeine Rehabilitation sind ExpertInnen für die Polyneuropathie. Sie führen folgende Behandlungen durch, die bei Polyneuropathie helfen können:

  • Elektrotherapie
  • Kohlensäurebadtherapie
  • Stoßwellentherapie
  • Ergotherapie
  • Physiotherapie
  • medizinische Trainingstherapie
  • medikamentöse Schmerztherapie

Welchen Einfluss haben Sie selbst auf die Diagnose und Therapie?

Ein frühes Erkennen und Behandeln der Polyneuropathie ist wichtig. Falls Ihre Ärztin/ Ihr Arzt nicht ausreichend auf Ihre Symptome reagiert, sprechen Sie die Symptome erneut an oder holen Sie eine Zweitmeinung ein.

Mehr Informationen zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Polyneuropathie finden Sie in unserer Patientenschulung „Besser leben mit Polyneuropathie“.

Fragen der ÄrztInnen an Sie

Viele Abläufe in der Arztpraxis sind vorhersehbar. Sie können sich auf das Arztgespräch vorbereiten. Das gibt Ihnen die Ruhe und Zeit, über Fragen nachzudenken, die Sie stellen möchten.

Vorbereitung auf das Arztgespräch bei Polyneuropathie

Bei Arztbesuchen ist man häufig nervös. Damit Sie wichtige Fragen nicht vergessen, haben wir für Sie die Liste „Fragen an die Ärztin/den Arzt bei Polyneuropathie“ erstellt, die sie ins Gespräch mitnehmen können. Sie finden sie unter „Downloads“ am Ende der Seite.

Welche Fragen erwarten mich?

Ihre behandelnden ÄrztInnen werden Ihnen ebenfalls Fragen stellen. Auch auf diese können Sie sich vorbereiten. In der Regel bekommen Sie Fragen gestellt zu:

  • Symptomen
  • Bisherigen Erkrankungen
  • Erkrankungen in der Familie
  • Dauer, Verlauf, Stärke der Empfindungsstörung
  • Schmerzen
  • Vergangenen Stürzen

Unterlagen und Befunde

Vorbereiten können Sie auch Unterlagen, die Sie zum Arztbesuch mitbringen. Das beschleunigt den Ablauf. Am besten bringen Sie Ihre gesamte medizinische Akte mit. Fehlende Befunde erhalten Sie vom Institut oder Krankenhaus, wo diese erstellt wurden. Fallweise ist dazu eine Gebühr zu entrichten.

  • Optimalerweise sollen Sie folgende Befunde mitbringen:
    • Laboruntersuchungen (besonders die neuesten)
    • Untersuchungsbefunde und Informationen zur Krebserkrankung und -therapie
    • Bildgebende Untersuchungsbefunde
  • Weitere Unterlagen wird das Behandlungsteam eventuell direkt bei Ihren anderen ÄrztInnen erfragen.
  • Üblicherweise kommen Polyneuropathie-PatientInnen wiederholt zum selben Behandlungsteam, sodass ein Nachreichen von Unterlagen möglich ist.

Über Polyneuropathie bei Krebs sprechen

Beschwerden bei Polyneuropathie sind oft schwer zu erkennen und zu beschreiben. Lesen Sie, wie Sie dennoch mit Ihrem Behandlungsteam darüber sprechen und eine rechtzeitige Diagnose unterstützen können.

Wichtige Fragen stellen

Jede Frage, die Sie zu Ihrer Erkrankung haben, ist eine gute und wichtige Frage. Häufig wollen PatientInnen wissen, was sie selbst gegen die Polyneuropathie bei Krebs tun können.

Mehr Informationen zu Hilfsmitteln und Lebensqualität bei Polyneuropathie bei Krebs erhalten Sie auch in unserer Patientenschulung „Besser leben mit Polyneuropathie“.

Symptome von Polyneuropathie beschreiben  

Folgende Beschreibungen werden von Betroffenen häufig genutzt:

  • Bamstigkeit
  • Ameisenlaufen
  • Stechende, brennende Schmerzen
  • Nächtliche Unruhe
  • Steppergang (Hängenbleiben mit Fußspitze aufgrund motorischer Schwäche)

Mehr zur Beschreibung von Symptomen finden Sie in der Lektion “Symptome von Polyneuropathie bei Krebs“.

Dringlichkeit vermitteln

Manchmal bringen Ihre Symptombeschreibungen nicht die Reaktion und Hilfe ein, die Sie sich wünschen. Bleiben Sie in diesen Fällen dran und sprechen Sie die Symptome erneut an. Auch ein Arztwechsel kann in seltenen Fällen ratsam sein.

  • Mögliches Vorgehen bei nicht ernstgenommenen Beschwerden: Wiederholen Sie die Beschreibung Ihrer Beschwerden.
  • Suchen Sie SpezialistInnen auf (OnkologInnen, NeurologInnen, FachärztInnen für Physikalische Medizin und Allgemeine Rehabilitation).
  • Kontaktieren Sie eine Selbsthilfegruppe und tauschen Sie sich mit Betroffenen aus.

Downloads

  • Fragen der Ärztin/des Arztes an Sie Je mehr Information Ihre ÄrztInnen über Ihre Symptome, Vorerkrankungen und Krankheiten Ihrer Verwandten haben, desto besser können Sie Ihnen bei Polyneuropathie helfen. Es ist daher ratsam, dass Sie sich schon zu Hause auf das Gespräch mit der Ärztin/dem Arzt vorbereiten.

  • Fragen an die Ärztin/den Arzt bei Polyneuropathie Es ist ratsam, dass Sie sich schon zu Hause auf das Gespräch mit der Ärztin/dem Arzt bei Polyneuropathie vorbereiten und die für Sie wichtigsten Fragen schriftlich festhalten.

Diesen Kurs bewerten

Ihr Feedback hilft anderen Nutzern die für sie passenden Kurse zu finden.
4.5/5 - (80)

Geprüft Univ.-Prof. Dr. Richard Crevenna, MMSc, MBA: Stand August 2021 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.