4. Strahlentherapie bei Leberkrebs

Wie wirkt eine Strahlentherapie und wann wird sie bei Leberkrebs durchgeführt?

Die klassische Strahlentherapie spielt bei Leberkrebs eine eher untergeordnete Rolle. Sie wird in fortgeschrittenen Erkrankungsstadien eingesetzt, wenn Absiedlungen, sogenannte Metastasen, in anderen Körperregionen vorhanden sind. In diesen Stadien tritt die operative Therapie in den Hintergrund. Bei einer Strahlentherapie bei Leberkrebs kommen gezielte radioaktive Strahlen zum Einsatz. Wenn die Strahlen auf Krebszellen treffen, werden diese geschädigt. Schließlich führt die Strahlentherapie dazu, dass Krebszellen absterben. Bei Knochenmetastasen kann eine Strahlentherapie beispielsweise Knochenbrüche verhindern und so Schmerzen vermeiden.

Selektive interne Radioembolisation (SIRT) bei Leberkrebs

Die selektive interne Radioembolisation (SIRT ) ist ähnlich wie die TACE ein lokales Therapieverfahren bei Leberkrebs. Es handelt sich um eine spezielle Form der Strahlentherapie. Die SIRT kann angewandt werden, wenn der Tumor nicht operiert oder durch eine Chemotherapie behandelt werden kann. Über ein Blutgefäß wird ein Katheter in den Tumor vorgeschoben. Anschließend werden radioaktive Kügelchen in den Leberkrebs abgegeben. Dadurch werden die Blutgefäße, die den Leberkrebs versorgen, künstlich verschlossen. Durch die örtlichen Strahlen werden zudem gezielt die Krebszellen zerstört. Die Strahlenbelastung ist insgesamt gering, weshalb die SIRT gut verträglich ist.

Welche Nebenwirkungen können auftreten und wie können sie gelindert werden?

Bei einer klassischen Strahlentherapie können vor allem Hautreizungen in dem bestrahlten Gebiet auftreten. Um Beschwerden wie Hautrötung und trockene Haut zu lindern, können bestimmte Cremes oder Salben aufgetragen werden. Auch eine vorübergehende Verschlechterung der Leberfunktion kann auftreten. In der Regel normalisiert sich die Funktion im Verlauf.

Nach einer SIRT sind Nebenwirkungen insgesamt selten. Gelegentlich treten Bauchschmerzen, Übelkeit und Fieber auf. Diese Beschwerden lassen sich mit Medikamenten gut kontrollieren. In seltenen Fällen können während einer SIRT Blutgefäße oder Gallengänge verletzt werden oder radioaktive Partikel in andere Organe verschleppt werden. Deshalb erfolgt nach einer SIRT ein CT , um zu kontrollieren, ob die radioaktiven Kügelchen im richtigen Bereich liegen.

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Geprüft Ap. Prof. Priv.-Doz. Dr. Matthias Pinter, PhD: Stand Mai 2023 | AT-9054;05/2023 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.
(Zirkardianer Rhythmus )
Biologisches Phänomen, das in einem Rhythmus von ungefähr 24-Stunden bestimmte körperliche Funktionen beeinflusst.  Ein Beispiel ist der Schlaf-Wach-Zyklus durch die Freisetzung des Schlafhormons.
Chemotherapie
Behandlung mit Medikamenten (Zytostatika), die das Wachstum von Krebszellen hemmen sollen.
CT
(Computertomografie)
Bildgebendes Verfahren. Dabei werden Röntgenstrahlen aus verschiedenen Richtungen durch den Körper geführt. Ein Computer verarbeitet die so erzeugten Bilder zu einer Schnittbildreihe. Dadurch ist eine genaue Beurteilung des untersuchten Körperteiles möglich. So können beispielsweise Lage und Größe von Organen und Tumoren dargestellt werden. Die Untersuchung ist schmerzlos.
Katheter
Dünner Schlauch, meist aus Kunststoff, der in den Körper eingeführt werden kann.
SIRT
(Selektive interne Radio-Therapie)
Therapie die durch gezieltes Einbringen von radioaktiven Stoffen die Krebszellen zerstören soll.
TACE
(Transarterielle Chemoembolisation)
Lokales Verfahren zur Behandlung von Leberkrebs, der nicht operiert werden kann. Durch gezieltes Einbringen eines Chemotherapeutikums in den Tumor und kleiner Teilchen in die Blutgefäße werden Krebszellen und deren Blutversorgung zerstört.
Tumor
(„Geschwulst“)
Lokalisierte Vermehrung von Körpergewebe durch unkontrolliertes Wachstum von gutartigen oder bösartigen Zellen. Bösartige Tumore können in umliegendes Gewebe einwachsen und in entfernte Organe streuen. Der Begriff Tumor wird auch verwendet für eine Schwellung von Gewebe z.B. durch Einlagerung von Flüssigkeit im Rahmen von Entzündungsprozessen oder Blutungen.