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Kurs Bewegungsübungen bei rheumatoider Arthritis: Lektion 1 von 6

Was sollte ich beachten?

Durch regelmäßig sportliche Betätigung können Sie dazu beitragen, Ihre rheumatische Erkrankung in Schach zu halten. Das funktioniert allerdings nur, wenn Sie einige wichtige Grundsätze beachten. Prinzipiell kommen für Sie alle Aktivitäten infrage, die Ihre Gelenke nicht übermäßig belasten. Welche sich im Einzelfall besonders gut eignen und welche weniger, klären Sie am besten mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt. In dieser Lektion erhalten Sie nützliche Trainingshinweise sowie Tipps dazu, wie Sie die Übungen in diesem Online-Kurs an Ihren Gesundheitszustand anpassen können.

Sprechen Sie Ihr Bewegungsprogramm mit Ihrem Behandlungsteam ab

Bewegungsübungen bei Rheumatoider Arthritis DownloadDamit Sie das positive Potential von Bewegung voll ausschöpfen können, ohne Ihre Gelenke zusätzlich zu belasten, ist es wichtig, enge Rücksprache mit Ihrem Behandlungsteam zu halten.

Dazu haben wir für Sie eine Übersicht über die Bewegungsübungen aus diesem Kurs gestaltet. Sie können diese ganz einfach ausdrucken und mit Ihrem Behandlungsteam absprechen, ob die einzelnen Übungen für Sie geeignet sind und ob Sie etwas Besonderes beachten sollten.

Bewegen vor Belasten

Bei Rheuma sollte gelenkschonende Bewegung im Vordergrund stehen. Schonende Sportarten (z.B. Schwimmen, Nordic Walking, Pilates) sind daher zu empfehlen. Bewegungen mit hoher Gelenksbelastung (z.b. Skifahren, Ballsportarten, Tennis, etc.) sollten Sie hingegen meiden.

In erster Linie soll Ihnen die sportliche Betätigung Spaß machen. Durch Bewegung können Sie einen aktiven Beitrag zum Erhalt Ihrer Beweglichkeit leisten, um der Krankheit nicht zu viel Raum zu geben.

Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass Sie sich beim Training nicht übernehmen. Die angegebenen Wiederholungszahlen und Serienzahlen bzw. die Dauer der Übungen sind Durchschnittswerte, an denen Sie sich orientieren können. Wie viel Sie letztendlich schaffen, hängt zum einen vom Schwierigkeitsgrad der jeweiligen Übung, zum anderen aber auch von Ihren körperlichen Voraussetzungen, Ihrem Fitness-Level und Ihrem aktuellen Gesundheitszustand ab.

  • Icon Eins

    Verzichten Sie bei starken Schmerzen auf das Training

    Bei einem akuten Schub oder starken Schmerzen sollten Sie unbedingt pausieren. Bei leichteren Schmerzen in jenen Körperbereichen, die durch eine Übung trainiert werden, sollten Sie die entsprechende Übung nicht machen. Wenn während des Trainings plötzlich Schmerzen auftreten, empfiehlt sich ein sofortiger Abbruch.

  • Icon Zwei

    Machen Sie nicht mehr, als Ihnen gut tut

    Führen Sie nur so viele Wiederholungen durch, wie Sie korrekt ausführen können. Es ist sinnvoller mit weniger Wiederholungen anzufangen, dafür die Übungen aber regelmäßig zu machen. Wenn Sie mit der Zeit merken, dass Ihnen eine Übung immer leichter fällt, können Sie nach und nach die Wiederholungszahlen bzw. die Dauer erhöhen.

  • Icon Drei

    Achten Sie auf sanfte Bewegungen

    Führen Sie die Übungen kontrolliert und langsam aus. Ruckartige Bewegungen und abrupte Seitendrehungen sollten Sie vermeiden, da diese Ihre Gelenke stark belasten. Geeignet sind alle Sportarten, die keine oder zumindest nur wenige Sprünge und Stoß- oder Drehbewegungen beinhalten. Genauere Infos darüber, welche Sportarten Sie meiden sollten und welche auch bei Rheuma gut geeignet sind, erhalten Sie im Online-Kurs „Beweglichkeit bei rheumatoider Arthritis“

Freude an der Bewegung finden

Bewegung soll Spaß machen und Freude bringen. Außerdem tut sie der Psyche gut, vor allem in der Gruppe. Wichtig ist, dran zu bleiben und auch im Alltag Bewegung zu suchen. Denken Sie aber immer daran, dass Sie Ihre Gelenke nicht zu sehr belasten sollten.

  • Bleiben Sie in Bewegung

    Bleiben Sie in Bewegung

    Viele RheumapatientInnen verzichten auf Bewegung, weil sie sich vor Schmerzen fürchten. Dadurch verschlechtert sich aber ihr Zustand. Es ist wichtig, dass Sie in Bewegung bleiben. Es muss nicht immer eine umfangreiche Trainingseinheit sein. Schon ein kleiner Spaziergang täglich verbessert Ihre Leistungsfähigkeit und tut Ihren Gelenken gut.

  • Nordic Walking, Radfahren

    Bringen Sie Abwechslung ins Spiel

    Ergänzend zum Therapiesport empfiehlt sich Bewegung in anderer Form, beispielsweise Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren. Abwechslung sorgt für mehr Spaß am Training. Nutzen Sie die Vielfalt, die Ihnen Bewegung bietet, und genießen Sie den Aufenthalt in der Natur und gemeinsame Unternehmungen mit Familie und Freunden.

  • Gemeinsamer Sport

    Gemeinsam geht‘s leichter

    Sport gemeinsam mit anderen macht besonders Spaß. Fragen Sie doch einmal bei der Rheumaliga in Ihrer Nähe nach, welche Rheumasportgruppen angeboten werden. Dort werden Sie professionell betreut und zusätzlich zum Dranbleiben motiviert.

    Aber nicht immer besteht die Gelegenheit, in einer Gruppe zu trainieren. Auch das ist kein Hindernis. Hauptsache ist, Sie bleiben aktiv. In diesem Online-Kurs lernen Sie Bewegungsübungen kennen, die Sie auch allein zu Hause ausführen und ganz nach Ihren Bedürfnissen kombinieren können.

Richtig trainieren bei Bewegungseinschränkungen

Auf regelmäßige Bewegung sollten Sie auch dann nicht verzichten, wenn Ihre Beweglichkeit durch rheumatische Beschwerden eingeschränkt ist. Bei vielen Bewegungsübungen gibt es verschiedene Varianten und Sie können sie an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen:

Sie haben Schulterprobleme und können die Arme nicht über die Schulter heben?

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, welche Übungen Sie dennoch durchführen dürfen. Oft können Sie entsprechende Übungen leicht abändern, indem Sie beispielsweise die Arme nur so weit heben, wie es für Sie ohne Schmerzen möglich ist.

Sie haben Probleme bei einbeinigen Übungen das Gleichgewicht zu halten?

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, ob Sie Gleichgewichtsübungen dennoch machen dürfen. Oft genügt es, die Gleichgewichts-Übungen leicht abzuändern, indem Sie sich seitlich festhalten, z.B. an einer Stuhllehne oder an der Wand.

Sie müssen niemandem etwas beweisen oder unbedingt mithalten. Es gibt immer Übungen die einem leichter fallen und andere, die vielleicht Probleme bereiten. Gerade bei Rheuma kann sich das auch von Tag zu Tag ändern. Hören Sie auf Ihren Körper und passen Sie die Übungen so an, dass diese Ihren Möglichkeiten gerecht werden und nicht umgekehrt.

Geprüft Mag. Simone Herzog, BSc: Stand August 2020

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Dieser Kurs ist Teil der Kursreihe „Leben mit Rheumatoider Arthritis“

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Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

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