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Kurs CLL verstehen: Lektion 4 von 6

Symptome & Risikofaktoren

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist eine Erkrankung, die sich langsam entwickelt und erst nach und nach zu Beschwerden führt. Erfahren Sie hier, welche Risikofaktoren zur Entstehung von CLL beitragen und welche Symptome die Krankheit verursacht.

Risikofaktoren für die CLL-Entstehung

Bisher sind keine genauen Ursachen der CLL bekannt. In den meisten Fällen scheinen zufällige Veränderungen an B-Zellen zur Entstehung einer CLL zu führen. Es gibt aber einige Faktoren, die das Risiko für eine CLL erhöhen können.

1. Vererbung

Wenn nahe Angehörige ein Lymphom haben, ist das Risiko für die Entwicklung einer CLL leicht erhöht.

In manchen Fällen kann die Veranlagung zur Entwicklung einer CLL vererbt werden. Wenn einer Ihrer nahen Angehörigen (Geschwister, Kinder, Eltern) eine CLL oder ein anderes Lymphom hat, haben Sie ebenfalls ein leicht erhöhtes Risiko. Das heißt jedoch nicht, dass Sie dann unbedingt ebenfalls ein Lymphom entwickeln werden.

2. Alter und Geschlecht

Das CLL-Risiko steigt mit dem Lebensalter und ist bei Männern höher als bei Frauen.

Das Risiko für eine CLL nimmt mit dem Alter zu. CLL-Patientinnen und -Patienten sind bei der Diagnose im Schnitt 70 Jahre alt. Männer haben ein höheres Risiko, eine CLL zu entwickeln. Sie erkranken fast doppelt so oft wie Frauen.

3. MBL (Monoklonale B-Lymphozytose)

Pro Jahr entwickelt sich ein Prozent der MBL-Fälle zu einer CLL.

Monoklonal bedeutet: Bezogen auf einen einzigen Zellklon. Bei etwa fünf Prozent aller über 60-Jährigen lässt sich eine MBL (monoklonale B-Lymphozytose) nachweisen. Dabei handelt es sich um eine Vermehrung von B-Lymphozyten, die keine Beschwerden verursacht. Die MBL kann aber in eine CLL übergehen. Das Risiko ist jedoch sehr gering. Pro Jahr entwickelt sich nur einer von 100 MBL-Fällen zu einer CLL.

4. Infektionen und geschwächtes Immunsystem

Ein stark geschwächtes Immunsystem (HIV, Immunsuppression) erhöht das CLL-Risiko.

Das Risiko für CLL ist erhöht, wenn das Immunsystem stark geschwächt ist. Das ist bei HIV-Erkrankten der Fall oder bei Menschen, die immunsuppressive Medikamente erhalten (zum Beispiel nach einer Organtransplantation). Aktuell wird erforscht, ob auch bestimmte Viren wie das Epstein-Barr-Virus (EBV) eine CLL-Entstehung begünstigen können. Studien deuten darauf hin, dass chronische Infektionen und Autoimmunerkrankungen ebenfalls mit CLL verknüpft sind.

Symptome der CLL

CLL beginnt mit der Veränderung einer einzigen B-Zelle, die zur Krebszelle wird und sich vermehrt. Im Gegensatz zu gesunden B-Zellen erfüllen die CLL-Zellen keine natürliche Funktion mehr im Immunsystem. Nach und nach verdrängen diese funktionslosen, aber sehr widerstandsfähigen Zellen immer mehr die gesunden B-Zellen. CLL wächst langsam und ist anfangs oft über einen langen Zeitraum völlig symptomfrei.

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ATONC161182-2016-12-20 | Geprüft Univ.-Prof. Dr. Ulrich Jäger: Stand 23.03.2017

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.