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Kurs Darmkrebs verstehen: Lektion 6 von 8

Diagnose von Darmkrebs

Wurde ein Darmkrebs diagnostiziert oder liegt ein konkreter Verdacht auf einen Tumor im Darm vor, werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Dabei wird zunächst abgeklärt, ob es sich wirklich um einen bösartigen Tumor oder um gutartige Vorstufen handelt. Es wird außerdem untersucht, wo genau der Tumor liegt, wie weit fortgeschritten die Erkrankung ist und wie der sonstige gesundheitliche Zustand der Patientin/des Patienten ist.

Methoden und Untersuchungen

Wird ein kolorektales Karzinom vermutet, bildet die Ärztin/der Arzt sich durch weiterführende Untersuchungen ein genaues Bild der Erkrankung. Dazu gehören folgende Untersuchungen:

Darmspiegelung (Koloskopie)

Ein biegsames, schlauchförmiges Endoskop wird durch den After in den vorher entleerten Darm eingeführt. Das Instrument liefert Live-Bilder aus dem Darminneren. Mit keiner anderen Untersuchungsmethode ist es möglich, die Darmschleimhaut so umfassend und genau zu betrachten. Ein weiterer Vorteil der Darmspiegelung: Mit dem Endoskop können auch Gewebeproben entnommen und Darmpolypen entfernt werden.

Virtuelle Koloskopie

In manchen Fällen ist eine Darmspiegelung nicht möglich, zum Beispiel direkt nach einer Operation oder wenn ein Tumor den Darm komplett blockiert. In diesem Fall ist in spezialisierten Kliniken eine virtuelle Koloskopie möglich. Dabei wird die Darmwand mittels einer Computertomographie (CT) betrachtet. Als generelle Alternative für die Darmspiegelung eignet sich die virtuelle Koloskopie aber in der Regel nicht, da keine Proben entnommen werden können und keine Polypen abgetragen werden können.

Kapselkoloskopie

Eine ganz neue Alternative zur Darmspiegelung stellt die Kapselkoloskopie dar. Dabei wird ein winziges, kapselförmiges Gerät geschluckt, das während der Passage durch den Verdauungstrakt Bilder aufnimmt, aber den Richtlinien nach sollte diese Methode nicht für die Darmkrebsvorsorge eingesetzt werden.

Biopsie (Gewebeprobe)

Bei einer Biopsie wird Gewebe entnommen. Das geschieht bei Darmkrebs normalerweise im Rahmen einer Darmspiegelung. Ein Labor analysiert die Probe und kann exakte Aussagen machen: Sind die Zellen in der Probe gut- oder bösartig? Handelt es sich um einen aggressiven oder eher langsam wachsenden Krebs?

Laborwerte / Blutuntersuchung

Bei Verdacht auf Darmkrebs liefern Blutwerte der Ärztin/dem Arzt viele wichtige Zusatzaussagen über die Funktion der Organe (zum Beispiel Niere und Leber), über die Blutgerinnung, über eine mögliche Blutarmut, das Immunsystem oder das Vorliegen von Entzündungen. Die Werte helfen bei der weiteren Planung von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen.

Ultraschall (Sonographie)

Der Ultraschall ist eine schonende Untersuchungsmethode, die mittels Schallwellen Bilder aus dem Körperinneren liefert. Bei Verdacht auf Darmkrebs kann Ultraschall eingesetzt werden, um Lymphknoten oder Organe wie Milz, Leber, Gallenblase und Nieren zu betrachten und auf Veränderungen zu untersuchen.

Röntgen

Ein Röntgenbild des Brustkorbs kann dazu dienen, mögliche Metastasen in der Lunge oder in Lymphknoten auszuschließen. Ist keine Darmspiegelung möglich, können Röntgenbilder des Darms nach einem Einlauf mit einem Röntgenkontrastmittel eine alternative Untersuchungsmethode sein.

Bildgebende Verfahren (CT, MRT, PET)

Eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) liefert hochauflösende Schnittbilder des Körpers. Damit lässt sich besonders gut nachweisen, ob der Krebs sich außerhalb des Darmes ausgebreitet hat. Eine Spezialform der CT ist die PET-CT (auch PET-Scan genannt), bei der mithilfe einer leicht radioaktiven Lösung Einzelheiten noch deutlicher dargestellt werden.

Geprüft Dr. med. Lariza Dzirlo: Stand 9.10.2016

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