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Kurs Hämorrhoiden verstehen: Lektion 2 von 6

Symptome & Diagnose von Hämorrhoiden

Treten Hämorrhoiden-Symptome auf, ist die Abklärung beim Arzt sehr wichtig. Viele Menschen mit Hämorrhoiden warten jedoch oft zu lang, ehe sie zum Arzt gehen. Dabei könnte ihnen schon viel früher geholfen werden. Wenn Sie Symptome haben, gehen Sie daher schnell zum Arzt, lassen Sie die Ursachen abklären und lassen Sie sich von professioneller Seite helfen.

Erfahren Sie hier, woran Sie Hämorrhoiden erkennen und bei welchen Symptomen ein Arztbesuch nicht hinausgezögert werden sollte.

Symptome von Hämorrhoiden

Diese typischen Symptome können Hinweise auf Hämorrhoiden sein:

Blut am Stuhl oder am Toilettenpapier

Hellrotes (arterielles) Blut ist oft das erste Anzeichen für Hämorrhoiden. Dunkelrotes Blut weist hingegen eher auf andere Darmerkrankungen hin. Entdecken Sie Blut am Stuhl, am Toilettenpapier oder als Tropfen in der Toilette, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären lassen. Sehr selten kann die hellrote Blutung massiv sein. Das wirkt bedrohlich, ist aber im Grunde meist harmlos.

Fremdkörpergefühl

Bei Hämorrhoiden ist manchmal ein Fremdkörpergefühl spürbar, oft besonders während des Stuhlgangs. Dieses Druck- oder Fremdkörpergefühl kann ein Hinweis auf Hämorrhoiden sein.

Jucken, Brennen oder Nässen

Typisch ist bei größeren Hämorrhoiden ein starkes Jucken, manchmal auch ein Brennen, Nässen und eine Irritation der Haut im Analbereich.

Symptome im fortgeschrittenen Stadium

Im weit fortgeschrittenen Stadium kann man Hämorrhoiden manchmal selbst als Vorwölbungen ertasten. Schließt das Hämorrhoidalgewebe aufgrund sehr großer Hämorrhoiden den Darmausgang nicht mehr dicht ab, kann es auch zu einer leichten Stuhlinkontinenz kommen.

Hämorrhoiden können sich bisweilen in akuten Attacken äußern, die immer wiederkehren. Akut vergrößerte Hämorrhoiden enthalten zahlreiche winzige Blutgerinnsel – das Gewebe ist geschwollen und dann oft äußerst schmerzhaft. Dies nennt man „akute Hämorrhoidalthrombose“.

Diagnose: So weist der Arzt Hämorrhoiden nach

Hämorrhoiden sollten nie auf Verdacht hin selbst behandelt werden. Wichtig ist, dass der Arzt andere Ursachen für die Beschwerden ausschließt, die auch anders behandelt werden müssen. Das kann eine Analfissur oder im schlimmsten (seltenen) Falle eine schwere Erkrankung wie Darmkrebs sein.

So läuft die Diagnose von Hämorrhoiden ab:

Anamnese

In einem ausführlichen Gespräch klärt der Arzt die Krankengeschichte und aktuelle Beschwerden ab.

Tastuntersuchung

Der Arzt tastet mit einem Finger den Enddarm ab, wobei auf den Untersuchungshandschuh ein Gel aufgebracht ist. Die Untersuchung ist zwar unangenehm, aber in der Regel schmerzfrei. Haben Sie Angst davor, dann sprechen Sie den Arzt darauf an. Er kann dann besonders schonend vorgehen oder den zu untersuchenden Bereich sogar mit einer Salbe leicht betäuben.

Weiterführende Untersuchungen

Selbst wenn das Austasten des Analkanals einen unauffälligen Befund ergibt, sollte immer eine Spiegelung des Enddarms (= Mastdarm = Rektum) folgen. Für die Proktoskopie (Analkanalspiegelung) und Rektoskopie (Enddarmspiegelung), die eine weiterführende Diagnose ermöglichen, verwendet man starre Endoskope, die wie der tastende Finger empfunden werden und daher ebenfalls keine Schmerzen verursachen sollten.

Einteilung der Hämorrhoiden nach dem Schweregrad

Hämorrhoiden lassen sich in vier verschiedene Schweregrade einteilen:

Hämorrhoiden Grad 1

Die Hämorrhoiden lassen sich mit dem Finger nicht ertasten, entsprechen in ihrer Größe oft dem normalen Hämorrhoidalring oder lassen sich als leichte Vorwölbungen mit einem Proktoskop bei einer Spiegelung des Analkanals erkennen. Hämorrhoiden ersten Grades machen kaum Beschwerden, können aber etwas hellrotes Blut absondern, das auf dem Stuhl oder am Toilettenpapier sichtbar ist.

Hämorrhoiden Grad 2

Die Hämorrhoiden können sich beim Stuhlgang minimal nach außen wölben, ziehen sich aber binnen Kurzem von alleine zurück. In diesem Stadium können Juckreiz, Blutungen oder ein Brennen auftreten.

Hämorrhoiden Grad 3
Die Hämorrhoiden wölben sich beim Stuhlgang oder bei starker körperlicher Anstrengung nach außen und ziehen sich nicht mehr oder nur allmählich von selbst zurück. Sie können jedoch mit dem Finger zurückgeschoben (=reponiert) werden. Es können jetzt stärkere Beschwerden wie Druckgefühl, Nässen, Blutungen sowie Schleim- oder Kotspuren in der Unterwäsche auftreten.

Hämorrhoiden Grad 4

Hämorrhoiden vierten Grades treten dauerhaft nach außen und lassen sich nicht zurückdrücken. Die Symptome der permanent vorgefallenen (= prolabierten) Hämorrhoiden sind ähnlich jenen des 3. Grades, nur unter Umständen stärker und dauerhaft.

Geprüft Univ.-Prof. Dr. Max Wunderlich FRCS: Stand Dezember 2017

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.