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Kurs Hämorrhoiden verstehen: Lektion 5 von 6

Vorbeugung von Hämorrhoiden

Kann man Hämorrhoiden verhindern?

Über lange Zeit waren Ärzte und Gesundheitsexperten sich sicher, dass Verstopfungen und zu starkes Pressen beim Stuhlgang zu den Hauptursachen für Hämorrhoiden gehören. Doch heute zweifeln immer mehr Studien dies an. Viele Spezialisten gehen heute davon aus, dass man vorbeugend nur wenig gegen Hämorrhoiden tun kann.

Wir haben im Folgenden einige neue Studienergebnisse und Tipps zusammengestellt. Damit können Sie Ihre Darmgesundheit in jedem Fall unterstützen.

Stuhlgewohnheiten

Fast überall liest man auch heute noch, dass Verstopfung und starkes Pressen Hämorrhoiden begünstigen. Ob dieser Faktor wirklich eine so große Rolle spielt, ist bei Experten jedoch umstritten. Vorhandene Hämorrhoiden machen sich allerdings oft besonders deutlich bemerkbar, wenn Betroffene beim Stuhlgang stark pressen müssen. Leichte Blutungen und der Vorfall der Hämorrhoiden (das Hervortreten aus dem Analkanal) können dadurch begünstigt werden.

In der Frage, ob Verstopfung auch ursächlich die Bildung von Hämorrhoiden beeinflusst, kommen selbst Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen. Das heißt, Sie sollten sich keine zu großen Sorgen machen oder gar vorsorglich zu häufig auf Abführmittel zurückgreifen, wenn Sie Verstopfung haben. Einige generelle Tipps zur Ernährung (siehe unten) können aber helfen, damit der Stuhl weicher wird und einer Verstopfung vorgebeugt wird.

Bewegung

Regelmäßig Bewegung und Sport wirken sich grundsätzlich positiv aus. Bei Gesunden genauso wie bei Menschen mit unterschiedlichsten Erkrankungen. Sport baut Muskeln auf, unterstützt das Herz-Kreislauf-System und senkt das Risiko für eine Vielzahl von Beschwerden (zum Beispiel Rückenschmerzen). Falls das als Motivation noch nicht ausreicht, kommt noch hinzu: Bewegung regt auch die Darmtätigkeit an. So bessern sich Verstopfungen und Stuhlunregelmäßigkeiten.

Bei bereits vorhandenen Hämorrhoiden sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, ob Sie bestimmte Sportarten meiden sollten. Grundsätzlich trägt jedoch regelmäßige Bewegung zu einer gesunden Darmfunktion bei. Bei Frauen kann auch ein Training des Beckenbodens einen positiven Einfluss haben.

Ernährung und Gewicht

Viele Tipps zur Ernährung bei Hämorrhoiden basieren auf der Annahme, dass eine Verstopfung unbedingt verhindert werden sollte. Wie oben beschrieben sieht man das heute oft weniger kritisch. Grundsätzlich ist eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse und eine ausreichende Trinkmenge aber immer sinnvoll. Das Deutsche Krebsforschungszentrum empfiehlt eine solche ballaststoffreiche Ernährung zum Beispiel zur Senkung des Darmkrebsrisikos.

Eine ausgewogene und nicht zu fettreiche Ernährung kann zudem dazu beitragen, kein Übergewicht zu entwickeln. Eine österreichische Studie zeigt, dass ein höherer BMI (Body-Mass-Index) einen Risikofaktor für das Auftreten von Hämorrhoiden darstellt. Da Übergewicht auch noch eine Reihe anderer negativer Auswirkungen, zum Beispiel auf das Herz-Kreislauf-System und den Blutdruck, haben kann, schlagen Sie damit mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Geprüft Univ.-Prof. Dr. Max Wunderlich FRCS: Stand Dezember 2017

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.