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Kurs Mundtrockenheit und Entzündungen im Mund: Lektion 2 von 7

Behandlung der Mundtrockenheit

Da sich geschädigtes Speicheldrüsengewebe durch eine Behandlung nicht therapieren lässt, setzt die Medizin auf lindernde Maßnahmen. Diese sollen Komplikationen verhindern und zugleich Folgeschäden vermeiden. Eine pauschale Vorgehensweise, die allen Patienten gleichermaßen hilft, gibt es jedoch nicht. Bei den hier aufgeführten Verfahren handelt es sich deshalb lediglich um Anregungen.

Speicheldrüsenstimulierende Maßnahmen

Speicheldrüsenstimulierende Methoden eignen sich nur für Patienten, die noch über zumindest teilweise funktionierende Speicheldrüsen verfügen. Anregen lässt sich die Speichelproduktion sowohl durch Medikamente als auch durch orale Stimulation.

Ein Beispiel für ein im ganzen Körper wirkendes Arzneimittel ist die in Tablettenform erhältliche Substanz Pilocarpin. Diese regt den Speichelfluss an, indem sie das vegetative Nervensystem beeinflusst. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn Sie unter Asthma, COPD, grünem Star oder Herzerkrankungen leiden. Das Mittel kann die Symptome dieser Erkrankungen verstärken. Informieren Sie Ihren Arzt deshalb unbedingt über bestehende Begleiterkrankungen.

Zur oralen Stimulation der Speichelproduktion können Sie zuckerfreien Kaugummi und getrocknetes Obst kauen oder Bonbons und Ähnliches lutschen. Allerdings gibt es keinen Beweis dafür, dass sich die Mundtrockenheit durch diese Maßnahmen nachhaltig bessert. Nicht verwenden sollten Sie zucker- oder säurehaltige Produkte oder Bonbons mit scharfen Kanten. Diese könnten Ihre Zähne und die Mundschleimhaut schädigen.

Speichelersatz

Haben Ihre Speicheldrüsen die Funktion komplett eingestellt, besteht die Möglichkeit, künstlichen Speichel einzusetzen. Dieser ähnelt in seiner Zusammensetzung der natürlichen Spucke.

Den Speichelersatz gibt es in Form von Sprays, Mundgels und Mundspülungen. Allerdings empfinden nicht alle Patienten diese Mittel als angenehm. Oft wirken diese auch nur kurz. Leiden Sie vor allem nachts unter Mundtrockenheit, sollten Sie sich darüber informieren, wie lange der lindernde Effekt voraussichtlich anhält.

Einige der Produkte können Sie sich von Ihrem Arzt verschreiben lassen. Die Krankenkassen übernehmen dann die Kosten bis auf die Zuzahlung. Andere sind hingegen nicht über Rezept erhältlich. Für diese müssen Sie selbst aufkommen. Sind Sie sich hinsichtlich einzelner Präparate nicht sicher, sollten Sie Ihren Arzt, Apotheker oder Ihre Krankenkasse zurate ziehen. Wenn Sie privat versichert sind, ist es ebenfalls ratsam, sich bei Ihrer Versicherung bezüglich der Kostenübernahme erkundigen.

Geprüft Dr. med. Lariza Dzirlo: Stand 9.10.2016

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.