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Kurs Rheumatoide Arthritis im Alltag: Lektion 4 von 7

Einkaufstipps bei rheumatoider Arthritis

„Welches Bett eignet sich für PatientInnen mit rheumatoider Arthritis am besten?“, „Was sollten Menschen mit Rheuma beim Schuhkauf beachten?“ und „Kann ich statt langweiliger medizinischer Schienen auch Modelle von spezialisierten Schmuckdesignern verwenden?“ In dieser Lektion und dem dazugehörigen Video geben wir Ihnen nützliche Tipps rund ums Einkaufen von Bett, Schuhen, Schienen und Bandagen.

Unabhängig davon, was Sie einkaufen, eine Reihe allgemeiner Einkaufstipps sollten Sie stets beherzigen:

Alles im Griff

Ob Besteck, Schreibutensilien oder Hilfsmittel – dicke und ergonomisch geformte Griffe sind besser als dünne Griffe. Griffverdickungen können auch unangenehme Vibrationen, etwa von elektrischen Zahnbürsten, dämpfen. Außerdem sind Gegenstände wie Pfannen mit zwei Griffen solchen mit nur einem Griff vorzuziehen, da sich dadurch das Gewicht besser verteilen lässt.

Sesam öffne dich

Egal ob Kleidung oder Bettwäsche, idealerweise lassen sich diese einfach überziehen, ohne verschlossen und geöffnet werden zu müssen. Falls doch nötig, sind Gummiband oder Klettverschluss kleinen Knöpfen vorzuziehen. Falls sich Knöpfe nicht vermeiden lassen, kann eine Zuknöpfhilfe unterstützen.

Zusätzlicher Antrieb

Ob Zahnbürste oder Pfeffermühle – viele ungünstige Bewegungen lassen sich durch Alternativen mit elektrischem Antrieb vermeiden. Falls Ihnen das Rausziehen des Steckers aus der Steckdose Probleme bereitet, können Servicesteckdosen oder Zughilfen für Netzstecker Abhilfe schaffen.

Geringer Kraftaufwand

Achten Sie beim Einkauf darauf nicht zu schwer zu tragen. Tragen Sie nichts, was sich schieben oder rollen lässt und gehen Sie lieber zweimal, anstatt große Einkäufe auf einmal zu tragen. Ein Einkaufstrolley leistet ebenso gute Dienste.

Wie kann ich trotz Rheuma gut schlafen?

Viele Menschen mit rheumatoider Arthritis leiden unter Schlafstörungen, da eine aktive Entzündung und die damit verbundenen Schmerzen sie nicht zur Ruhe kommen lassen. Umso wichtiger ist es, ein bequemes Bett zu haben, das maximalen Komfort bietet.

Das A und O ist eine gute Matratze, die optimal an das eigene Körpergewicht und die bevorzugte Schlafposition angepasst ist. Kalt- oder Viscoschaummatratzen eignen sich meist besser als Federkernmatratzen, da sie hinsichtlich der Punktelastizität besser abschneiden und den Kopf, die Schulterpartien und das Becken optimaler unterstützen. Die mit 60 bis 70 Zentimetern ideale Einstiegshöhe bieten Boxspringbetten mit integrierter Matratze. Hilfreich können auch elektrisch verstellbare Lattenroste sein, mit denen sich schmerzende Beine und Füße auf Knopfdruck höher lagern und steife Gelenke am Morgen häufig vermeiden lassen.

Da jeder gutes Liegen anders empfindet, ist es ratsam, sich zunächst einen Überblick über das Angebot zu verschaffen und dann „Probeliegen“ zu gehen. So finden Sie am besten heraus, ob sie sich auf einer Matratze wohlfühlen oder nicht.

Worauf sollte ich beim Schuhkauf achten?

Menschen mit Rheuma haben es beim Schuhkauf nicht leicht. Handelsübliche Schuhe weisen oft nicht die richtige Passform auf, können drücken und sogar die Schmerzen verschlimmern. Das gilt insbesondere für PatientInnen, die bereits unter Deformationen wie einem Einsinken des Längsgewölbes, einer Spreizung des Vorfußes, Zehenfehlstellungen oder dem Einknicken des Rückfußes leiden. In genannten Fällen können Funktionsschuhe, maßgefertigte Schuheinlagen oder individuell angepasste orthopädische Schuhe Abhilfe schaffen.

Beim Schuhkauf sollten Sie insbesondere folgende Tipps beherzigen:

  • Ihre Füße dehnen sich im Laufe des Tages aus. Kaufen Sie Ihre Schuhe deshalb besser nachmittags oder abends.
  • Meiden Sie High Heels. Pumps und Stöckelschuhe sollten eine maximale Absatzhöhe von 3-5 Zentimetern haben.
  • Bevorzugen Sie natürliche Materialien. Echtes Leder ist luftdurchlässig und absorbiert die Feuchtigkeit besser als synthetische Werkstoffe.
  • Optimal sind Schuhe mit stabiler Sohle und einer stabilen, hohen Fersenkappe.
  • Slipper oder Schuhe mit Klettverschluss sind meist einfacher zu handhaben. Falls Sie nicht auf Schuhe mit Bändern verzichten wollen, können elastische Schuhbänder unterstützen.

Welche Vorteile haben individuell gefertigte Schienen?

Keine Hand gleicht der anderen und die rheumatoide Arthritis ist bei jeder Patientin/jedem Patienten unterschiedlich ausgeprägt. Deshalb werden Fertigschienen aus dem Orthopädiefachhandel den individuellen Bedürfnissen meist nur unzulänglich gerecht. Grundsätzlich sollten Schienen so gut passen, dass Sie diese je nach Bedarf und Indikation in Funktion, in Ruhe, tagsüber und auch nachts problemlos tragen können. Besser als die Standardmodelle sind individuell gefertigte Schienen aus thermoplastischem Material, die von ErgotherapeutInnen genau an Ihre Hände angepasst werden.

Auch wenn medizinische Fingerschienen und Orthesen eine wichtige Unterstützung bei Rheuma bieten können, ziehen manche RheumapatientInnen diese nur ungern an. Außerhalb akuter Schübe können Schienen von spezialisierten SchmuckdesignerInnen als Alternative dienen. Diese sind oft kaum von normalen Schmuckringen zu unterscheiden. Wichtig ist dabei, dass diese anatomisch korrekt angepasst und leicht abnehmbar sind sowie ausreichend Auflagefläche bieten. Vorzuziehen sind jedoch definitiv medizinische Schienen. Vielleicht gelingt es Ihnen ja, diese mit Nagellack oder Strass-Steinchen etwas aufzuhübschen.

Wussten Sie schon

Ob Bettwäsche, Schuhe oder Schienen – achten Sie darauf, dass sich die Gegenstände möglichste einfach öffnen und schließen lassen und dass sie an Ihre persönliche Krankheitssituation angepasst werden können.

Geprüft Cornelia Kolar: Stand Juli 2018 | PP-BA-AT-0234 Oktober 2018

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