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Kurs Rheumatoide Arthritis im Alltag: Lektion 3 von 7

Hilfsmittel selber machen

Nicht immer müssen es gleich teure gekaufte Hilfsmittel sein. Oftmals genügen schon kleine Adaptionen an Alltags- oder Haushaltsgegenständen, um sich als RheumapatientIn das Leben zu erleichtern. Ein Beispiel hierfür ist Ihr vorhandenes Besteck, das sich mit Moosgummischläuchen um die Griffe exakt an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen lässt. Neben solchen kleinen Helfern können Ihnen auch diverse Veränderungen und Anpassungen im Wohnumfeld eine große Erleichterung verschaffen.

Analysieren Sie Ihre Wohnsituation

Ein nicht angepasster Wohnraum führt nicht selten zur Einschränkung der Beweglichkeit und damit zum Verlust der persönlichen Freiheit. Viele RheumapatientInnen wagen sich kaum noch aus dem Haus, weil sie Stufen überwinden müssen und ihnen das Treppensteigen schwerfällt. Manchmal sind auch die Hygiene, die Körperpflege und die Ernährung erschwert, weil Verpackungen mit gewissen Bewegungseinschränkungen nicht mehr zu öffnen oder manche Geräte nicht mehr zu bedienen sind.

Gehen Sie am besten von Raum zu Raum und suchen Sie bewusst nach Schwachstellen, die irgendwann einmal zum Problem werden können. Viele davon lassen sich relativ einfach und kostengünstig beseitigen.

Analyiseren Sie den Wohnraum Analysieren Sie den Wohnraum

Schwellen überwinden

Sollten Sie auf Gehhilfen angewiesen sein, wird sogar die kleinste Türschwelle zum Hindernis. Abhilfe schaffen Schwellenkeile, die mit etwas handwerklichem Geschick auch selbst gebaut werden können. Am sichersten hält ein solcher Keil, wenn er mit Schrauben an der Schwelle befestigt wird. Ist das nicht möglich, kann man ihn auch mit doppelseitigem Klebeband am Boden fixieren.

Zusätzlichen Handlauf anbringen

Treppen lassen sich nicht einfach aus dem Weg schaffen und für einen Treppenlift müssen Sie ziemlich tief in die Tasche greifen. Hier kann es hilfreich sein, einen zweiten Handlauf anzubringen, damit Sie sich sowohl beim Hoch- als auch beim Hinuntersteigen mit Ihrem stärkeren Arm oder sogar beidhändig festhalten können. Das dafür benötigte Zubehör bekommen Sie zum kleinen Preis in jedem Baumarkt.

Sofa erhöhen

Sie kommen kaum noch vom Sofa hoch, möchten sich aber kein neues kaufen? Ein Podest lässt sich recht einfach aus passend zurechtgeschnittenen Europaletten bauen und mit einem Stoff verkleiden. Mit ein paar kräftigen HelferInnen bringen Sie so das Sitzmöbel innerhalb kürzester Zeit auf eine bequemere Höhe. Denselben Effekt erzielen Sie mit höhenverstellbaren Möbelfüßen, die es in unterschiedlichsten Ausführungen gibt.

Bad mit Haltegriffen ausstatten

Haltegriffe an den richtigen Stellen bieten Sicherheit und Unterstützung beim Aufstehen vom WC, beim Einstieg in die Badewanne oder beim Duschen. Ideal sind großzügige L-förmige Griffe mit nicht zu geringem Durchmesser. Grundsätzlich ist es ratsam, auch die Badetuchstange und die Duschgleitstange durch Modelle mit Haltegriffqualität zu ersetzen.

Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt

Neben den im Video genannten Ideen, gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, um Haushaltsgegenstände auf einfache Weise umzufunktionieren. Praktisch und nützlich sind beispielsweise:

  • Neben Malerrollen können auch Teigschaber als Eincremehilfe dienen.
  • Schwer gängige Fenster- und Türgriffe lassen sich mit Installationsrohren als Hebel zum Aufstecken leichter öffnen.
  • Die Griffe von Haarbürsten oder Kämmen können Sie mit Kunststoffrohren verlängern.
  • Ein Pfannenwender oder ein stabiler Kochlöffel mit gerader Kante kann beim Bettenmachen dabei helfen, das Laken zwischen Bettkante und Matratze zu schieben.

Fragen Sie andere RheumapatientInnen, welche Tipps sie haben und lassen Sie gemeinsam Ihrer Kreativität freien Lauf.

Wussten Sie schon

Manch ein Hilfsmittel aus dem Fachhandel lässt sich mit etwas Kreativität und Geschick leicht mit kostengünstigen Mitteln nachbauen. Wertvolle Tipps und Anleitungen hierfür liefern unter anderem ErgotherapeutInnen und Selbsthilfegruppen.

Geprüft Cornelia Kolar: Stand Juli 2018

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