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Kurs Rheumatoide Arthritis im Alltag: Lektion 6 von 7

Erfahrungsbericht Gertraud Schaffer

Das Fachwissen von Ärzten und anderen Experten ist wichtig für das Verständnis der eigenen Erkrankung. Doch von Zeit zu Zeit können nur Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen dabei helfen, dass man sich verstanden und nicht ganz so allein gelassen fühlt.

Gertraud Schaffer ist Präsidentin der Österreichischen Rheumaliga und selbst seit vielen Jahren Rheumapatientin. Im folgenden Video erzählt sie Ihnen welche Hilfsmittel ihr den Alltag erleichtern und wie sie trotz ihrer Erkrankung mobil bleibt.

Video Transkript

Welche Hilfsmittel erleichtern Ihnen den Alltag?

Im Alltag verwende ich einige Hilfsmittel, zum Beispiel mein Messer, das schenkelgerade ist. Damit kann ich sehr gut schneiden und brauche das Gelenk nicht zu bewegen. Ich habe meinen elektrischen Dosenöffner, meine elektrische Brotmaschine. Ich habe mir auch angewöhnt, nur mehr Bettwäsche zu kaufen mit einem Reißverschluss. Damit tue ich mir viel leichter, weil man ja mit den Fingern nicht so gut die Knöpfe zumachen kann. Ich hab mir auch einen WC Aufsatz zugelegt, damit ich besser aufstehen kann. Heuer habe ich mir auch das Bad umgebaut und mir eine Dusche einbauen lassen, das behindertengerecht ist. So habe ich nicht mehr das Problem, von der Badewanne nicht mehr rauszukommen.

Welche Rolle spielt das Auto in Ihrem Leben?

Das Auto ist für mich ein Gebrauchsgegenstand, der sehr wichtig ist. Es transportiert mich von A nach B, aber ganz besonders auch alles, was ich tragen muss, da ich das nicht so gut tragen kann, da ich in den Händen die Schwäche habe, auch in den Füßen, und deshalb nicht so gut laufen kann. Und da ist natürlich das Auto sehr praktisch. Und wie ich schon vorhin gesagt habe: Ich bemühe mich zwar sehr, dass ich Bewegung mache. Aber ohne das Auto könnte ich meine ganzen Einkäufe nicht tätigen. Dort würde ich fremde Hilfe brauchen. Und ich brauche auch von meinen Selbsthilfegruppen her immer wieder sehr viel Material, Papier, Info-Material, das sehr schwer ist. Deshalb könnte ich mir ohne Auto gar nicht vorstellen, wie das möglich wäre. Da wäre ich wirklich sehr viel auf fremde Hilfe angewiesen.

Haben Sie Ihr Auto aufgrund der Krankheit angepasst?

Ich habe mir ein Auto gekauft, das schon einmal höher ist. Das ist für mich zum Ein- und Aussteigen sehr praktisch. Dann hab ich mir ein Automatik-Auto zugelegt, was zuerst belächelt wurde: „Für was brauchst du ein Automatik- Auto?“ Ich habe aber nach zwei Jahren eine Knie-Prothese bekommen. Und da hat mir das Auto sehr dabei geholfen, weil ich täglich in die Therapie fahren konnte. Mein linker Fuß war ja frei. Den brauchte ich ja nicht. Und wenn ich das nicht gehabt hätte, hätte ich das auch nicht machen können. Und ich bin heute froh, dass ich das habe. Ich könnte mir gar nichts Anderes und nichts Besseres vorstellen.

Wie haben Sie Ihre Ernährung angepasst?

Nach einer Zeit meiner Erkrankung stellte ich mir natürlich auch die Frage, ob Ernährung eine große Rolle spielen könnte oder überhaupt eine Rolle spielt in meiner Erkrankung. Und so habe ich begonnen, mich vegan zu ernähren. Das Ganze hat circa eineinhalb Jahre bis zwei Jahre gedauert. Ich habe aber bemerkt, dass es für mich nicht das war, was ich mir vorgestellt hatte. Mein Krankheitsbild wurde immer wieder schlimmer. Aber heutzutage schaue ich drauf, dass ich mich regional ernähre, Produkte vom Bauern hole, soweit es geht. Ich bin ja in der glücklichen Lage, am Land zu leben. Ich versuche, viel Obst und Gemüse zu essen, zweimal bis dreimal die Woche Fisch. Ja, was halt sonst gesund ist noch dazu, und wenig Alkohol, wenig Süßes. Da kann ich mich weniger zurückhalten. Das brauche ich manchmal. „Das ist mein Nervenfutter“, sage ich immer. Aber ansonsten versuche ich, mich gesund zu ernähren.

PP-BA-AT-0234 Oktober 2018

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Rheumatoide Arthritis im Alltag
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