selpers
Zurück zur Kursübersicht

Kurs Rheumatoide Arthritis im Alltag: Lektion 5 von 7

Mobil bleiben bei rheumatoider Arthritis

Ein aktives Leben wirkt sich nicht nur positiv auf das allgemeine Wohlbefinden aus, es stärkt auch den Körper und das Abwehrsystem und hält Funktionseinbußen auf. Ein Gehstock oder ein Rollator können Ihnen helfen, auch mit rheumatoider Arthritis und steifen Gelenken am Morgen mobil zu bleiben. Solange die Bewegungseinschränkungen nicht zu groß sind, dürfen sie natürlich auch weiterhin Auto fahren. Was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie in dieser Lektion.

Wie können Sie Ihr Auto Rheuma-tauglich machen?

Mittlerweile gibt es viele Hilfsmittel, mit denen sich Ihr Fahrzeug individuell an Ihre speziellen Bedürfnisse anpassen lässt. Ein Drehkissen oder der Einsatz einer Auto-Einsteig- bzw. Aussteighilfe erleichtern beispielsweise das Ein- und Aussteigen, während ein Keilkissen Missempfindungen in den Beinen und Schmerzen an der Wirbelsäule vermeiden hilft.

Ist Ihnen das Lenkrad zu dünn, sind ein Lenkradfell oder ein Lederbezug nützlich, die das Lenkrad dicker und griffiger machen. Handgelenkbandagen oder Ledermanschetten vereinfachen das Lenken.

Einschränkungen im Bereich der Halswirbelsäule lassen sich mit einem zweiten Außenspiegel gut kompensieren. Bei längeren Fahrten können Sie, sofern vorhanden, den Tempomat einschalten, um Ihre Beine zu entlasten.

Bei längeren Fahrten sollten Sie außerdem regelmäßig eine Pause machen. Mit einigen einfachen Übungen können Sie Ihre Fahrpause ganz leicht aktiv gestalten und Ihren ganzen Körper durchbewegen.

Was sollten Sie beim Autokauf beachten?

Steht ohnehin die Neuanschaffung eines Autos an, empfiehlt es sich, auf ein Fahrzeug mit Automatikgetriebe umzusteigen. Keine Kupplung mehr treten zu müssen, bedeutet eine maßgebliche Entlastung Ihres linken Sprunggelenks. Ohne Gangschaltung hat außerdem Ihr rechter Ellbogen mehr Ruhe. Besonders wohl fühlt sich dieser auf einer Mittelarmlehne, die zusätzlich Ihre Schultern entlastet.

Ein etwas höherer Einstieg ermöglicht es Ihnen ein- und auszusteigen, ohne Ihre Knie und Ihre Hüften unnötig zu belasten. Weitere Erleichterungen sind ein Keyless-System, mit dem Sie das Auto öffnen und sogar starten können, ohne einen Schlüssel zu drehen, und eine auf Knopfdruck schließende Heckklappe.

Sehr angenehm bei Arthroseschmerzen in der Lendenwirbelsäule sind beheizbare Sitze. Bei Rheuma in den Händen kann ein beheizbares Lenkrad Linderung verschaffen. Sind Sie in der Kopfdrehung eingeschränkt, ist eine Rückfahrkamera hilfreich.

Wann sollten Sie auf das Autofahren verzichten?

Sind die Einschränkungen durch die rheumatoide Arthritis zu stark geworden, kann es sein, dass Sie das Fahren aufgeben müssen, um nicht sich selbst und andere zu gefährden. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, Ihre Ärztin/Ihren Arzt auf das Thema Autofahren bei Rheuma anzusprechen und Ihre Fahrtauglichkeit überprüfen zu lassen.

Sollten sie zusätzlich zu Ihrer medikamentösen Basistherapie auch starke Schmerzmittel benötigen, bedenken Sie bitte, dass sowohl zu Beginn der Schmerztherapie als auch bei größeren Dosiskorrekturen Nebenwirkungen wie Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Kreislaufreaktionen oder Sehstörungen auftreten können, welche Ihre Wahrnehmung beeinträchtigen. Deshalb dürfen Sie in solchen Phasen keinesfalls ans Steuer. Sofern Sie gut eingestellt sind, Ihr Allgemeinzustand gut und der Therapieverlauf stabil ist, spricht jedoch nichts gegen das Autofahren mit rheumatoider Arthritis.

Grundsätzlich gilt:

  • Klären Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, ob Sie fahrtüchtig sind.
  • Nehmen Sie zusätzlich zu Ihrer medikamentösen Basistherapie regelmäßig starke Schmerzmittel wie Opioide oder Opiate ein, müssen Sie Ihre Fahrtüchtigkeit von der Amtsärztin/vom Amtsarzt überprüfen lassen. Bei positivem Bescheid erhalten Sie einen befristeten Führerschein.

Wussten Sie schon

Setzen Sie sich nicht ans Steuer, wenn Sie nach Einnahme von Opioiden oder anderen Medikamenten Schwindelgefühle, Müdigkeitsattacken oder Benommenheit feststellen. Sie gefährden damit nicht nur sich und andere, Sie verlieren bei einem Unfall gegebenenfalls auch den Kaskoversicherungsschutz.

Geprüft Cornelia Kolar: Stand Juli 2018 | PP-BA-AT-0234 Oktober 2018

Rheumatoide Arthritis im Alltag
Bewerten

Ihr Feedback hilft anderen Nutzern die für sie passenden Kurse zu finden.

Würden Sie diesen Online-Kurs empfehlen?

Rheumatoide Arthritis im Alltag
4.5/5 (46)

Zur Kursübersicht
Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

selpers Gesundes Lernen

Immer informiert

Ja, ich möchte den Newsletter von selpers abonnieren und regelmäßig über Blogbeiträge, Online-Kurse und Veranstaltungen informiert werden.