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Kurs Rheumatoide Arthritis verstehen: Lektion 3 von 7

Symptome bei rheumatoider Arthritis

Obwohl es sich bei der chronischen Polyarthritis, auch rheumatoide Arthritis genannt, in erster Linie um eine Gelenkentzündung handelt, beschränkt sie sich häufig nicht auf die Gelenke, sondern kann auch auf verschiedene Organe übergreifen. Die Erkrankung kann sich durch Gelenkschmerzen und –schwellungen aber auch durch zahlreiche andere Krankheitszeichen bemerkbar machen. Diese Lektion veranschaulicht Ihnen die signifikantesten Symptome der Erkrankung und informiert Sie darüber, wie Sie beim Auftreten der Beschwerden reagieren sollten.

Welche Symptome sind typisch für rheumatoide Arthritis?

Die rheumatoide Arthritis kann sehr unterschiedlich verlaufen. Ein schleichender Beginn an den Gelenken der kleinen Finger, der Hände oder der Zehen ist ebenso möglich wie ein abruptes Auftreten oder der einseitige Befall der Knie-, Schulter- oder Ellbogengelenke. Meist sind zunächst die Finger- und Handgelenke auf beiden Körperseiten betroffen.

Typische allgemeine Symptome rheumatisch entzündeter Gelenke sind:

  • Gelenkschmerz (vor allem in Ruhe)
  • Morgensteifigkeit der Gelenke (länger als 30 Minuten)
  • allgemeine Krankheitszeichen wie Müdigkeit, Erschöpfung, Fieber, Nachtschweiß und/oder Gewichtsabnahme
  • beidseitiger Befall der Gelenke der rechten und linken Körperseite
  • Schwellungen in den betroffenen Gelenken
  • Rheumaknoten
  • im weiteren Verlauf: Verformung und Versteifung der Gelenke
  • Bewegungseinschränkung

Was sind Rheumaknoten?

Rheumaknoten sind derbe Knoten, die direkt unter der Haut liegen und sich verschieben lassen. Sie entstehen vor allem an Stellen erhöhter Druckbelastung, üblicherweise an den Streckseiten der Gelenke. Am häufigsten sind sie am Ellbogen zu finden. Sie können aber auch in inneren Organen auftreten, beispielsweise in der Lunge.

Meist sind Rheumaknoten ein Anzeichen für einen schweren Verlauf der Erkrankung, der jedoch durch die frühzeitige Behandlung mit langwirksamen Antirheumatika seltener geworden ist. Vereinzelt treten Rheumaknoten allerdings auch als Begleiterscheinung einer Therapie mit Methotrexat auf. Die Ursache hierfür ist bislang nicht bekannt.

Warum ist Früherkennung so wichtig?

Leichte Muskel- und Gelenkbeschwerden kennt fast jeder. Oft heilen sie durch ein bisschen Wärme und Schonung von allein wieder aus. Sie können aber auch ein Anzeichen für Polyarthritis oder eine andere rheumatische Erkrankung sein.

Durch eine rechtzeitige Diagnose und eine frühzeitige Behandlung lässt sich heute dank großer Fortschritte in der Rheumatologie bei der Mehrheit der Rheumapatienten ein weitgehender Stillstand der Krankheit erreichen. Dadurch können ernste Spätfolgen wie die Zerstörung der Gelenke meist verhindert werden.

Bemerken Sie erste Rheuma-Symptome wie steife Finger am Morgen, starke Gelenkschmerzen nach längerem Sitzen oder länger anhaltenden Schwellungen an Finger-oder Handgelenken sollten Sie umgehend Ihren Hausarzt aufsuchen. Dieser erstellt einen Gelenkstatus und erste Laborbefunde und überweist Sie gegebenenfalls an einen Rheumatologen.

Welche Begleiterkrankungen und Beschwerden können bei rheumatoider Arthritis außerhalb der Gelenke auftreten?

Befällt die chronische Polyarthritis auch andere Organe, können neben den Gelenkproblemen folgende Symptome auftreten:

Blutgefäße

Entzündungen der Gefäßwände können zu Durchblutungsstörungen führen, die kleine punktförmige Wunden, Hautgeschwüre oder das großflächige Absterben von Gewebe zur Folge haben. Zudem steigt das Risiko für eine Arterienverkalkung.

Herz

Das Herzinfarktrisiko und das Risiko für eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße steigen. Darüber hinaus kann die rheumatoide Arthritis Herzklappenfehler, eine Herzmuskelentzündung sowie eine Herzbeutelentzündung mit Herzbeutelerguss verursachen.

Lunge

Etwa jeder fünfte Patient mit rheumatoider Arthritis leidet unter entzündeten Lungenbläschen.

Nervensystem

Drücken die Gelenk- und Sehnenentzündungen im Handgelenk Nerven ab, kann das Unempfindlichkeit, Fehlempfindungen und Schmerzen zur Folge haben (z. B. Karpaltunnel-Syndrom).

Tränen- und Speicheldrüsen

Zerstört die rheumatoide Arthritis das Drüsengewebe von Tränen- und Speicheldrüsen, kommt es zu Mundtrockenheit und einem Mangel an Tränenflüssigkeit.

Magen-Darm-Trakt

Eine Behandlung mit nicht-steroidalen Antirheumatika kann Entzündungen, Blutungen und Geschwüre der Magen- und Darmschleimhaut hervorrufen (Sicca-Syndrom).

Wussten Sie, dass sich die rheumatoide Arthritis auch auf Ihre Knochendichte auswirken kann? Ein Grund hierfür ist der durch Schmerzen und Entzündungen verursachte Bewegungsmangel. Bewegungsübungen helfen nicht nur, den Verlust an Knochenmasse zu vermeiden, sie können auch Schmerzen verhindern und dadurch Ihre Lebensqualität verbessern.

PP-BA-AT-0161 April 2018 | Geprüft OA Dr. Wolfgang Halder: Stand Januar 2018

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.