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Kurs Rheumatoide Arthritis verstehen: Lektion 1 von 7

Was ist rheumatoide Arthritis?

Die rheumatoide Arthritis, auch chronische Polyarthritis genannt, äußert sich in chronischen Gelenkentzündungen, welche die betroffenen Gelenke in ihrer Funktion beeinträchtigen und sie auf Dauer schädigen können. Die Erkrankung kann die Leistungsfähigkeit senken und die Lebensqualität mindern. In dieser Lektion erfahren Sie, wie sich die chronische Polyarthritis auf Ihre Gelenke auswirkt und welche Rheuma-Ursachen ihr zugrunde liegen.

Rheumatismus und rheumatoide Arthritis – wo ist der Unterschied?

Rheuma ist ein Sammelbegriff für rund 400 verschiedene rheumatische Erkrankungen, welche die Gelenke, Knochen, Muskeln, Sehnen, das Bindegewebe, manchmal aber auch innere Organe betreffen können. Unter diesen Überbegriff fällt auch die chronische Polyarthritis, die eine durch eine Störung des Immunsystems verursachte entzündlich rheumatische Erkrankung darstellt.

Was passiert bei rheumatoider Arthritis im Gelenk?

Ein gesundes Gelenk arbeitet dank des Knorpels und der dazwischen befindlichen Gelenkschmiere nahezu reibungslos. Der rheumabedingte Entzündungsprozess bewirkt, dass die Gelenkinnenhaut stark wuchert. Diese greift zusammen mit den Entzündungssubstanzen den Knorpel, die Knochen und die Bänder der betroffenen Gelenke an. Unbehandelt führt das im Laufe der Zeit zu einer Schädigung der Gelenke, die sich nicht wieder rückgängig machen lässt.

Wodurch wird rheumatoide Arthritis ausgelöst?

Bei dieser Form des Rheumatismus handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, der Verursacher ist Ihr eigenes Immunsystem, das körpereigenes Gewebe angreift. Die eigentlichen Rheuma-Ursachen konnten bislang trotz intensiver Forschungen nicht geklärt werden. Zum einen gibt es eine genetische Veranlagung für diese Erkrankung. Beispielsweise tritt sie in manchen Familien oder bei erbgleichen (eineiigen) Zwillingen gehäuft auf. Zum anderen existieren vermutlich zahlreiche noch nicht bekannte Faktoren, die einen Ausbruch der chronischen Polyarthritis auslösen können. Möglicherweise sind auch Infektionserreger wie Bakterien und Viren von Bedeutung.

Was erhöht mein Risiko, an rheumatoider Arthritis zu erkranken?

Tabakrauchen scheint bei der Entstehung der Autoimmunerkrankung eine nicht unwesentliche Rolle zu spielen. Bei entsprechender genetischer Veranlagung führen die im Zigarettenrauch enthaltenen Schadstoffe zur Aktivierung spezieller Enzyme, die in einer Veränderung von Proteinen resultiert. Dadurch hält das Immunsystem die körpereigenen Eiweiße für Fremdstoffe und bildet Antikörper dagegen. Sind in Ihrer Familie bereits Rheumaerkrankungen bekannt, sollten Sie daher besser auf das Rauchen verzichten. Gleiches gilt, wenn Sie schon unter rheumatischen Beschwerden leiden, da der Zigarettenkonsum sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken kann.

Wer bekommt rheumatoide Arthritis und wie verläuft die Erkrankung?

Chronische Polyarthritis kann in jedem Lebensalter auftreten, auch bei Kindern. Allerdings steigt die Erkrankungshäufigkeit bei beiden Geschlechtern mit zunehmendem Alter. Meist beginnt die Krankheit zwischen dem vierten und siebenten Lebensjahrzehnt. Bei 10 bis 30 Prozent der Patienten verläuft sie mild und stabil, während sie sich bei 70 Prozent im Laufe der Jahre immer weiter verschlimmert, sofern sie nicht optimal therapiert wird.

Gut zu wissen: Der chronischen Polyarthritis können Sie nicht gezielt vorbeugen. Allerdings kann eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger sportlicher Betätigung das Erkrankungsrisiko deutlich senken.

PP-BA-AT-0161 April 2018 | Geprüft OA Dr. Wolfgang Halder: Stand Januar 2018

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.