2. Medikamentöse Therapie

Medikamente bei Lungenfibrose

Die individuell angepasste Therapie der Lungenfibrose ist  wichtig, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Medikamente gehören zu den wirksamsten Therapiemöglichkeiten bei Lungenfibrose.

Medikamente bei Lungenfibrose

Lungenfibrose kann durch ein überaktives Immunsystem ausgelöst werden. Das führt zu Entzündungen und Vernarbungen der Lunge. Deshalb werden Medikamente verwendet, die

  • die Funktion des Immunsystems abschwächen(= Immunsuppressiva).
  • die Vernarbung aufhalten (= Antifibrotika).

Dauer der medikamentösen Behandlung

Wenn Ihre ÄrztInnen feststellen, dass eine Entzündung die Ursache ist, dauert die medikamentöse Behandlung einige Wochen bis Monate. In allen anderen Fällen müssen die Medikamente dauerhaft eingenommen werden.

Worauf sollte ich bei der Medikamenteneinnahme achten?

Teilen Sie Ihren ÄrztInnen bitte alle Medikamente mit, die Sie einnehmen. Dazu gehören auch nicht-rezeptpflichtige oder pflanzliche Präparate. Es könnte mit den Medikamenten gegen Lungenfibrose zu Wechselwirkungen kommen.

Nehmen Sie Medikamente regelmäßig und nach Anweisungen Ihrer ÄrztInnen ein. Bei falscher Einnahme können Nebenwirkungen auftreten.

  • Antifibrotische Medikamente z.B. sollten immer zu den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Bewahren Sie Ihre Medikamente an einem trockenen, kühlen, sonnengeschützten Ort auf, z.B. in einer Schublade.
  • Fragen Sie bei Unklarheiten bitte Ihre ÄrztInnen.

Es ist wichtig, einen Überblick über die eigene Medikation zu behalten. Dabei hilft es, eine Liste zu führen. Hier können Sie einen Vordruck herunterladen und Ihre Medikamente eintragen.

Was sind Wechselwirkungen?

Medikamente können eventuell beeinflussen, wie andere Medikamente auf Ihren Körper wirken. Sie können die Wirkung verstärken, aufheben oder zu unangenehmen Nebenwirkungen führen. Nennen Sie Ihren ÄrztInnen deshalb immer alle Medikamente, die Sie einnehmen. Das gilt auch, wenn Sie Medikamente nur kurze Zeit einnehmen, oder diese ohne Rezept in der Apotheke gekauft haben.

Dosisverringerung bei Nebenwirkungen

Wenn Nebenwirkungen durch Medikamente auftreten, kann die Dosis der Medikamente verringert werden, um Ihre Lebensqualität zu erhalten. Auch in reduzierter Dosis kann eine therapeutische Wirkung erzielt werden.  Eine solche Anpassung kann bei Nebenwirkungen angemessener sein als eine Therapie mit hoher Dosis. Fragen Sie dazu Ihre ÄrztInnen.

Vernarbung bei Lungenfibrose verlangsamen

Die Vernarbung zu verlangsamen ist ein zentraler Teil der Therapie der Lungenfibrose. Dazu dienen Antifibrotika. Antifibrotika beugen so einer Verschlimmerung von Husten und Atemnot vor.

Was sind Antifibrotika?

Das Wort „Antifibrotika“ hat seinen Ursprung in den Wörtern „anti“ (Griechisch: gegen) und „fibra“ (Lateinisch: Faser). Antifibrotika sind Medikamente, welche die Vernarbung der Lunge bei Lungenfibrose verlangsamen. Sie werden z.B. bei der idiopathischen Lungenfibrose eingesetzt.

Wie wirken Antifibrotika?

Antifibrotika wirken an den Zellen der Lunge. Sie senken die Freisetzung von körpereigenen Stoffen, die zu Vernarbung führen. Sie als PatientIn merken die Wirkung daran, dass Beschwerden wie Husten und Atemnot nicht zunehmen.

Botenstoffe als Sprache unserer Zellen

Unsere Zellen kommunizieren über körpereigene Botenstoffe miteinander. Diese werden u.a. bei Störungen von außen ausgeschüttet, z.B. bei Tabakrauch in der Lunge. Um die Partikel im Tabakrauch abzubauen, rufen die Lungenzellen andere Zellen herbei. Diese schaffen es jedoch nicht, die Tabakpartikel zu beseitigen. Das kann zur Ausschüttung von weiteren Botenstoffen und zur Vernarbung der Lunge führen.

Welche Nebenwirkungen können Antifibrotika haben?

Nicht bei allen PatientInnen haben Antifibrotika unerwünschte Nebenwirkungen. Wenn solche auftreten, sind diese meistens leicht. Zu den möglichen Nebenwirkungen von Antifibrotika gehören:

  • Weicher Stuhlgang/Durchfall: Antifibrotika können die Darmfunktion stören.
  • Übelkeit/Appetitlosigkeit: Antifibrotika können Ihr Verdauungssystem beeinflussen.
  • Gewichtsverlust: Dieser kann ein Zeichen dafür sein, dass die Therapie angepasst werden sollte.
  • Hautausschläge bei Sonneneinstrahlung: Bei Sonnenempfindlichkeit kann das Tragen von langer Kleidung sinnvoll sein.
  • Anstieg von Leberwerten: Deshalb sollten regelmäßige Blutkontrollen erfolgen.

Teilen Sie bitte alle Nebenwirkungen Ihren BehandlerInnen mit. Bei starken Nebenwirkungen sollten Sie dies zeitnah tun.

Entzündung bei Lungenfibrose hemmen

Lungenfibrose kann durch entzündliche Erkrankungen wie Rheuma ausgelöst werden. Liegt eine solche entzündliche Grunderkrankung vor, ist es deshalb wichtig, die Entzündung mit einer immunsuppressiven Therapie zu hemmen.

Was ist eine immunsuppressive Therapie?

Bei Lungenfibrose ist das Immunsystem oft überaktiviert. Dadurch kann die Lunge vernarben. Immunsuppressiva hemmen das Immunsystem und verlangsamen die Vernarbung der Lunge. Sie werden vor allem bei entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma eingesetzt.

Was ist Cortison und wann wird es eingesetzt?

Cortison ist ein Hormon, also ein körpereigener Botenstoff. Es wird vom Körper produziert, um überschießende Entzündungsreaktionen zu hemmen. Es kann auch im Labor produziert werden, um als Medikament eingesetzt zu werden. Als Medikament wirkt Cortison schnell und zielsicher bei entzündlich bedingter Lungenfibrose. Deshalb wird es bei akuten Verschlechterungen eingesetzt. Aufgrund von Nebenwirkungen sollte Cortison nicht oder nur in geringer Dosis dauerhaft eingenommen werden.

Welche Nebenwirkungen hat Cortison und was kann ich dagegen tun?

Cortison ist ein körpereigenes Stresshormon mit vielen möglichen Nebenwirkungen. Diese können behandelt werden. Noch besser ist es, sie zu vermeiden, indem Cortison nur über kurze Zeit und in geringer Dosis gegeben wird. Beispiele für Nebenwirkungen sind:

  • Innere Unruhe und Schlaflosigkeit: Nehmen Sie Cortison eher morgens ein.
  • Sodbrennen und Magenbeschwerden: Dagegen können Magenschutztabletten helfen.
  • Gewichtszunahme: Sie sollten sich ausgewogen ernähren und regelmäßig bewegen.
  • Ausdünnung der Knochen (= Osteoporose): Dagegen können Calcium und Vitamin D helfen. Ihre ÄrztInnen können Ihre Knochendichte messen, um eine Osteoporose festzustellen.
In den Folgejahren bekam ich verschiedene Medikamente, wie zum Beispiel Immunsuppressiva, die alle ihre Wirkung kurzzeitig zeigten – und vielleicht auch zu einer Stabilisierung des Krankheitsfortschrittes beigetragen haben.Patientin aus Wien

Downloads

  • Fragen an die Ärztin/den Arzt bei Lungenfibrose Das Gespräch mit der Ärztin/dem Arzt bildet die Grundlage der Diagnose ihrer Lungenfibrose. Hier finden Sie eine Liste an Fragen, die Sie beim Arztgespräch stellen können.

  • Medikamentenliste zum Ausfüllen Die Einnahme von Medikamenten ist bei der Behandlung der Lungenfibrose sehr wichtig. Hier finden Sie eine Medikamentenliste zum Ausfüllen, die Ihnen hilft, den Überblick über Ihre Medikamente zu behalten.

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Geprüft OA Dr. David Lang: Stand Mai 2021 | Quellen und Bildnachweis

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