1. Lebensstil bei Lungenfibrose

Lebensstil anpassen bei Lungenfibrose

Lungenfibrose ist eine dauerhafte Erkrankung. Die Erhaltung der Lebensqualität ist deshalb besonders wichtig für PatientInnen. Den Lebensstil anzupassen kann dabei helfen.

Gesunder Lebensstil bei Lungenfibrose

Eine Umstellung des Lebensstils kann anfangs für PatientInnen mit Lungenfibrose herausfordernd sein. Oft fallen Bewegung und Aktivität schwer. Dabei ist es gerade bei Lungenfibrose wichtig, körperlich aktiv und gesund zu leben. Zu einem gesunden Lebensstil gehören vor allem:

  • Bewegung
  • Ausgewogene Ernährung

Der Lebensstil beeinflusst den Verlauf der Lungenfibrose

Als PatientIn können Sie den Verlauf der Erkrankung aktiv beeinflussen, indem Sie versuchen:

  • die Krankheit zu akzeptieren: Das ist die Voraussetzung, um Ihren Lebensstil anzupassen.
  • auf körperliche Aktivität und Ernährung achten: Gesund zu leben bedeutet ein Leben mit körperlicher Bewegung zu führen und sich ausgewogen zu ernähren.
  • Ihre Atmung zu kontrollieren: Wenn Sie lernen, Ihre Atmung zu kontrollieren, können Sie Atemnot vorbeugen.

Die Beachtung dieser Dinge kann Ihnen helfen mit Ihrer Erkrankung leichter zu leben.

Wer kann mir bei der Anpassung meines Lebensstils helfen?

Verschiedene Berufsgruppen helfen Ihnen bei der Anpassung Ihres Lebensstils:

  • LungenfachärztInnen: Ihre ÄrztInnen sind Ihre HauptansprechpartnerInnen.
  • PhysiotherapeutInnen: Sie sind SpezialistInnen für die nicht-medikamentöse Therapie. Sie helfen Ihnen, sich mehr und besser zu bewegen und Ihre Atmung zu kontrollieren.
  • DiätologInnen: Sie unterstützen Sie bei der Anpassung Ihrer Ernährung.
  • PsychologInnen: Sie helfen Ihnen bei der Umsetzung der empfohlenen Lebensstiländerungen und bei der Bewältigung der Erkrankung.

Ihre Familie und Freunde können Sie ebenfalls unterstützen, z.B. durch gemeinsame Spaziergänge

Atemnot und Husten bei Lungenfibrose

Viele PatientInnen mit Lungenfibrose sind von Atemnot und Husten betroffen. Atemtechniken können diese Symptome verringern und Ihre Lebensqualität steigern.

Welche Methoden helfen mir bei Atemnot?

Es gibt verschiedene einfache Methoden, die Ihnen bei Atemnot Erleichterung verschaffen können:

  • Lippenbremse: Atmen Sie ein. Spitzen Sie dann die Lippen und atmen Sie aus. Wiederholen Sie die Übung bis die Atemnot abnimmt.
  • Entspannungsübungen: Wenn Sie gestresst sind, kann das die Atemnot verschlimmern. Je entspannter Sie sind, desto weniger werden Sie an Atemnot leiden. Bewusst auf Ihre Atmung zu achten, kann bei der Entspannung helfen.

Sie können auch atemerleichternde Positionen einnehmen. Dazu gehören:

  • Kutschersitz: Beugen Sie sich im Sitzen etwas vor. Stützen Sie sich mit den Händen auf die Oberschenkel. Das aktiviert die Atemhilfsmuskulatur.
  • Torwart-Position: Diese können Sie jederzeit unterwegs anwenden. Gehen Sie im Stehen etwas in die Knie. Stützen Sie Ihre Hände auf Ihre Oberschenkel. Das aktiviert die Atemhilfsmuskulatur.

Wie kann ich besser mit Husten bei Lungenfibrose zurechtkommen?

Sie können Husten verringern, indem Sie:

  • Reizauslöser verhindern: Verschiedene Stoffe können Ihre Atemwege reizen. Dazu gehört auch Tabak. Versuchen Sie daher, Ihren Tabakkonsum schrittweise zu reduzieren und Passivrauch zu vermeiden. Putzmittel und Parfum können ebenfalls reizend wirken.
  • Ihren Mund feucht halten: Trinken Sie ausreichend Wasser und lutschen Sie Bonbons.
  • Sich Pausen gönnen: Wenn Sie beim Sprechen husten müssen, kann eine Sprechpause oder Räuspern helfen.

Husten kann gelegentlich zu Inkontinenz, dem Abgang von einigen Tropfen Urin, führen. Das liegt daran, dass beim instinktiven Vorbeugen beim Husten der Beckenboden belastet wird. Drehen Sie stattdessen Ihren Kopf zur Seite, wenn Sie husten müssen. Das kann helfen, Inkontinenz zu verhindern.

Welche Ziele verfolgt die Atemphysiotherapie?

Die Atemphysiotherapie kann Ihnen bei Atemnot helfen. Zu Atemphysiotherapie gehört:

  • Atmung wahrnehmen: Wie atmen Sie? Durch den Mund? In den Bauch? Um Ihre Atmung zu verbessern, müssen Sie diese zuerst bewusst wahrnehmen.
  • Atemmuskulatur kräftigen: Eine kräftige Atemmuskulatur hilft Ihnen beim Atmen und verringert die Atemnot. Sie können Ihre Atemmuskulatur zum Beispiel kräftigen, indem Sie kräftig durch die Nase einatmen und langsam ausatmen.
  • Atemkapazität verbessern: Je dehnbarer Ihre Lunge ist, desto tiefer können Sie einatmen. Das hilft bei Atemnot. Sie können Ihre Lunge dehnen, indem Sie sich bewusst aufrecht hinsetzen und tief einatmen.

Unter diesem Link finden Sie eine Liste der AtemphysiotherapeutInnen in Österreich:
https://www.ogp.at/gepruefte-atemphysiotherapeutinnen/

Rauchstopp bei Lungenfibrose

Rauchen belastet die Lunge sehr. Deshalb ist es wichtig, das Rauchen schrittweise zu reduzieren.

Welchen Einfluss hat Rauchen auf die Lungenfibrose?

Rauchen führt zu Husten und Atemnot. Rauchen reizt die Atemwege und verschlimmert die Entzündung in der Lunge. Das Lungenkrebsrisiko durch Rauchen ist bei Lungenfibrose doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Lungenfibrose. Als PatientIn mit Lungenfibrose sind Rauchen und Passivrauch deshalb besonders schädlich für Sie.

Wie kann ich erfolgreich mit dem Rauchen aufhören?

Das Rauchen aufzugeben ist ein Prozess mit mehreren Schritten:

  1. Erkennen Sie, warum Sie nicht mehr Rauchen möchten.
  2. Beschließen Sie, wann Sie aufhören möchten.
  3. Belohnen Sie sich bei Zwischenzielen, z.B. mit dem, was Sie am liebsten tun.
  4. Bleiben Sie rauchfrei. Lassen Sie sich von Rückfällen nicht entmutigen und probieren Sie es weiter.

Warum kann es schwer sein, das Rauchen aufzugeben?

Zigaretten enthalten Nikotin. Nikotin beeinflusst unser Gehirn sehr stark. Es werden viele Botenstoffe ausgeschüttet, die zu Glücksgefühlen führen. Nach ein paar Zigaretten erwartet unser Gehirn das Nikotin. Wenn es nicht kommt, reagiert unser Körper gereizt, z.B. mit Konzentrationsproblemen. Das erschwert das Aufhören. Außerdem gehören für viele RaucherInnen die Zigaretten fest zu ihrer Routine. Gewohnheiten abzulegen, fällt uns Menschen sehr schwer. Es ist einfacher, Gewohnheiten durch neue Gewohnheiten zu ersetzen. Lutschen Sie deshalb ein Bonbon oder trinken Sie eine Tasse Tee, wenn Sie rauchen möchten.

Wer kann mich beim Rauchstopp unterstützen?

Viele Angebote können Sie dabei unterstützen, den Entschluss in die Tat umzusetzen:

  • Rauchfrei-Telefon: Jeden Montag bis Freitag können Sie von 10-18 Uhr unter 0800 810 013 (Österreich) anrufen und sich beraten lassen. Ein Team von GesundheitspsychologInnen berät Sie anonym und kostenlos.
  • HausärztInnen und LungenfachärztInnen: Sie können Sie zu Nikotinersatztherapien (z.B. Nikotinpflaster) beraten. Die Ersatztherapie lindert Ihr Verlangen nach einer Zigarette und hilft so beim Rauchstopp.
  • Rauchentwöhnungsprogramme: Die Gesundheitskasse bietet Programme an, die Ihnen beim Rauchstopp helfen. Sie werden hier über meist einige Wochen umfassend informiert und unterstützt. An vielen Programme können Sie bequem online teilnehmen.

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Geprüft Dr. Ralf Harun Zwick: Stand Juli 2021 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.