1. Nasenpolypen einfach erklärt

Was sind Nasenpolypen?

Nasenpolypen sind gutartige Schwellungen der Schleimhaut in der Nase und den Nasennebenhöhlen. Sie entstehen meist nicht direkt in der Nase selbst, sondern entwickeln sich aus der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen und wachsen mit der Zeit in die Nasenhöhle hinein.

Aus medizinischer Sicht sind Nasenpolypen ein Zeichen einer chronischen Entzündungsreaktion. Das bedeutet: Die Schleimhaut ist über längere Zeit entzündet, schwillt an und verändert sich strukturell. Ärzt:innen sprechen dabei von einem sogenannten Gewebeumbau. Diese veränderte Schleimhaut zeigt sich schließlich als Polyp (Schleimhautausstülpung) in der Nase.

Wie entstehen Polypen in der Nase?

Polypen entstehen durch eine anhaltende Entzündung der Nasenschleimhaut. Normalerweise bildet die Schleimhaut eine schützende Barriere gegen äußere Einflüsse. Ist diese Barriere gestört, können Reizstoffe leichter eindringen, zum Beispiel:

  • Allergene wie Pollen oder Staub
  • Bakterien oder Viren
  • Pilze oder andere Schadstoffe

Diese Reize führen dazu, dass die Entzündung immer weiter aufrechterhalten wird. Mit der Zeit kommt es zu einem Anschwellen und Umbau des Schleimhautgewebes. Daraus können sich schließlich Polypen oder überschüssiges, aufgequollenes Schleimhautgewebe entwickeln, die in die Nasenhöhle hineinragen.

Wodurch unterscheiden sich Nasenpolypen von einer Erkältung?

Viele Betroffene haben zunächst das Gefühl, dauerhaft erkältet zu sein. Tatsächlich gibt es jedoch klare Unterschiede:

Bei einer Erkältung

  • meist virale (manchmal bakterielle) Infektion
  • vorübergehende Schwellung der Schleimhaut
  • Beschwerden dauern in der Regel 1–2 Wochen

Bei Nasenpolypen

  • chronische Entzündungsreaktion: eine Entzündung, die nicht wieder abheilt, sondern über Monate oder Jahre bestehen bleibt
  • dauerhafter Umbau der Schleimhaut
  • Beschwerden bestehen meist länger als 3 Monate

Wenn eine verstopfte Nase also über Wochen oder Monate anhält, steckt oft mehr dahinter als eine einfache Erkältung. In diesem Fall sollten Sie die Beschwerden ärztlich abklären lassen.

Sind Nasenpolypen gefährlich?

Nasenpolypen sind gutartig und entwickeln sich nicht zu Krebs.

Trotzdem sollten sie ernst genommen werden, denn unbehandelt können sie:

  • die Nasenatmung dauerhaft behindern
  • den Geruchssinn stark einschränken oder ganz aufheben
  • Schlaf und Leistungsfähigkeit beeinträchtigen

Schlaf und Leistungsfähigkeit können leiden, weil die erschwerte Nasenatmung den Schlaf stört. Der Körper erholt sich nachts schlechter, was tagsüber zu Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und verminderter Leistungsfähigkeit führen kann.

Je früher Nasenpolypen erkannt werden, desto besser lassen sich die Beschwerden kontrollieren.

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    Geprüft Priv.-Doz. DDr. Sven Schneider: Stand Mai 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Polyp
    Ein Polyp ist eine weiche, gutartige Wucherung von Schleimhautgewebe. Er entsteht, wenn sich eine Schleimhaut über längere Zeit entzündet und aufquillt. Man kann ihn sich vorstellen wie eine kleine, wasserreiche Schleimhautausstülpung, die dort sitzt, wo eigentlich freie Luft oder Platz sein sollte.