2. Ursachen und Risikofaktoren bei Nasenpolypen

Warum bekommt man Nasenpolypen?

Viele Betroffene fragen sich, warum gerade sie Nasenpolypen entwickelt haben. Darauf gibt es leider bisher keine Antwort. Die genaue Ursache ist bislang nicht vollständig geklärt.

Fachleute wissen heute, dass Nasenpolypen durch eine sehr komplexe Entzündungsreaktion entstehen. Dabei spielen mehrere Faktoren wie Allergene, Bakterien, Viren, Pilze und weitere Umweltreize zusammen. Diese Faktoren können die Schleimhaut immer wieder reizen und so eine dauerhafte Entzündung aufrechterhalten.

Warum es bei manchen Menschen dabei zu einem Gewebeumbau und zur Polypenbildung kommt und bei anderen nicht, ist aktuell noch Gegenstand der Forschung. Auch eine genetische Veranlagung wird diskutiert, ist im medizinischen Alltag jedoch noch nicht routinemäßig abklärbar.

Wer ist besonders häufig von chronischer Rhinusinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) betroffen?

Grundsätzlich kann jede Person Nasenpolypen entwickeln – auch ohne bekannte Risikofaktoren. Es gibt jedoch bestimmte Erkrankungen und Zusammenhänge, bei denen Nasenpolypen deutlich häufiger auftreten.

Besonders relevant ist hier Asthma:

  • Bei Asthma können Nasenpolypen häufiger vorkommen als ohne Asthma.
  • Umgekehrt haben rund ein Drittel bis drei Viertel der Patient:innen mit Nasenpolypen zusätzlich Asthma.

Ein weiterer wichtiger Risikofaktor ist eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Schmerzmitteln, den sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (z. B. Aspirin). Bei diesen Patient:innen können:

  • besonders ausgeprägte Symptome auftreten
  • Nasenpolypen nach einer Operation rasch wieder nachwachsen

Diese Zusammenhänge zu kennen, ist wichtig, weil sie Einfluss auf eine frühe Diagnosestellung, die Therapie und den Krankheitsverlauf haben können.

Welche äußeren Einflüsse können die Beschwerden verstärken?

Viele Betroffene berichten, dass sich ihre Symptome durch bestimmte äußere Einflüsse deutlich verschlechtern. Dazu gehören vor allem Reize, die die Nasenschleimhaut zusätzlich belasten, wie zum Beispiel:

  • starke Geruchsstoffe (z. B. Parfüms, Reinigungsmittel)
  • Zigarettenrauch
  • Lebensmittel, die bei manchen Menschen Entzündungsreaktionen verstärken können wie bestimmte Alkoholarten (häufig Bier oder Rotwein) und bestimmte Käsesorten

Nicht jede Person reagiert gleich stark auf diese Auslöser. Dennoch kann es hilfreich sein, mögliche Verstärker bewusst wahrzunehmen und – wenn möglich – zu meiden, um die Beschwerden nicht weiter zu verschlimmern.

Wie feststellen, was meine Beschwerden verschlechtert?

Achten Sie bewusst darauf, wann sich Ihre Beschwerden verschlechtern, wie beispielsweise:

  • nach bestimmten Mahlzeiten
  • bei Rauch oder starken Gerüchen
  • in bestimmten Umgebungen oder Jahreszeiten

Notieren Sie diese Beobachtungen und nehmen Sie sie zum Arzttermin mit. Das kann helfen, persönliche Auslöser besser zu erkennen und die Behandlung gezielter anzupassen. Es gibt auch spezielle Symptomtagebücher oder Unterstützung durch digitale Anwendungen.

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    Geprüft Priv.-Doz. DDr. Sven Schneider: Stand Mai 2026 | Quellen und Bildnachweis