1. Spastik nach Schlaganfall einfach erklärt

Was ist eine Spastik und wodurch kann sie ausgelöst werden?

Eine Spastik bzw. Spastizität beschreibt einen erhöhten Spannungszustand der Muskulatur, der durch verschiedene Erkrankungen ausgelöst werden kann. Die Ursachen dieser Erkrankungen liegen im zentralen Nervensystem, also im Rückenmark oder im Gehirn. Am häufigsten kann eine Spastik auftreten nach:

  • Schlaganfall
  • Gehirnblutungen
  • Verletzungen im Gehirn und Rückenmark
  • Entzündungen im Gehirn und Rückenmark (z.B. bei Multipler Sklerose)
  • angeborenen Hirnschäden (infantile Zerebralparese)

Spastik oder Rigor

Bei einer Spastik nimmt der Spannungszustand der Muskulatur mit Steigerung der Bewegungsgeschwindigkeit zu. Im Gegensatz dazu geschieht das bei einem Rigor, also einer Muskelstarre nicht.

Wie entsteht eine Spastik im Körper?

Eine Schädigung im Bereich des Nervensystems kann die Funktionen eines Nervs mindern. Nerven können Bewegungen steuern (motorische Funktion) oder Sinnesreize wie Geräusche oder Berührungen aufnehmen (sensorische Funktion). Eine Schädigung der motorischen Funktion kann zu Störungen der Muskelspannung führen. Diese lassen sich grob in zwei Arten einteilen:

  • Spastik
    Eine Schädigung im Bereich des zentralen Nervensystems führt zu einer Erhöhung des Spannungszustands von Muskeln. Betroffene Körperteile fühlen sich fest an und können nur schwer bewegt werden.
  • Lähmung
    Bei einer Schädigung im Bereich des peripheren Nervensystems, also von einzelnen Nervenenden, kommt es hingegen zu einer schlaffen Lähmung. Betroffene Körperteile fühlen sich schlaff an und können weder gehalten noch bewegt werden.

Spastik nach Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall kommt es zunächst zu einer schlaffen Lähmung, die im weiteren Verlauf spastisch werden kann.

Wie äußert sich eine Spastik am Körper?

Bei einer Schädigung im Gehirn, kann es zum Beispiel zu einer spastischen Streckung im Hüft-, Knie- und Sprunggelenk kommen. Ein typisches Erscheinungsbild ist der “Spitzfuß”. Der Fuß ist dabei leicht nach innen rotiert und weist nach unten. Die fehlende Möglichkeit das Bein zu beugen, verhindert die einfache gerade Bewegung nach vorne. Betroffene haben ein verändertes, langsameres Gangbild. Das Bein kann nicht einfach nach vorne gezogen werden. Stattdessen wird es seitlich im Halbkreis nach vorne geführt. Diese Gangveränderung ist recht häufig und wird in der Medizin auch als Wernicke-Mann-Gangbild bezeichnet.

Ist eine Spastik heilbar?

Eine Spastik lässt sich gut behandeln, wenn sie frühzeitig diagnostiziert wird. Es ist wichtig, dass Sie in der Nachsorgephase eines Schlaganfalls Unterstützung durch eine Ärztin/einen Arzt und PhysiotherapeutInnen in Anspruch nehmen. Dadurch können Sie natürliche Bewegungsabläufe trainieren und Folgeschäden vermeiden. Spastische Verkrampfungen in der Muskulatur können durch medizinische Behandlungen in Teilen gelöst werden.

Behandlungsziele bei Spastik nach Schlaganfall

Ziel der Therapie ist bei einer Spastik die Linderung der Beschwerden. Damit wird der Erhalt von Funktion und Lebensqualität sichergestellt.

Multiple Sklerose und Impfungen

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