5. Ganglionblockade bei chronischem Schmerz

Was ist ein Ganglion und was hat das mit chronischen Schmerzen zu tun?

Ein Ganglion ist eine Ansammlung von Nervenzellen. Es ähnelt einem Kreisverkehr, an dem sich Nerven aus verschiedenen Richtungen bündeln und anschließend die Informationen in unterschiedliche Richtungen weiterleiten können. Die Blockade eines Ganglions kann die Schmerzspitzen reduzieren. Zudem kann dadurch eine große Menge an Schmerzmitteln eingespart werden.

Es gibt sehr viele dieser großen Nervengeflechte in unserem Körper. Die Ganglien, die eine große Bedeutung für die Schmerztherapie haben, werden im Folgenden aufgelistet:

Ganglion cervicale superius

  • Lokalisation : auf Höhe des 2./3. Halswirbels
  • Versorgungsgebiet: obere Halsregion, Kopf und Gesicht
  • Einsatzgebiet: bei Beschwerden durch eine Trigeminus Neuralgie

Ganglion stellatum

  • Lokalisation: auf Höhe des 6. Halswirbels
  • Versorgungsgebiet: Brustorgane und oberen Extremität
  • Einsatzgebiet: bei einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) oder Morbus Raynaud

Plexus coelliacus

  • Lokalisation: auf Höhe des 12. Brustwirbelkörpers und des 2. Lendenwirbelkörpers
  • Versorgungsgebiet: Bauchorgane wie Bauchspeicheldrüse, Magen, Leber
  • Einsatzgebiet: zum Beispiel bei starken Schmerzen durch Tumore in den Bauchorganen

Ganglion impar

  • Lokalisation: auf Höhe des Steißbeins
  • Versorgungsgebiet: Becken, Geschlechtsorgane, Blase
  • Einsatzgebiet: Schmerzen durch gynäkologische oder urologische Operationen oder Tumore in diesem Bereich

Kann die Ganglionblockade bei jeder Form von chronischen Schmerzen eingesetzt werden?

Der Einsatz einer Ganglienblockade bei chronischen Schmerzen ist in den Leitlinien klar festgelegt, sodass nicht bei jeder Form von chronischen Schmerzen diese Therapiemethode eingesetzt werden kann. Vornehmlich wird die Ganglionblockade bei Schmerzen eingesetzt, die durch eine zu starke Sympathikusaktivität entstehen. Darüber hinaus kann diese Methode auch bei Schmerzen in definierten Bereichen, wie zum Beispiel nach Operationen im Urogenitalbereich, angewendet werden. Hierbei wird das Ganglion blockiert, dass den schmerzenden Bereich versorgt.

Wie läuft die Ganglionblockade ab?

Eine Ganglionblockade ist eine Therapiemöglichkeit bei chronischen Schmerzen. Ihre Ärztin bespricht mit ihnen im Vorfeld, ob diese Maßnahme für Ihre Beschwerden eingestzt werden kann. Oftmals liegen bei den Patient:innen, die eine Ganglionblockade erhalten, starke, langandauernde Schmerzen vor.

Der Ablauf der Therapie ist stark vom Ort der Schmerzen abhängig. Die Ganglien im Bereich des Kopfes und des Oberkörpers sind gut zu erreichen, sodass die Blockade ambulant erfolgt. Mit Hilfe eines Ultraschallgeräts wird das Ganglion aufgesucht und betäubt.

Bei größeren Ganglien, die meist im unteren Bereich des Körpers liegen, ist die Blockade etwas aufwändiger, sodass Sie eine Nacht im Krankenhaus verbringen müssen. Bevor die langwirkende Blockade durchgeführt wird, wird bei diesen Ganglien mit einer Probeblockade begonnen. Merken Sie nach der Probeblockade eine Besserung der Schmerzen, wird am Folgetag die langanhaltende Blockade durchgeführt.

Kann ich mich im Anschluss an die Behandlung uneingeschränkt bewegen?

Das Ziel der Ganglionblockade ist, dass Sie im Anschluss weniger Schmerzen haben und sich uneingeschränkt bewegen können. Nutzen Sie die Wirkung und beginnen Sie mit leichter Bewegung. Bewegung fördert in viele Fällen eine langfristige Heilung, das Wohlbefinden sowie die Lebensqualität. Da kein Fremdkörper eingesetzt wird, gibt es nach der Behandlung keinerlei Einschränkungen.

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Wir entwickeln fortlaufend neue Kurse und lernen dabei nie aus. Dabei berücksichtigen wir gerne Ihre Wünsche und Anregungen. Wir freuen uns daher sehr über Ihr Feedback. Bitte beachten Sie, dass wir keine personenbezogenen medizinischen Auskünfte geben können. Sollten Sie dazu Fragen haben, klären Sie diese bitte in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.


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    Geprüft: Ao. Univ. Prof.in Dr.in Sabine Sator: Stand März 2024 | Quellen und Bildnachweis
    Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.
    ambulant
    Die Behandlung erfolgt ohne einen nächtlichen Aufenthalt im Krankenhaus.
    Leitlinie
    Zusammenfassungen der medizinischen Fachgesellschaften, die den aktuellen Stand der Wissenschaft zu einem Thema zusammenfasst und eine Handlungsempfehlung für Ärzt:innen darstellt.
    Lokalisation
    Die die genaue Bestimmung des Ortes, an dem eine Veränderung, ein Schmerz oder eine Erkrankung im Körper auftritt
    Schmerzspitzen
    Ist der Fachbegriff für sehr starke Schmerzausbrüche bei schon vorbestehenden chronischen Schmerzen.