5. Der Weg zur Diagnose beim Glioblastom

Wovon hängt die Dauer der Diagnose ab?

Für die Diagnose eines Glioblastoms sind mehrere Schritte erforderlich, welche die Zeit bis zum endgültigen Befund bestimmen:

  1. Gewebeprobe entnehmen: Zuerst wird eine kleine Menge Gewebe durch eine Biopsie oder Operation entnommen.
  2. Labortests: Die Proben gehen dann ins Labor. Dort werden spezielle Tests durchgeführt, um den Tumor zu untersuchen.
  3. Laborarbeit: Die Zeit im Labor hängt davon ab, wie viele Tests gemacht werden müssen. Manchmal dauert es länger, bis alles analysiert ist.
  4. Weitere Tests: Wenn nötig, werden zusätzliche Tests gemacht, um den Tumor besser zu verstehen. Das kann die Zeit bis zur Diagnose verlängern.

Insgesamt dauert es mindestens etwa eine Woche bis zehn Tage, bis die Diagnose gestellt wird. In schwierigeren Fällen oder bei zusätzlichen Untersuchungen kann sich der Zeitraum jedoch hinauszögern.

Welche Untersuchungen sind für die Diagnose eines Glioblastoms notwendig?

Bei der Diagnose eines Glioblastoms sind mehrere Untersuchungen wichtig, darunter:

  • Bildgebende Verfahren wie die MRT-Untersuchung werden verwendet, um detaillierte Bilder des Gehirns zu erstellen und den Tumor sowie dessen Lage, Größe und Ausbreitung zu identifizieren.
  • Eine Biopsie entnimmt eine kleine Menge Gewebe aus dem Tumor. Dieses wird im Labor z.B. unter einem Mikroskop untersucht, um herauszufinden, ob es sich um ein Glioblastom handelt.
  • Klinisch-neurologische Tests überprüfen beispielsweise die Denk- und Gedächtnisfähigkeit. Besonders wenn der Tumor Bereiche des Gehirns betrifft, die damit zusammenhängen.

Diese Untersuchungen werden oft in Kombination durchgeführt, um eine genaue Diagnose zu stellen und einen geeigneten Behandlungsplan zu entwickeln.

Wann wird bei einem Glioblastom eine Biopsie durchgeführt?

Wenn der Tumor an einer Stelle im Gehirn liegt, die schwer zu erreichen ist oder eine Operation zu viele Risiken birgt, kann es schwierig sein, den Tumor vollständig zu entfernen. Außerdem ist es möglich, dass eine längere Operation oder eine Narkose für manche Patient:innen nicht möglich ist. Das kann z.B. am allgemeinen Gesundheitszustand oder an Vorerkrankungen liegen.

In solchen Fällen ist es wichtig, zumindest eine Biopsie durchzuführen, um Gewebeproben für eine genaue Diagnose zu erhalten.

Es kann aber auch sein, dass die Ergebnisse der bildgebenden Verfahren nicht eindeutig sind. Hier kann eine Biopsie helfen, Klarheit zu schaffen und die richtige Behandlung einzuleiten.

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Geprüft Assoc.-Prof. Dr. Christian F Freyschlag: Stand ?? 2024 | Quellen und Bildnachweis
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Biopsie
Entnahme von verdächtigen Gewebeproben, um eine Krebserkrankung oder entartete Zellen zu diagnostizieren. Gewebeproben werden je nach Organ mit verschiedenen Techniken entnommen und unter dem Mikroskop beurteilt.
Glioblastom
Ein bösartiger Hirntumor, der zur Gruppe der Gliome zählt. Diese Art der Hirntumore entstehen aus den Stützzellen des Gehirns (Gliazellen). Das Glioblastom ist der häufigste unter den Hirntumoren.
Tumor
(„Geschwulst“)
Lokalisierte Vermehrung von Körpergewebe durch unkontrolliertes Wachstum von gutartigen oder bösartigen Zellen. Bösartige Tumore können in umliegendes Gewebe einwachsen und in entfernte Organe streuen. Der Begriff Tumor wird auch verwendet für eine Schwellung von Gewebe z.B. durch Einlagerung von Flüssigkeit im Rahmen von Entzündungsprozessen oder Blutungen.