3. Harn- und Nierensteine durch seltene Erkrankungen

Stoffwechselerkrankungen als Ursache für Harn- und Nierensteine

Es gibt eine Reihe von Stoffwechselerkrankungen, die zu Harnsteinen und Nierensteinen führen können. Dazu zählen unter anderem Überfunktionen der Nebenschilddrüse, Gicht und Diabetes, aber auch seltene Stoffwechselerkrankungen wie die Cystinurie.

Was ist eine Stoffwechselerkrankung?

Die biochemischen Vorgänge, die in den Zellen unseres Körpers stattfinden, werden als Stoffwechsel bezeichnet. Dieser Aufbau, Abbau und die Weiterverarbeitung von Stoffen ist die Grundlage des Lebens. Eine Stoffwechselerkrankung liegt vor, wenn einer dieser Schritte nicht funktioniert. Durch den fehlerhaften Ablauf unterschiedlicher Prozesse können sich zum Beispiel Substanzen im Urin anhäufen und auskristallisieren. Stoffwechselerkrankungen sind in den meisten Fällen genetisch bedingt und somit angeboren.

Was ist Cystinurie und was passiert dabei in der Niere?

Die Cystinurie ist eine genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung. Bei dieser ist der notwendige Transport der Aminosäure Cystin aus dem Urin zurück in die Zellen gestört. Dadurch ist die Konzentration im Urin zu hoch, das Cystin kristallisiert aus und bildet Steine.

Eine Cystinurie ist nicht heilbar. Es gibt jedoch einige Medikamente und Behandlungsmethoden, welche die Symptome lindern und eine Harn- und Nierensteinbildung hemmen. Wie sich Harnsteine und Nierensteine bemerkbar machen, erfahren Sie in der Lektion “Symptome von Harnsteinen und Nierensteinen”.

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Geprüft Priv.-Doz. Dr. Julia Heinzelbecker: Stand 29.06.2023 | Quellen und Bildnachweis
Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.
(Zirkardianer Rhythmus )
Biologisches Phänomen, das in einem Rhythmus von ungefähr 24-Stunden bestimmte körperliche Funktionen beeinflusst.  Ein Beispiel ist der Schlaf-Wach-Zyklus durch die Freisetzung des Schlafhormons.
Antikörper
(Immunoglobuline)
Eiweiße (Proteine), die von Zellen des Immunsystems gebildet werden, um Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren zu bekämpfen. Bei manchen Erkrankungen kann es zu einer fehlgeleiteten Bildung von Antikörpern gegen körpereigene Zellen oder Strukturen kommen.
Eiweiße
Eiweiße, auch bekannt als Proteine, sind Makromoleküle, die aus Ketten von Aminosäuren bestehen. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Aufbau und der Funktion von Zellen und Geweben im Körper.
Stoffwechsel
Biochemische Vorgänge, die innerhalb und zwischen den Zellen ablaufen und zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen notwendig sind.