3. Wann und wie beginne ich die Behandlung?

Wie schnell nach der Diagnose sollte die Therapie beginnen?

Nach der Diagnose Multiple Sklerose (MS) ist es verständlich, wenn Sie Zeit brauchen, um die neue Situation zu begreifen. Gleichzeitig ist es wichtig, früh über eine passende Behandlung zu sprechen.

In vielen Fällen sollte eine langfristige MS-Therapie zeitnah nach der Diagnose besprochen und begonnen werden. Ziel ist es, die Entzündungsaktivität früh zu bremsen und das Risiko weiterer Schübe zu senken.

Das bedeutet aber nicht, dass Sie eine Entscheidung uninformiert treffen müssen. Sie sollen verstehen dürfen, warum eine Therapie empfohlen wird, welche Möglichkeiten es gibt und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind. Eine gute Entscheidung entsteht durch Aufklärung, Vertrauen und ein gemeinsames Abwägen.

Wie wird entschieden, welche Therapie geeignet ist?

Welche Therapie für Sie geeignet ist, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Wie aktiv ist die Erkrankung und wie lange besteht sie schon?
  • Seit wann bestehen Beschwerden?
  • Sind die Beschwerden wieder ganz verschwunden oder ist etwas geblieben?
  • Gab es in letzter Zeit Schübe?
  • Wie viele Schübe sind bisher aufgetreten?
  • Wie schwer waren diese Schübe?
  • Was zeigt das MRT? Gibt es neue Veränderungen?
  • Gibt es viele oder besonders aktive Entzündungsherde?
  • Besteht ein Kinderwunsch oder eine Schwangerschaft?
  • Welche Therapieform passt zu Ihrem Alltag?

Das MRT spielt dabei eine wichtige Rolle. Es kann Entzündungsherde sichtbar machen, auch wenn diese nicht immer direkt Beschwerden verursachen. In der Autobahn-Metapher kann man sich das MRT wie eine Übersicht der Verkehrslage vorstellen: Es zeigt, wo es Baustellen oder Störungen gibt. Die Läsionen entsprechen dabei den Baustellen im Nervensystem.

Je mehr Informationen vorliegen, desto gezielter kann die Therapie ausgewählt werden. Untersuchungen wie das MRT helfen also nicht nur bei der Diagnose, sondern auch dabei, die Behandlung möglichst passend und sicher zu planen.

Was sollte ich vor Therapiebeginn beachten?

Vor Beginn einer MS-Therapie sind meist bestimmte Untersuchungen notwendig. Dazu gehören:

  • Blutuntersuchungen
  • Impfstatus
  • MRT-Befunde
  • eventuell weitere Tests

Diese Untersuchungen dienen Ihrer Sicherheit. So kann geprüft werden, ob ein Medikament für Sie sicher ist, ob Impfungen fehlen oder ob besondere Vorsicht nötig ist. Sie helfen dabei, mögliche Risiken zu erkennen und die Therapie gut vorzubereiten.

Wichtig ist auch, dass Sie Ihr Behandlungsteam über folgendes informieren:

  • andere Erkrankungen
  • frühere Infektionen
  • regelmäßige Medikamente
  • Allergien
  • Impfungen
  • Ihre Lebensplanung (zum Beispiel Kinderwunsch, Schwangerschaft, Beruf, Reisen etc.)

Ihr persönlicher Therapieordner

Legen Sie sich einen Ordner oder eine digitale Mappe an. Sammeln Sie dort:

  • Arztbriefe
  • MRT-Befunde
  • Laborwerte
  • Medikamentenpläne
  • Impfunterlagen
  • Ihre eigenen Fragen

So haben Sie wichtige Informationen bei Terminen schnell griffbereit und behalten selbst den Überblick.

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    Geprüft Prof. Dr. Rommer: Stand?? | Quellen und Bildnachweis
    Läsionen
    Gewebeschädigungen in einem begrenzten Bereich. Diese kann durch verschiedenste Verletzungen oder Erkrankungen hervorgerufen werden.
    MRT
    (Magnetresonanztomografie, auch Kernspintomografie)
    Bildgebendes Verfahren, das sich besonders zur Darstellung von Weichteilen wie Muskeln oder Fettgewebe eignet. Magnetfelder lösen in den verschiedenen Geweben unterschiedliche Signale aus. Diese werden zu Bildern umgewandelt. Die Untersuchung ist schmerzlos und hat keine Strahlenbelastung.