7. Augenprobleme bei der Myelom Therapie – Alle Fragen

Diese Schulung gibt einen Überblick über mögliche Augenprobleme im Zusammenhang mit der Therapie des Multiplen Myeloms. Beantwortet werden unter anderem diese Fragen:

  • Warum kann es während der Myelom Therapie zu Augenprobleme kommen?
  • Warum sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen während der Myelom Therapie wichtig?
  • Wie können Veränderungen behandelt werden?

Darüber hinaus erfahren Sie, welche Warnzeichen beachtet werden sollten, wie die Untersuchungen ablaufen und welche Maßnahmen vor, während und nach der Therapie sinnvoll sind. Ziel ist es, Ihnen zu Sicherheit im Umgang mit möglichen Augenveränderungen zu verhelfen und die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Augenheilkunde und Onkologie zu verdeutlichen.

Einleitung durch Dr.in Leonie Menghesha

Ich bin Dr. Leonie Menghesha und ich bin Fachärztin für Augenheilkunde. Heute möchte ich mit Ihnen gerne über Augenprobleme sprechen, die bei der Therapie Ihres Multiplen Myeloms auftreten können.

Hier geht es zur Einleitung des Kurses: „Augenprobleme bei der Myelom Therapie“

Augenprobleme bei Multiplem Myelom verstehen

Warum kann es während der Therapie eines Multiplen Myeloms zu Augenproblemen kommen?

Aufgrund der Effektivität Ihrer Therapieform werden die Krebszellen bekämpft. Aber nicht nur die Krebszellen werden bekämpft, sondern als Nebenwirkung können auch gesunde Zellen betroffen sein. Hier möchte ich vor allem die Augenoberfläche und die Hornhaut erwähnen. Die Hornhaut ist unsere Windschutzscheibe im Auge. Diese muss immer klar sein, sodass der Zellumsatz und die Zellteilung dort sehr hoch sind und sehr rasch erfolgen. Aufgrund dessen können diese sich rasch teilenden gesunden Zellen auch als Nebenwirkung von der Therapie betroffen sein.

Welche Augenprobleme können während der Therapie eines Multiplen Myeloms auftreten? 

Es gibt verschiedene Probleme, die an den Augen während Ihrer Therapie auftreten können. Diese sind zum einen natürlich davon abhängig, welche Therapie individuell für Sie ausgewählt worden ist. Manche Präparate können eher dazu führen, dass zum Beispiel Veränderungen an der Hornhaut auftreten oder an der Augenoberfläche. Die Hornhaut ist unsere klare Windschutzscheibe, durch die wir schauen. Wenn diese betroffen ist, können Sie beispielsweise Dinge wie verschwommenes Sehen feststellen oder dass die Brille vielleicht nicht mehr passt. Haben wir seltenere Beschwerden, die beispielsweise die Netzhaut oder den Sehnerven oder den Augeninnendruck betreffen, sind dies Befunde, die zwar seltener auftreten, aber auch von uns bei Kontrollen gesehen werden können.

Wie oft kommt es zu Augenproblemen während der Therapie und wie stark können diese ausgeprägt sein?

Sie fragen sich sicherlich, wie oft Augenprobleme auftreten können. Hierbei muss ich Ihnen natürlich sagen, dass es unterschiedlichste Therapieformen gibt, die individuell für Sie mit Ihren Onkologinnen und Onkologen ausgewählt werden. Je nach Therapieform können Augenprobleme häufiger oder seltener auftreten. Wenn diese häufiger auftreten, wird dies sicherlich aber auch in Ihrem Aufklärungsgespräch erwähnt werden, sodass auch Sie aufmerksam sind und wir als Augenärztinnen und Augenärzte natürlich bereits involviert werden. Was Sie tun können oder was für Sie ein Risikofaktor sein könnte für die Entstehung dieser Augenprobleme ist zum Beispiel ein trockenes Auge, was schon vorab besteht oder wenn Sie eher zu Entzündungen am Auge neigen oder eine Allergie an den Augen haben. Diese Dinge können dazu führen, dass vielleicht mehr Probleme mit den Augen im Verlauf auftreten, aber auch vorbestehende andere Augenerkrankungen, wegen deren Sie vielleicht schon in Behandlung sind bei Ihrem Augenarzt oder ihrer Augenärztin können ein Risiko darstellen, dass die Augenprobleme entwickeln. Aufgrund dessen sind die Augenkontrollen so wichtig, damit wir eine Basisuntersuchung haben und Sie gezielt während der Therapie betreuen und begleiten können.

Hier geht es zum Video-Interview: „Augenprobleme bei Multiplem Myelom verstehen“

Vorbereitung auf mögliche Augenprobleme unter der Therapie

Warum ist eine augenärztliche Untersuchung vor Beginn der Therapie wichtig und was wird dabei untersucht? 

Eine augenärztliche Kontrolle bereits zu Therapiebeginn ist wichtig, denn wir können an diesem Termin Ihre Augen zum einen umfassend untersuchen, mit Ihnen über mögliche Probleme sprechen, die vielleicht schon zuvor bestehen und wir können auch sehen, ob Sie ein Risiko mit sich tragen, Augenprobleme zu entwickeln. Das heißt, wir haben eine Basisuntersuchung aufgrund dessen wir auch im Verlauf bereits bei kleinsten Veränderungen, die Sie selbst vielleicht noch gar nicht merken, reagieren könnten. Bei der Basisuntersuchung erheben wir einen Status, wie es aktuell Ihren Augen geht. Das bedeutet, wir gehen gemeinsam ins Gespräch, sprechen über mögliche Beschwerden, die Sie haben, Symptome, die auftreten. Wir machen einen Sehtest, testen eventuell noch einmal Ihre Brille oder Kontaktlinsen vor Therapiebeginn Wir messen eventuell den Augeninnendruck und schauen uns aber auch mit der sogenannten Spaltlampe, also dem Mikroskop, mit dem wir AugenärztInnen Sie untersuchen, die Augen noch mal ganz genau an. In dem Rahmen schauen wir uns natürlich auch Ihre Netzhaut und Ihren Sehnervenkopf an, um zu schauen, dass dort auch alles in Ordnung ist oder ob es vielleicht vorbestehende Probleme gibt, von denen Sie oder wir auch noch nicht wussten. Wir dokumentieren die Befunde und können dann im Verlauf auch kleine Veränderungen feststellen. Nun fragen Sie sich wahrscheinlich, wie wir in Kontakt treten mit Ihnen. In der Regel erfolgt dies auch mit Zusammenarbeit der Onkologinnen und Onkologen. Wir arbeiten als interdisziplinäres Team, um Sie im Rahmen Ihrer Multiplen Myelom Therapie zu begleiten.

Wie komme ich zu einem Augenarzttermin?

Das ist eine wichtige Frage und sicherlich auch relevant für Sie und Ihre Versorgung während der Therapie des Multiplen Myeloms. Ich empfehle stets, dass Sie mit Ihrer behandelnden Onkologin und Onkologen in Austausch gehen, wenn Sie selbst keinen augenärztlichen Termin erhalten können oder haben. Dann bitte ich Sie, auf Ihre Onkologin zuzugehen, damit diese helfen, einen Termin in der augenärztlichen Praxis zu vermitteln, gegebenenfalls auch einem Kollegen oder einer Kollegin, der oder die darauf spezialisiert ist.

Kann ich schon vor der Behandlung etwas tun, um Augenprobleme vorzubeugen? 

An dieser Stelle kommt sicherlich die Frage auf, was Sie als Patient oder Patientin tun können, um diesen Problemen vorzubeugen. Auch das können wir gerne im ersten Gespräch adressieren. Das bedeutet, ich kläre Sie oder meine Kolleginnen klären Sie darüber auf, was Sie tun können. Wenn Sie bereits beispielsweise ein fortbestehendes, trockenes Auge haben, empfehlen wir, befeuchtende, unkonservierte Tränenersatzmittel zu verwenden. Wenn allerdings andere Augenerkrankungen bestehen, kann natürlich auch dementsprechend eine Therapie eingeleitet werden, um bestmögliche Voraussetzungen vor Therapiestart zu schaffen.

Wie kann ich mich auf mögliche vorübergehende Seheinschränkungen im Alltag vorbereiten? 

An dieser Stelle möchte ich Ihnen zunächst die Sorge nehmen vor diesen Augenproblemen. Viele dieser Veränderungen sind reversibel. Das bedeutet, dass sie im Verlauf wieder rückläufig sind und auch keine Probleme mehr darstellen können. Aber wie Sie im Alltag darauf reagieren und wie Sie sich darauf einstellen können, dass Sie einer derjenigen oder diejenige sind, die Probleme haben, macht sicherlich Sinn. Zum einen empfehle ich stets, Ihre Angehörigen zu informieren, dass das auftreten kann. Sich selbst damit zu befassen, dass es auftreten kann, zum Beispiel indem man sich darauf einstellt, eventuell zwischendurch kein Auto fahren zu dürfen oder am Straßenverkehr als Fahrradfahrerin teilnehmen zu können. Das bedeutet, man wechselt auf den öffentlichen Nahverkehr, richtet sich zu Hause so ein, dass Stolperfallen vermieden werden. Man stellt sich darauf ein, dass die Brille nicht mehr passen könnte. All dies sind Dinge, die man schon mitnehmen kann nach diesem ersten Gespräch, um möglichst gut vorbereitet zu sein.

Hier geht es zum Video-Interview: „Vorbereitung auf mögliche Augenprobleme unter der Therapie“

Kontrolluntersuchungen während der Therapie

Warum sollten während der Therapie regelmäßig augenärztlichen Kontrollen erfolgen? 

Während der Therapie sollten regelmäßige augenärztliche Kontrollen erfolgen. Wir sollten in diesen Untersuchungen sehen, ob die Augenoberfläche, die Augen, selbst die Netzhaut sich verändert haben. Ob es Dinge gibt, die uns in dem Falle dazu veranlassen würden, beispielsweise eine Therapie der Augen anzupassen. Aber auch, ob Ihre Onkologin und Onkologen die Therapie des Multiplen Myeloms anpassen müssen. Das ist abhängig davon, welche Therapieoptionen Sie erhalten. Denn manche Therapien sind davon abhängig, dass keine Augenprobleme auftreten bzw. dem Schweregrad der Augenprobleme. Deshalb sind wir in engem Austausch um mit Ihren Onkologen gemeinsam zu besprechen, ob eventuell eine Therapie, Reduktion oder eine Therapiepause notwendig ist, damit Ihre Augen sich erholen können.

Wann und wie oft sollten diese Untersuchungen während der Therapie stattfinden?

Während der Therapie sind die Zyklen, in denen wir uns augenärztlich zur Kontrolle sehen, abhängig davon, welche Therapieform Sie erhalten. Das bedeutet, nicht jedes Medikament oder jeder Behandlungsplan ist gleich. Auch hier arbeiten wir aber eng zusammen, um genau das für Sie zu koordinieren. Beispielsweise bei Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten ist es so, dass Sie stets vor dem nächsten Therapiezyklus eine Kontrolle bei uns in der Praxis oder Klinik machen sollten. Alleine schon, um auch Veränderungen zu beobachten, die vielleicht noch nicht zu Beschwerden führen. Denn auch Veränderungen, die asymptomatisch sind, können dazu führen, dass die Therapie eventuell angepasst werden müsste oder pausiert wird.

Welche Tests werden bei augenärztlichen Kontrolluntersuchungen während der Therapie durchgeführt? 

Bei den Kontrolluntersuchungen während Ihrer Therapie ist es so, dass wir zunächst gemeinsam über Beschwerden sprechen. Das heißt, Sie haben Zeit und Möglichkeit zu erwähnen, was im Alltag passiert ist, was Sie stört, ob die Brille nicht passt. All dieses dürfen Sie bitte erwähnen und sollten Sie auch sagen, Wir machen dann einen Sehtest, messen eventuell den Augeninnendruck, schauen uns die Augenoberfläche an der Spaltlampe an dem Mikroskop an, mit dem wir die Augen untersuchen können und geben eventuell auch noch einen Farbstoff auf die Augenoberfläche in Form eines Augentropfens. Mit diesem gelben Augentropfen können wir dann sogar sehen, ob Entzündungen der Augenoberfläche vorliegen oder nicht. Wir schauen uns natürlich auch wieder die Sehnerven und die Netzhaut an, um nichts zu verpassen bei diesem Termin. Dadurch, dass wir uns bereits zuvor bei der Basisuntersuchung gesehen haben, können wir dann auch kleine Veränderungen schon erkennen.

Hier geht es zum Video-Interview: „Kontrolluntersuchungen während der Therapie“

Umgang mit Augenproblemen während der Therapie

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, wenn während der Therapie Augenprobleme auftreten? 

Die Behandlungsoptionen, sofern Augenprobleme auftreten, sind natürlich abhängig davon, welche Probleme auftreten. Beginnen wir vorne am Auge, an der sogenannten Hornhaut unserer Windschutzscheibe. Da ist es so, dass wenn ein trockenes Auge vorliegt und es beispielsweise an der Hornhaut zu Stellen kommt, die auch entzündliche Veränderungen aufweisen, es stets sinnvoll ist, unkonservierte Tränenersatzmittel zu tropfen. Auch darauf weisen unsere Kolleginnen aus der Onkologie in der Regel schon hin, wenn Sie diese Therapie bereits nehmen. Und es treten weitere Veränderungen auf. Dann müssen wir diese manchmal sogar mit Kortison-haltigen Augentropfen oder aber auch im Rahmen von Entzündungen mit antibiotischen Augentropfen behandeln. Wenn wir nun weiter in den hinteren Augenabschnitt gehen, dann ist es so, dass wir dort ja auch immer den Sehnervenkorb und die Netzhaut mitbeurteilen. Wenn wir Veränderungen wie einen erhöhten Augendruck sehen, der sich auf den Sehnervenkopf auswirken kann, ist es so, dass man manchmal auch Augendruck-senkende Tropfen verwenden muss. Aber auch hier ist es so, dass Sie stets augenfachärztlich von uns betreut werden und wir Ihnen einen Therapieplan schreiben, um die Augentropfen regelrecht einnehmen zu können.

Welche Warnsymptome sollte ich beachten und wann muss ich mit meinem Behandlungsteam Kontakt aufnehmen? 

Warnsymptome, auf die ich hier gerne hinweisen möchte, sind zum einen ein rotes Auge, ein stark entzündetes Auge, allerdings auch Schmerzen an den Augen. All dies ist relevant und wichtig, sodass ich Sie bitte, in diesen Fällen direkt Kontakt mit uns als Behandlungsteam aufzunehmen. Weitere Dinge, bei denen man umgehend und zeitnah augenärztlich kontrollieren sollte, sind, wenn plötzlich Blitze als Lichtphänomene auftreten, schwarze Flusen im Gesichtsfeld oder vielleicht ein Vorhang. Das sind Dinge, die bei Netzhautveränderungen auftreten könnten, auch unabhängig von Ihrer Therapie. Das bedeutet, dass wir gerade bei diesen Warnsymptomen – zum einen Schmerzen und Rötung, aber auch Blitzen oder ausgeprägte schwarze Flusen, die durch das Gesichtsfeld fliegen – jederzeit um eine Kontaktaufnahme Ihrerseits bitten.

Wann kann es notwendig sein, die Therapie anzupassen? 

Hinsichtlich der Anpassung Ihrer Therapie ist dies natürlich auch wieder abhängig von dem jeweiligen Behandlungsregime, das Sie und Ihre Onkologin verfolgen. Betrachten wir nun Veränderungen an der Hornhaut, die beispielsweise bei den Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten auftreten können, so ist es so, dass wir manchmal Kortison-haltige Augentropfen zusätzlich zu den Tränenersatzmitteln empfehlen. Wenn die Befunde unter der Fortführung der Therapie gleichbleiben, ist es oft so, dass man die Therapie im gewohnten Zyklus fortführen kann. Sehen wir jedoch eine Verschlechterung und beispielsweise eine Wunde auf der Hornhaut oder eine sogenannte Ulzeration, ist es notwendig, dass man die Therapie bisweilen pausieren muss oder die Dosis reduziert. Eine Ulzeration ist ein Geschwür, was auftreten kann. Das bedeutet, wir haben eine Wunde, zum Beispiel auf der Hornhaut und eine Wunde, die nicht heilt. Und wo die Oberfläche geöffnet ist, besteht stets auch das Risiko, dass Infekt Erreger eintreten können. Aber auch dies besprechen wir im interdisziplinären Team, um natürlich die bestmögliche Therapie für Ihr Multiples Myelom auch fortführen zu können.

Hier geht es zum Video-Interview: „Umgang mit Augenproblemen während der Therapie“

Erholung von Augenproblemen nach der Therapie

Wie lange können Augenprobleme nach Ende der Therapie bestehen bleiben?

Bezüglich der Frage, wie lange Ihre Augenprobleme bestehen, hängt dies auch wieder von der Therapieform und den Augenproblemen, die Sie entwickelt haben, ab. Nehmen wir als Beispiel hier zum einen das trockene Auge oder aber Veränderungen, die an der Hornhaut beispielsweise unter der Therapie mit Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten entstehen können. Diese sind bei milden Verläufen in der Regel nach wenigen Wochen wieder verschwunden. Als Zeitrahmen kann man hier ungefähr 3 bis 4 Wochen nennen. Bei moderaten oder schweren Befunden oder vielleicht sogar einer Ulzeration der Hornhaut ist es allerdings so, dass sich die Erholung etwas in die Länge ziehen kann. Das bedeutet mehrere Wochen oder vielleicht sogar Monate. Dies ist aber selten der Fall. Hinsichtlich der Beschwerden, die auftreten, kann eine Kataraktentwicklung, also ein verschwommenes Sehen, die Brille passt nicht mehr, häufig durch Medikamente begünstigt werden, die Sie erhalten. In dem Fall ist es so, dass man den sogenannten grauen Star, den Katarakt, operieren müsste. Diese Operation ist jedoch nicht dringend notwendig, kann im Verlauf aber in der Regel unkompliziert im ambulanten Rahmen erfolgen.

Erholen sich meine Augen nach der Therapie vollständig oder bleiben manchmal dauerhafte Veränderungen zurück? 

In Regel erholen sich Ihre Augen wieder vollständig. Dies ist jedoch abhängig davon, welche Augenprobleme Sie während der Therapie erlebt haben und welche Beschwerden aufgetreten sind. Es gibt manche Dinge, beispielsweise wie einen Katarakt, der ist nicht rückläufig oder reversibel.

Welche Nachkontrollen oder langfristigen Maßnahmen sind nach der Therapie sinnvoll?

Hinsichtlich der Nachkontrollen nach Abschluss Ihrer Therapie des Multiplen Myeloms ist es wichtig, dass Sie weiterhin augenärztlich betreut werden. Dies kann natürlich auch gerne integriert werden in allgemeine Vorsorgen beim Augenarzt oder Ihrer Augenärztin. In dem Rahmen sollten Sie dann auch bitte immer erwähnen, dass Sie die Therapie des Multiplen Myeloms in der Vergangenheit erhalten haben oder bekommen. Die Nachkontrollen selbst richten sich hinsichtlich des Zeitintervalls natürlich zum einen nach Ihren Beschwerden, aber vielleicht auch nach anderen Augenerkrankungen. Generell ist es sinnvoll, auch einmal im Jahr zur augenärztlichen Kontrolle zu gehen, wenn Sie die Therapie abgeschlossen haben. Bei Beschwerden natürlich gerne frühzeitiger.

Hier geht es zum Video-Interview: „Erholung von Augenproblemen nach der Therapie“

Meine Nachricht an Sie

Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen für die Therapie alles Gute und möchte Ihnen gerne die Angst nehmen vor Augenproblemen. Es gibt Dinge, die können wir als Augenärztinnen und Augenärzte gut gemeinsam mit den Onkologinnen und Onkologen behandeln. Haben Sie keine Sorge, auch diese Beschwerden im Alltag, die Sie wahrnehmen, zu äußern, wenn Sie die Arztgespräche führen. Auch kleine Veränderungen können für uns und Sie sinnvoll sein, so dass ich Sie bitten möchte, auch diese zu erwähnen.

Hier geht es zum Video-Interview: „Meine Nachricht an Sie“

Geprüft Dr.in Leonie Menghesha: Stand September 2026 | Quellen und Bildnachweis
ambulant
Die Behandlung erfolgt ohne einen nächtlichen Aufenthalt im Krankenhaus.
Behandlungsplan
Umfasst Informationen darüber, welche Behandlungen, Medikamente oder Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt durchgeführt werden sollen, um die beste Genesung oder Verbesserung der Gesundheit zu erreichen.
Multiples Myelom
Das Multiple Myelom ist eine bösartige Tumorerkrankung, die von den Plasmazellen des Knochenmarks ausgeht und zur Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome zählt.
Netzhaut
Eine dünne Schicht im Inneren des Auges, die Licht aufnimmt und in Signale für das Gehirn umwandelt.
Onkologie
Fachbereich der Medizin, der sich mit bösartigen Tumoren und anderen Krebserkrankungen beschäftigt.