4. Umgang mit Augenproblemen während der Therapie

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, wenn während der Therapie Augenprobleme auftreten?

Welche Behandlung notwendig ist, hängt davon ab, welche Augenprobleme auftreten und welcher Bereich des Auges betroffen ist.

Häufig sind zunächst die Augenoberfläche und die Hornhaut betroffen. Bei trockenen oder gereizten Augen werden in erster Linie befeuchtende Tränenersatzmittel, die frei von Konservierungsstoffen sind, eingesetzt. Diese helfen, die Augenoberfläche zu stabilisieren und Beschwerden zu lindern.

Wenn zusätzlich Entzündungen auftreten, können je nach Befund auch Kortison-haltige Augentropfen oder in bestimmten Fällen antibiotische Augentropfen notwendig sein.

Werden Veränderungen im hinteren Augenabschnitt festgestellt, etwa ein erhöhter Augeninnendruck, können zusätzlich augendrucksenkende Tropfen eingesetzt werden, um den Sehnerv zu schützen.

Die Behandlung erfolgt immer in engmaschiger augenärztlicher Betreuung. Sie erhalten einen klaren Therapieplan, damit die Augentropfen richtig angewendet werden und die Therapie gut kontrolliert werden kann.

Wichtig zur Behandlung

Augentropfen wirken nur zuverlässig, wenn sie regelmäßig und korrekt angewendet werden. Lassen Sie sich die Anwendung in der Praxis genau zeigen, wenn Sie unsicher sind.

Welche Warnsymptome sollte ich beachten und wann muss ich mit meinem Behandlungsteam Kontakt aufnehmen?

Bestimmte Symptome sollten immer ernst genommen und rasch augenärztlich abgeklärt werden. Dazu gehören:

  • ein gerötetes oder stark entzündetes Auge
  • Augenschmerzen
  • plötzlich auftretende Lichtblitze
  • viele neue „schwarze Punkte“ oder „Flusen“ im Sichtfeld
  • ein Schatten oder „Vorhang“ im Gesichtsfeld

Diese Beschwerden können auf Veränderungen der Netzhaut oder andere ernsthafte Augenprobleme hinweisen und sollten rasch behandelt werden.

Auch eine plötzliche Verschlechterung des Sehens sollte zeitnah abgeklärt werden.

Wann kann es notwendig sein, die Therapie anzupassen?

Ob eine Anpassung der Myelom-Therapie notwendig ist, hängt vom Ausmaß der Augenveränderungen ab. Leichte Veränderungen der Augenoberfläche können oft behandelt werden, ohne die Krebstherapie zu unterbrechen.

Wenn sich die Befunde stabil halten, kann die Therapie meist wie geplant fortgeführt werden. Bei stärkeren Veränderungen, etwa einer schlecht heilenden Wunde der Hornhaut (Ulzeration), kann es jedoch notwendig sein, die Behandlung vorübergehend zu pausieren oder die Dosis zu reduzieren.

Die Entscheidung über eine mögliche Therapieanpassung wird immer gemeinsam im interdisziplinären Team aus Onkologie und Augenheilkunde getroffen, um die bestmögliche Behandlung für das Multiple Myelom und gleichzeitig den Schutz der Augen sicherzustellen.

Warnzeichen seltener Komplikationen

In seltenen Fällen können Infektionen im Rahmen einer geschwächten Immunabwehr auftreten. Sehr selten kann dies auch die Augen betreffen, zum Beispiel durch Entzündungen der Netzhaut. Hinweise darauf können verschwommenes Sehen oder plötzlich vermehrte „Flusen“ im Sichtfeld sein.

Auch hier gilt: Bei solchen Symptomen sollte rasch eine augenärztliche Abklärung erfolgen.

Diesen Kurs bewerten

Ihr Feedback hilft anderen Nutzern die für sie passenden Kurse zu finden.

0 / 5 (0)

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Wir freuen uns über Ihr Feedback

Wir entwickeln fortlaufend neue Kurse und lernen dabei nie aus. Dabei berücksichtigen wir gerne Ihre Wünsche und Anregungen. Wir freuen uns daher sehr über Ihr Feedback. Bitte beachten Sie, dass wir keine personenbezogenen medizinischen Auskünfte geben können. Sollten Sie dazu Fragen haben, klären Sie diese bitte in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.


    (Optional - Sollten Sie eine Antwort wünschen)

    Geprüft Dr.in Leonie Menghesha: Stand September 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Netzhaut
    Eine dünne Schicht im Inneren des Auges, die Licht aufnimmt und in Signale für das Gehirn umwandelt.
    Onkologie
    Fachbereich der Medizin, der sich mit bösartigen Tumoren und anderen Krebserkrankungen beschäftigt.