1. Augenprobleme bei Multiplem Myelom verstehen

Warum kann es während der Therapie eines Multiplen Myeloms zu Augenproblemen kommen?

Moderne Therapien gegen das Multiple Myelom wirken gezielt gegen Krebszellen und tragen wesentlich zum Behandlungserfolg bei. Manche Medikamente können jedoch auch gesunde Zellen beeinflussen. Besonders betroffen können die Augenoberfläche und die Hornhaut sein.

Die Hornhaut ist die klare Vorderseite des Auges. Sie ermöglicht scharfes Sehen und schützt das Auge. Da sich die Zellen der Hornhaut regelmäßig erneuern, können sie empfindlich auf bestimmte Medikamente reagieren. Dadurch können während der Therapie Veränderungen an der Hornhaut oder der Augenoberfläche auftreten, die Beschwerden verursachen.

Gut zu wissen

Auch wenn Sie keine Beschwerden bemerken, können Veränderungen am Auge bereits vorhanden sein. Deshalb sind die empfohlenen augenärztlichen Kontrollen wichtig – sie helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Welche Augenprobleme können während der Therapie eines Multiplen Myeloms auftreten?

Welche Augenprobleme auftreten können, hängt unter anderem von der verwendeten Therapie ab. Einige Medikamente können Veränderungen an der Hornhaut oder der Augenoberfläche verursachen.

Mögliche Beschwerden sind:

  • verschwommenes oder unscharfes Sehen
  • Schwankungen der Sehschärfe
  • das Gefühl, dass die bisherige Brille nicht mehr optimal passt
  • trockene, gereizte oder empfindliche Augen
  • vermehrter Tränenfluss oder Fremdkörpergefühl

Seltener können auch andere Bereiche des Auges betroffen sein, beispielsweise die Netzhaut , der Sehnerv oder der Augeninnendruck. Solche Veränderungen werden häufig bei augenärztlichen Kontrollen erkannt, bevor sie selbst bemerkt werden.

Wie oft kommt es zu Augenproblemen während der Therapie und wie stark können diese ausgeprägt sein?

Wie häufig Augenprobleme auftreten, hängt von der jeweiligen Therapie ab. Manche Medikamente verursachen nur selten Augenbeschwerden, bei anderen treten sie häufiger auf. Ihr Behandlungsteam wird Sie über mögliche Nebenwirkungen informieren und gegebenenfalls regelmäßige augenärztliche Kontrollen empfehlen.

Die Ausprägung der Beschwerden kann sehr unterschiedlich sein. Manche Betroffene bemerken nur leichte Symptome, während andere vorübergehend stärker beeinträchtigt sein können. In vielen Fällen können Beschwerden durch eine frühzeitige Behandlung oder unterstützende Maßnahmen gut kontrolliert werden.

Bestimmte Faktoren können das Risiko für Augenprobleme erhöhen. Dazu gehören:

  • bereits vorbestehende trockene Augen
  • Allergien am Auge
  • wiederkehrende Entzündungen der Augenoberfläche
  • andere bekannte Augenerkrankungen

Deshalb ist eine augenärztliche Untersuchung vor Beginn der Therapie besonders wichtig. Sie dient als Ausgangsbefund und ermöglicht es, Veränderungen während der Behandlung frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.

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    Geprüft Dr.in Leonie Menghesha: Stand September 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Netzhaut
    Eine dünne Schicht im Inneren des Auges, die Licht aufnimmt und in Signale für das Gehirn umwandelt.