2. Vorbereitung auf mögliche Augenprobleme unter der Therapie

Warum ist eine augenärztliche Untersuchung vor Beginn der Therapie wichtig und was wird dabei untersucht?

Eine augenärztliche Untersuchung vor Beginn der Therapie dokumentiert den aktuellen Zustand Ihrer Augen. Diese sogenannte Basisuntersuchung ist wichtig, damit Veränderungen während der Behandlung früh erkannt werden können. Oft können Augenveränderungen bereits festgestellt werden, bevor sie Beschwerden verursachen.

Bei diesem Termin spricht die Augenärztin oder der Augenarzt mit Ihnen über bestehende Augenerkrankungen, Beschwerden oder Risikofaktoren. Anschließend werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:

  • ein Sehtest zur Überprüfung der Sehschärfe
  • die Kontrolle Ihrer Brille oder Kontaktlinsen
  • die Messung des Augeninnendrucks
  • die Untersuchung der Augenoberfläche und der Hornhaut
  • die Beurteilung von Netzhaut und Sehnerv

Alle Befunde werden dokumentiert. So können spätere Veränderungen besser erkannt und eingeordnet werden.

Wichtig ist auch die enge Zusammenarbeit zwischen Augenärzt:innen und Onkolog:innen. Gemeinsam begleiten sie Ihre Behandlung und sorgen dafür, dass mögliche Augenprobleme frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Wie komme ich zu einem Augenarzttermin?

Idealerweise wird die augenärztliche Untersuchung bereits vor Beginn der Therapie organisiert. Wenn Sie bereits eine Augenärztin oder einen Augenarzt haben, können Sie dort einen Termin vereinbaren.

Falls Sie keinen Termin erhalten oder noch keine augenärztliche Betreuung haben, sprechen Sie Ihr Behandlungsteam an. Augenärzt:innen sind ein wichtiger Teil des interdisziplinären Teams bei der Behandlung des Multiplen Myeloms. Ihre Onkologin oder Ihr Onkologe kann Sie bei der Suche nach einer geeigneten Praxis unterstützen und gegebenenfalls eine Überweisung oder Terminvermittlung organisieren.

Gerade wenn regelmäßige Kontrollen während der Therapie erforderlich sind, ist eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten besonders wichtig.

Tipp für die Terminplanung

Vereinbaren Sie den augenärztlichen Termin möglichst frühzeitig. In manchen Regionen können die Wartezeiten mehrere Wochen betragen.

Kann ich schon vor der Behandlung etwas tun, um Augenprobleme vorzubeugen?

Ja. Bereits vor Beginn der Therapie können Maßnahmen gesetzt werden, um die Augen bestmöglich auf die Behandlung vorzubereiten.

Wenn Sie unter trockenen Augen leiden, können befeuchtende Augentropfen helfen. Um die Augenoberfläche zu schonen sind Tränenersatzmittel die frei von Konservierungsstoffen sind besonders geeignet. Bestehen andere Augenerkrankungen, sollten diese möglichst vor Therapiebeginn behandelt oder gut eingestellt werden.

Darüber hinaus kann es hilfreich sein, bestehende Beschwerden bereits bei der ersten augenärztlichen Untersuchung anzusprechen. So können individuelle Empfehlungen gegeben werden.

Wie kann ich mich auf mögliche vorübergehende Seheinschränkungen im Alltag vorbereiten?

Augenprobleme während der Therapie können belastend sein. Die gute Nachricht ist jedoch, dass viele therapiebedingte Veränderungen vorübergehend sind. Sie bilden sich mit Anpassung der Behandlung oder nach Therapieende wieder zurück.

Trotzdem kann es sinnvoll sein, sich frühzeitig auf mögliche Einschränkungen vorzubereiten. So können Sie Ihren Alltag sicherer und entspannter gestalten.

Sprechen Sie mit Angehörigen oder nahestehenden Personen darüber, dass vorübergehende Sehprobleme auftreten können. So können Sie bei Bedarf Unterstützung erhalten. Falls sich Ihr Sehvermögen verändert, sollten Sie außerdem mit Ihrem Behandlungsteam besprechen, ob Sie weiterhin Auto fahren oder sicher am Straßenverkehr teilnehmen können.

Auch zu Hause können kleine Anpassungen helfen, Stürze und Unsicherheiten zu vermeiden. Dazu gehört beispielsweise das Entfernen von Stolperfallen oder eine gute Beleuchtung in Wohnräumen.

Seheinschränkungen im Alltag meistern

Informieren Sie Ihre Mitmenschen

  • Bitten Sie Familie oder Freund:innen bei Bedarf um Unterstützung.

Steigen Sie auf öffentliche Verkehrsmittel um

  • Verzichten Sie auf das Autofahren, wenn Ihr Sehvermögen eingeschränkt ist.

Beseitigen Sie Stolperfallen zu Hause

  • Entfernen Sie lose Teppiche und sorgen Sie für gute Beleuchtung.

Diesen Kurs bewerten

Ihr Feedback hilft anderen Nutzern die für sie passenden Kurse zu finden.

0 / 5 (0)

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Wir freuen uns über Ihr Feedback

Wir entwickeln fortlaufend neue Kurse und lernen dabei nie aus. Dabei berücksichtigen wir gerne Ihre Wünsche und Anregungen. Wir freuen uns daher sehr über Ihr Feedback. Bitte beachten Sie, dass wir keine personenbezogenen medizinischen Auskünfte geben können. Sollten Sie dazu Fragen haben, klären Sie diese bitte in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.


    (Optional - Sollten Sie eine Antwort wünschen)

    Geprüft Dr.in Leonie Menghesha: Stand September 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Netzhaut
    Eine dünne Schicht im Inneren des Auges, die Licht aufnimmt und in Signale für das Gehirn umwandelt.