Bei der Myasthenia gravis ist der sogenannte Antikörperstatus ein zentraler Faktor für die Therapieentscheidung. Er sagt aus, welche Antikörper bei Ihnen im Blut nachweisbar sind. Die Erkrankung kann durch unterschiedliche Antikörper verursacht werden, die jeweils verschiedene Mechanismen im Körper auslösen.
Am häufigsten sind Antikörper gegen den Acetylcholin-Rezeptor (AChR). Daneben gibt es auch andere Formen, zum Beispiel:
- MuSK-Antikörper
- LRP4-Antikörper
- sogenannte seronegative Formen, bei denen keine für die Erkrankung typischen Antikörper nachgewiesen werden können
Diese Unterschiede sind wichtig, weil sie beeinflussen, welche Therapien wirksam sind.
Zum Beispiel sind bestimmte moderne Therapien, wie die Komplementhemmung, besonders gut bei Patient:innen mit AChR-Antikörpern untersucht und zugelassen. In gewissen Fällen können solche Behandlungen aber auch bei anderen Antikörperformen erwogen werden. Bei anderen Formen der Myasthenie spielt dieser Mechanismus wiederum keine Rolle, sodass andere Therapien sinnvoller sind.
Der Antikörperstatus hilft also dabei, die Behandlung gezielt und individuell zu planen.

