Bei der Myasthenia gravis spielen Antikörper eine zentrale Rolle. Sie greifen Strukturen an der Verbindung zwischen Nerven und Muskeln an, der sogenannten neuromuskulären Endplatte. Dadurch wird die Signalübertragung gestört und es kommt zu Muskelschwäche.
Bei bestimmten Formen der Erkrankung wird zusätzlich das sogenannte Komplementsystem aktiviert. Das ist ein Teil des Immunsystems, der normalerweise dabei hilft, Krankheitserreger zu bekämpfen. In diesem Fall trägt es jedoch dazu bei, die Endplatte weiter zu schädigen.
Hier setzen Komplement-Inhibitoren an. Diese modernen, zielgerichteten Medikamente blockieren gezielt Teile dieser Abfolge von Reaktionen im Immunsystem und können so verhindern, dass die Endplatte weiter zerstört wird. Ziel ist es, die neuromuskuläre Endplatte vor weiterer Schädigung zu schützen und dadurch die Übertragung der Nervensignale an den Muskel zu verbessern.
Diese Therapie kommt vor allem für Patient:innen infrage mit:
- Acetylcholin-Rezeptor-(AChR)-Antikörper-positiver Myasthenia gravis
- einer generalisierten Form der Erkrankung
- weiterhin bestehenden Beschwerden trotz Standardtherapie
- höherer Krankheitsaktivität oder wiederholten Verschlechterungen
Ein Vorteil der Therapie kann sein, dass sich die Symptome verbessern und in manchen Fällen auch die Kortisondosis reduziert werden kann.
Therapieoptionen verstehen
Wenn eine neue Therapie vorgeschlagen wird, fragen Sie ruhig nach:
Ein gutes Verständnis hilft Ihnen, gemeinsam Entscheidungen zu treffen.