Zu Beginn der Behandlung der Myasthenia gravis werden in der Regel Medikamente eingesetzt, die rasch gegen die Symptome wirken. Laut den Leitlinien beginnt die Therapie – unabhängig von der genauen Ausprägung – häufig mit einer solchen symptomatischen Behandlung.
Das wichtigste Medikament in dieser Phase ist Pyridostigmin. Es verbessert die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln und kann dadurch typische Beschwerden wie:
- Doppelbilder
- Schluck- oder Sprechprobleme
- Muskelschwäche
deutlich lindern.
Die Wirkung tritt meist nach 30 bis 45 Minuten ein, hält aber nur etwa 2 bis 4 Stunden an. Deshalb wird das Medikament mehrmals täglich eingenommen und individuell angepasst.
Viele Patient:innen merken schnell, wann das Medikament wirkt und wann die Wirkung nachlässt. Dadurch lässt sich die Einnahme oft gut an den Alltag anpassen.
Typische Nebenwirkungen sind:
- Durchfall
- Bauchkrämpfe
Diese hängen mit der Wirkweise des Medikaments zusammen und können oft durch Anpassung der Dosierung oder der Einnahmeform verbessert werden.
Pyrostigmin kommt nicht als Dauertherapie zum Einsatz. Es wird zur symptomatischen Therapie verwendet, um zu kurzfristiger Linderung zu verhelfen. Bei vermehrtem Gebrauch dieser Therapie sollte das Behandlungsteam aufgesucht und die Krankheitlast neu bewertet werden. Dann sollten die Therapie gegebenenfalls angepasst werden.
