4. Stammzelltransplantation bei der Sichelzellkrankheit

Für wen kommt eine Stammzelltransplantation infrage?

Die Stammzelltransplantation ist derzeit eine der wenigen Behandlungen, die eine dauerhafte Heilung der Sichelzellkrankheit ermöglichen kann. Sie kommt vor allem für Patient:innen mit schweren Krankheitsverläufen infrage, insbesondere wenn bereits wiederholte Krisen oder Organschäden auftreten.

Bei einer Stammzelltransplantation wird das kranke blutbildende System durch gesunde Stammzellen eines Spenders ersetzt, um langfristig ein neues gesundes Blutsystem aufzubauen.

Wichtig ist ein passender Spender, idealerweise ein Geschwisterspender. Gleichzeitig handelt es sich um eine intensive Therapie mit möglichen Risiken wie Infektionen, Abstoßungsreaktionen oder Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit. Deshalb sind ausführliche Beratung, sorgfältige Vorbereitung und individuelle Abwägung besonders wichtig.

Gerade bei Kindern stehen Eltern oft vor schwierigen Entscheidungen. Eine frühzeitige Behandlung kann langfristige Schäden verhindern, weshalb gute Aufklärung entscheidend ist.

Wie läuft eine Stammzelltransplantation ab?

Vor einer Stammzelltransplantation erfolgen zunächst umfassende Voruntersuchungen sowie intensive Gespräche mit dem Behandlungsteam. Danach wird das eigene Knochenmark durch eine vorbereitende Therapie behandelt, damit die neuen Stammzellen Platz finden.

Die Behandlung umfasst in der Regel mehrere Schritte:

  • Vor der Transplantation
    • Auswahl eines geeigneten Spenders
    • starke Medikamente (Chemotherapie), damit die neuen Stammzellen im Knochenmark Platz finden
  • Übertragung der Stammzellen

Nach der Transplantation dauert es einige Wochen, bis das Knochenmark neue Blutzellen bildet. In dieser Zeit ist eine enge medizinische Überwachung besonders wichtig.

Was ist nach einer Transplantation zu beachten und welche Risiken gibt es?

Auch nach erfolgreicher Transplantation bleibt eine lebenslange Nachsorge notwendig, insbesondere um Spätfolgen früh zu erkennen. Besonders im ersten Jahr sind regelmäßige Kontrollen und die Einnahme immunsuppressiver Medikamente (Medikamente, die das Immunsystem vorübergehen bremsen) wichtig, damit die transplantierten Stammzellen dauerhaft anwachsen und schwere Immunreaktionen wie eine Spender-gegen-Wirt-Erkrankung verhindert werden.

Mögliche Risiken sind unter anderem:

  • schwere Infektionen
  • Transplantatversagen oder Abstoßungsreaktionen
  • Spender-gegen-Wirt-Erkrankungen (GvHD): Dabei greifen bestimmte Abwehrzellen des Spenders den Körper der behandelten Person an.

Zusätzlich kann die vorbereitende Chemotherapie die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Deshalb wird bei Jugendlichen häufig bereits vor der Behandlung über Möglichkeiten zur Fertilitätserhaltung gesprochen, etwa durch Kryokonservierung.

Trotz dieser Risiken sind die Heilungschancen bei passendem Geschwisterspender oft sehr gut. Viele Betroffene können langfristig ein weitgehend normales Leben führen.

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    Geprüft Dr.in Gabriele Kropshofer: Stand Juni 2026 | Quellen und Bildnachweis