2. Basisbehandlung bei atopischer Dermatitis

Pflege bei trockener Haut

Mit der Wahl der richtigen Hautpflege und Kosmetika können Sie Beschwerden durch die atopische Dermatitis vorbeugen und Ihrer Haut das geben, was sie braucht.

Basispflege bei atopischer Dermatitis

Eine gute Basispflege ist die Grundlage der Behandlung von atopischer Dermatitis, auch bekannt als Neurodermitis.

Das sollte eine gute Creme enthalten:

  • Freie Fettsäuren, Cholesterol, Ceramide: Bei atopischer Dermatitis fehlen der Haut Strukturproteine und Fettstoffe. Diese sollten in den Pflegeprodukten enthalten sein.
  • Keine Duftstoffe oder Konservierungsmittel: So vermeiden Sie, dass Sie allergisch auf die Creme reagieren
  • Im Sommer: Ziehen Sie wasserhaltige Produkte vor.
  • Im Winter: Verwenden Sie fetthaltige Produkte. Die Luftfeuchtigkeit ist im Winter besonders niedrig und die Haut benötigt daher viel Pflege.

Was sollte ich bei Kosmetik und Waschlotionen beachten?

Achten Sie bei der Auswahl von Kosmetika und Waschlotionen auf folgende Eigenschaften:

  • Seifenfrei und pH-neutral
    • Die Haut ist natürlicherweise leicht sauer. Das schützt uns vor Keimen. Seife ist basisch und kann die Haut austrocknen.
  • Ohne Duftstoffe
  • Ohne Konservierungsmittel
  • Vorsicht bei pflanzlichen Produkten
    • Sie können sogenannte allergene Stoffe enthalten, die Ihre Haut irritieren können.
  • Vermeiden Sie Kamillenprodukte
    • Sie wirken oft austrocknend, was die atopische Dermatitis verstärken kann.

Triggerfaktoren bei atopischer Dermatitis

Einige Faktoren, die atopische Dermatitis verstärken können, können Sie selbst beeinflussen. Dazu gehören Triggerfaktoren wie Schweiß und Stress.

 Was sind Triggerfaktoren von atopischer Dermatitis?

  • Schweiß: Schweiß enthält Histamine und Proteasen. Sie können trockene Haut und Ekzeme verstärken. Gehen Sie deshalb nach dem Sport zeitnah duschen.
  • Stress: Jegliche Art von Stress und Aufregung können Juckreiz verstärken.
  • Allergien: Allergien gegen Hausstaubmilben oder Tierhaare können die atopische Dermatitis verstärken.
  • Kleidung: Insbesondere raue und wenig atmungsaktive Kleidung kann die atopische Dermatitis verstärken. Tragen Sie stattdessen Naturmaterialien wie Baumwolle und Seide.
  • Waschmittel: Probieren Sie verschiedene Waschmittel aus, bis Sie eines gefunden haben, das sich für Sie gut anfühlt.
  • Kosmetika und Parfüm: Sie können die Haut reizen.
  • Tabak: Sowohl aktives Rauchen als auch Passivrauch kann die atopische Dermatitis verstärken.
  • Luftverschmutzung: Zum Beispiel LKW-FahrerInnen und BauarbeiterInnen sind häufig Schmutz, Feinstaub und Abgasen ausgesetzt.

Wie erkenne ich meine Triggerfaktoren?

Triggerfaktoren verstärken Beschwerden durch die atopische Dermatitis. 6 bis spätestens 24 Stunden nach dem Kontakt können Triggerfaktoren einen Schub auslösen: Die Haut entzündet sich, wird rot und juckt.

Das Triggerfaktoren-Tagebuch

Manchmal können Sie Triggerfaktoren nicht auf den ersten Blick erkennen. Dann lohnt es sich, für einige Wochen aufzuschreiben, was Sie an jedem Tag gemacht haben und wann. Außerdem schreiben Sie auf, wie stark die Beschwerden an dem Tag waren und ob Sie einen Schub hatten. So können Sie erkennen, ob etwas Ihre Beschwerden verstärkt. Ihre BehandlerInnen können Ihnen helfen, das Tagebuch auszuwerten.

Wie kann ich Triggerfaktoren zuhause vermeiden?

Insbesondere wenn Sie an Allergien leiden, sollten Sie in Ihrem Zuhause einiges beachten:

  • Hausstaubmilbenallergie
    Verzichten Sie auf Teppiche und Vorhänge. In ihnen sammelt sich Staub. Saugen Sie nicht selbst Staub. Während des Saugens wird der Staub aufgewirbelt.
  • Tierhaarallergie
    Wenn Sie Haustiere haben, sollten Sie ein anderes freundliches Zuhause für Sie finden. Bitten Sie befreundete Haustierbesitzer, Ihre Tiere nicht zu Treffen mitzubringen.
  • Pollenallergie
    Lüften Sie in der Stadt morgens, auf dem Land abends. Zu diesen Zeiten sind die wenigsten Pollen und Reizstoffe in der Luft.

Eine Ernährungstherapie meiner Tochter brachte den Trigger (Getreide) ans Licht. Es folgten fast zwei Jahre konsequenter Verzicht auf diese Lebensmittelgruppe. Dies erfordert unheimlich viel Planung und Organisationsvermögen. Heute werden wir dafür belohnt, indem unsere Tochter wieder fast alles essen kann, weil ihr Darm ausreichend Zeit bekommen hat, um zu heilen.

Romy Nutrischlau
Betroffene

Hautreizung vermeiden

Die Haut ist bei atopischer Dermatitis besonders sensibel. Glatte Kleidung schützt Ihre Haut, lindert so Juckreiz und schützt vor Verletzungen.

Welche Kleidung eignet sich bei atopischer Dermatitis?

  • Geeignet: Jede glatte und atmungsaktive Kleidung
    Dazu gehören:

    • Baumwolle
    • Seide
  • Ungeeignet: Jede raue und nicht atmungsaktive Kleidung
    Dazu gehören:

    • Wolle
    • Leinen
    • Polyester

Sport bei atopischer Dermatitis

Sport führt zu Schweiß. Dieser kann Juckreiz auslösen. Gehen Sie deshalb direkt nach dem Sport duschen und betreiben Sie Basispflege. Tragen Sie vor dem Sport keine fetthaltige Creme auf. Diese fördert Schweiß, da die Haut abgedichtet wird. In unserem Kurs „Urlaub mit Atopischer Dermatitis“ finden Sie ausführliche Informationen zu Sport bei atopischer Dermatitis.

Was sollte ich beachten, wenn ich in die Sonne gehe?

Sonne kann sich positiv auf die atopische Dermatitis auswirken. Tragen Sie vorher eine Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor auf, um Sonnenbrand zu vermeiden. Mehr Informationen insbesondere zu Sonnenschutz im Urlaub finden Sie auch in unserem Kurs „Urlaub mit Atopischer Dermatitis“.

Erkrankte Haut für die Sonne immer abdecken, kein unnötiges Waschen und auf sensitive Körperreinigungsmittel achten.

Stefanie Baumann
Betroffene

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Geprüft OÄ Dr.in Christine Bangert: Stand Mai 2022 | Quellen und Bildnachweis

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