1. Grundlagen der Therapie bei atopischer Dermatitis

Therapieoptionen bei atopischer Dermatitis

Atopische Dermatitis kennen viele als Neurodermitis. Wie sie behandelt wird, hängt davon ab, ob Ekzeme auftreten und wie ausgeprägt diese sind.

Wie kann atopische Dermatitis behandelt werden?

Atopische Dermatitis wird nach Schweregrad behandelt:

  • Leicht: Trockene Haut und leichte Ekzeme werden topisch (= lokal) mit Salben behandelt.
  • Mittelschwer: Moderate Ekzeme können zusätzlich mit Lichttherapie behandelt werden.
  • Schwer: Bei schweren, beständigen Ekzemen kommt Systemtherapie zum Einsatz.

Zu allen Therapiestufen gehört die Basispflege unverzichtbar dazu. Cremen Sie sich jeden Morgen und Abend mit Feuchtigkeitscreme ein, insbesondere die Streckseiten von Armen und Beinen. Diese neigen besonders zu trockener Haut und Ekzemen.

Wann sollte die atopische Dermatitis behandelt werden?

Die leichteste Form der atopischen Dermatitis äußert sich in trockener Haut. Sie kann in Ekzemen und schwereren Formen münden. Neurodermitis sollte deshalb immer behandelt werden, auch wenn das Hautbild gut ist.

HautärztInnen – Ihre HauptansprechpartnerInnen

HautärztInnen sind SpezialistInnen für atopische Dermatitis. Mit ihnen besprechen Sie Beschwerden und erarbeiten gemeinsam die Therapieziele:

  • Lebensqualität
    Wie beeinflusst Sie die atopische Dermatitis privat und im Beruf?
  • Juckreiz
    Wie stark ist er und lässt er Sie nachts schlafen?
  • Therapieziele
    Was wünschen Sie sich und was ist bei Behandlung möglich?

Wahl der Therapie bei atopischer Dermatitis

Atopische Dermatitis ist eine dauerhafte Erkrankung. Das Ziel der Behandlung ist also nicht sie zu heilen, sondern Ihre Lebensqualität zu verbessern.

Was ist das Ziel der Behandlung der atopischen Dermatitis?

Die Ziele der Behandlung werden mit allen PatientInnen individuell besprochen. Bei Allergien kann eine begleitende Allergietherapie durchgeführt werden. Oft stehen Juckreiz und die Entzündung der Haut im Mittelpunkt. Werden sie erfolgreich behandelt, hat das viele positive Effekte:

  • Bessere Konzentration
  • Besserer Schlaf
  • Bessere Lebensqualität

Viele Tipps zu Juckreiz und Schlaf finden Sie in unserem Kurs „Schlaf bei atopischer Dermatitis“.

Wie lange ist eine Therapie notwendig und ist eine Heilung möglich?

Eine Heilung der atopischen Dermatitis ist zurzeit noch nicht möglich. Die Erkrankung beruht auf einer angeborenen Störung der Hautbarriere. Die Neigung zu trockener Haut und Ekzemen bleibt ein Leben lang bestehen. Sie sollten deshalb dauerhaft Basispflege betreiben.

Die richtige Therapie für mich finden

Welche Therapie für Sie die richtige ist, ist abhängig von:

  • Dem Schweregrad der atopischen Dermatitis
  • Ihren Wünschen
  • Begleitenden Allergien

Die Basispflege gehört zur Behandlung der atopischen Dermatitis immer dazu.

Allergien bei atopischer Dermatitis

PatientInnen mit atopischer Dermatitis haben überdurchschnittlich häufig Allergien gegen Tierhaare oder Hausstaubmilben. Wenn öfter die Nase zu ist oder Sie rote, juckende Augen haben, kann sich ein Allergietest lohnen. Sie können sich dazu an Haut- oder HNO-ÄrztInnen wenden.

Individuelle Behandlung bei atopischer Dermatitis

Die atopische Dermatitis kann nach Schweregraden eingeteilt werden. Wie schwer die atopische Dermatitis ist, ist entscheidend für die Behandlung und für die Lebensqualität der PatientInnen.

Was ist die stufenweise Behandlung bei atopischer Dermatitis?

Die Stufen der Behandlung bauen aufeinander auf. Jede Stufe beinhaltet die vorherigen Stufen:

  1. Basistherapie
    Dazu gehört die tägliche Basispflege mit Cremes und die Vermeidung von Triggerfaktoren. Stress kann als Trigger wirken. Um diesen zu reduzieren wird psychologische Beratung angeboten.
  2. Milde Form
    Es kommt topische (=örtlicheBehandlung hinzu, zum Beispiel mit Cortison oder Calcineurin-Inhibitoren.
  3. Mittelschwere Form
    Zusätzlich kann die Haut mit UV-B-Licht in der Arztpraxis bestrahlt werden.
  4. Schwere Form
    Bei starker Entzündung, Juckreiz und Schlafstörung kann eine systemische Therapie gewählt werden.

Atopische Dermatitis an sensiblen Körperstellen

Sensiblere Körperstellen wie die Augen, Lippen und Intimbereich sollten nicht mit Cortison, sondern mit Calcineurin-Inhibitoren behandelt werden. Diese sind oft schonender für die Haut.

Für die Basispflege gilt:

  • Augen und Intimbereich: Hier sollten Sie feuchtigkeitshaltige Pflege verwenden, da die Haut an diesen Stellen dünn ist.
  • Lippen: An unseren Lippen befinden sich im Unterschied zur Haut keine Talgdrüsen. Verwenden Sie deshalb für Ihre Lippen fetthaltige Pflege.

Wie kann ich als PatientIn bei der Behandlung mitentscheiden?

Es ist wichtig, dass Sie als PatientIn Ihre Wünsche äußern und mit Ihren BehandlerInnen  gemeinsam eine Therapie finden. Nur eine Behandlung, die Sie jeden Tag langfristig durchführen können und wollen, kann erfolgreich sein. Ihre BehandlerInnen informieren Sie umfassend über Ihre Möglichkeiten. Die Therapieentscheidung treffen Sie gemeinsam.

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Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

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