3. Lokale Behandlung von atopischer Dermatitis

Cortison bei atopischer Dermatitis

Cortison wird bei atopischer Dermatitis bzw. Neurodermitis meist als Creme aufgetragen und ist sehr wirksam gegen Beschwerden. Es kann jedoch wie alle Medikamente Nebenwirkungen haben.

Was ist Cortison und wie wird es verabreicht?

Cortison ist ein körpereigenes Hormon, das in der Nebennierenrinde produziert wird. Es wird bei Stress ausgeschüttet und wirkt entzündungshemmend. Therapeutisch können Sie es als Creme direkt auf die Haut auftragen (topische = örtliche Behandlung) oder als Tablette einnehmen (= systemische Behandlung).

Nebenwirkungen von Cortison

Cortison kann einige Nebenwirkungen haben. Sie sind davon abhängig, ob das Cortison nur auf der Haut (topisch) oder im gesamten Körper (systemisch) wirkt.

Cortisoncreme (topisch)

  • Die Haut kann dünner werden (= Atrophie)
  • Verstärkte Gefäßzeichnung der verdünnten Haut
  • Akne im Gesicht, wenn Sie dort viel Cortison verwenden
  • Entstehung von Allergien

Cortison als Tablette (systemisch)

  • Diabetes
  • Osteoporose
  • Magengeschwür
  • Haarausfall
  • Gewichtszunahme

Aufgrund der vielen Nebenwirkungen sollte systemisches Cortison nur in ausgewählten Fällen zeitlich begrenzt angewendet werden. Eine topische Behandlung ist heute auch langfristig mit wenigen Nebenwirkungen möglich.

Was sollte ich bei der regelmäßigen Anwendung von Cortison beachten?

  • Verwenden Sie Cortison immer in Absprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt
  • Behandeln Sie Ihre Haut bei einem Schub ausreichend lange, sonst kann es zu einem erneuten Schub kommen. Schleichen Sie die Cortisoncreme langsam aus. Benutzen Sie diese über einige Wochen, zum Beispiel nur 2 Mal pro Woche, anstatt jeden Tag.
  • Verwenden Sie Cortison nicht zu lange oder zu häufig. So wird die Haut nicht dünner.

Cortisonfreie Entzündungshemmer bei atopischer Dermatitis

Cortison hat einige Nebenwirkungen. Eine gute Alternative bei atopischer Dermatitis können Calcineurin-Inhibitoren sein. Sie gibt es ebenfalls als Creme.

Was sind Calcineurin-Inhibitoren und was ist der Unterschied zu Cortison?

Calcineurin-Inhibitoren hemmen ähnlich wie Cortison die Entzündung der Haut bei atopischer Dermatitis. Sie haben jedoch weniger Nebenwirkungen. Sie dünnen die Haut nicht aus und führen nicht zu einer verstärkten Gefäßzeichnung.

Welche Nebenwirkungen können bei Calcineurin-Inhibitoren auftreten?

Calcineurin-Inhibitoren können wie jedes Medikament Nebenwirkungen haben. Dazu gehören:

  • Brennen auf der Haut nach dem Auftragen: Es legt sich meist innerhalb von 5-10 Tagen. Wenn das nicht der Fall ist, sind Calcineurin-Inhibitoren für Sie nicht zu empfehlen. Informieren Sie Ihre BehandlerInnen über die Nebenwirkung und besprechen Sie Alternativen.
  • Herpesläsionen (= Fieberblasen): Sie können häufiger auftreten.

Was sollte ich bei der Anwendung von Calcineurin-Inhibitoren beachten?

  • Bewahren Sie die Creme im Kühlschrank auf und tragen Sie diese kühl auf. So beugen Sie Nebenwirkungen vor.
  • Wenn Sie vorher Pflegeprodukte auftragen, brennt es weniger.
  • Meiden Sie nach der Anwendung die Sonne.

Behandlung von Schüben der atopischen Dermatitis

Bei einem Schub kommt es zu starken Beschwerden durch die atopische Dermatitis. Sie können ihn selbst mit den Medikamenten und Mitteln behandeln, die Sie zuhause haben.

Was sollte ich bei einem Schub tun?

Tragen Sie bei einem Schub Cortison oder Calcineurin-Inhibitoren auf.

Außerdem können fettfeuchte Umschläge helfen:

  1. Cremen Sie die entzündete Haut mit fettreiche Basiscreme ein. Bei schweren Beschwerden können Sie auch Cortison oder Calcineurin-Inhibitoren verwenden.
  2. Legen Sie einen feuchten Umschlag auf: Tränken Sie einen Verband (erhältlich in der Apotheke) in Wasser und wringen Sie ihn gut aus. Wenn die Arme betroffen sind, verwenden Sie einen Schlauchverband. Sie können Ihn einfach überstreifen.
  3. Verbinden Sie alles mit einem trockenen Verband. An den Armen nehmen Sie wieder einen Schlauchverband.
  4. Lassen Sie es 2-4 Stunden wirken.
  5. Cremen Sie die Haut mit Basispflege ein, nachdem Sie den Verband entfernt haben.

Die Creme lindert zusammen mit der Kühle des Umschlags die Entzündung und den Juckreiz. Außerdem können Sie durch den Verband nicht kratzen. Dadurch kann die gereizte Haut nicht geschädigt werden und es dringen keine Krankheitserreger ein. So beugen Sie weiterem Juckreiz vor.

Was kann ich tun, um den Juckreiz zu bekämpfen?

Sie haben einige Möglichkeiten, den Juckreiz zu verringern:

  • Stress mindern: Wenden Sie zum Beispiel Entspannungstechniken an.
  • Antihistaminika: Sie lindern den Juckreiz.
  • Mit Cortison oder Calcineurin-Inhibitoren eincremen.
  • Fettfeuchte Umschläge anwenden.
  • Schwarzteebeutel auflegen: Dieses Hausmittel lindert ebenfalls Juckreiz.

Sehr wichtig ist auch, dass Sie nicht kratzen bei Juckreiz. Kratzen schädigt die Haut und führt zu noch mehr Juckreiz. Weitere Informationen darüber, wie Sie Juckreiz vorbeugen und verringern können, finden Sie in unserem Kurs „Atopische Dermatitis und Schlaf“.

Schwarztee gegen Juckreiz

Lassen Sie einen Teebeutel zehn Minuten in heißem Wasser ziehen. Schütten Sie ihn weg und machen Sie einen zweiten Aufguss. Dieser enthält weniger Gerbstoffe und ist deshalb verträglicher. Tränken Sie einen Verband im zweiten Aufguss und legen Sie ihn auf die Haut. Darüber können Sie einen zweiten, trockenen Verband legen. Alternativ können Sie den Teebeutel direkt auf die Haut tupfen.

Wenn der Juckreiz unerträglich wird, dann nicht auf dem Ekzem, sondern daneben auf der gesunden Haut, mit etwas Stumpfem reiben, das lenkt den Juckreiz ab. Oder die wunden Stellen mit einem Kühlpad kühlen.

Stefanie Baumann
Betroffene

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Geprüft OÄ Dr.in Christine Bangert: Stand Mai 2022 | Quellen und Bildnachweis

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