3. Stammzelltransplantation bei AML

Stammzelltransplantation einfach erklärt

Bleibt der Erfolg unter Chemotherapie aus, kann eine Stammzelltransplantation der Weg zur Heilung der AML sein.

Welche Arten der Stammzelltransplantation gibt es?

Stammzelltransplantationen werden unterschieden in:

  • Autologe Stammzelltransplantation: eigene Stammzellen
  • Allogene Stammzelltransplantation: fremde Stammzellen (Spenderstammzellen von Familienmitgliedern, Fremden etc.)

Was sind Blutstammzellen?

Blutstammzellen sind die „Vorläuferzellen“ aller Blutzellen. Aus ihnen entwickeln sich im Knochenmark die roten und weißen Blutkörperchen sowie die Blutplättchen.

Was passiert bei einer Stammzelltransplantation?

Bei einer Stammzelltransplantation werden Blutstammzellen übertragen. Diese können aus Ihrem eigenen Knochenmark stammen oder von einer Spenderin/einem Spender sein. Die Stammzellen werden über eine Vene in Form einer Infusion verabreicht.

Was versteht man unter Knochenmark?

Das Knochenmark befindet sich in den größeren Knochen des Körpers, zum Beispiel in den Knochen der Beine. In diesem Knochenmarksgewebe werden Stammzellen produziert und dann ins Blut geschleust.

Welche Therapien sind vor der Stammzelltransplantation notwendig und warum?

Vor der Stammzelltransplantation bekommen Sie eine Chemotherapie oder/und eine Strahlentherapie, um alle Blutzellen zu zerstören. Dieser Schritt wird als Konditionierung bezeichnet und funktioniert wie ein „Reset“: Nachdem alle Blutzellen (gesunde und kranke Zellen) ausgeschaltet sind, können die gespendeten Stammzellen ins Knochenmark einwandern und dort gesunde Zellen produzieren.

Wann kann eine Stammzelltransplantation nicht durchgeführt werden?

Gegenanzeigen einer Stammzelltransplantation können sein:

  • Hohes Alter
  • Fehlende/r SpenderIn
  • Organschäden (beispielsweise Leber-, Nieren-, Lungenschäden)

Ablauf der Stammzelltransplantation

Der Ablauf einer Stammzelltransplantation erfolgt nach einem festgelegten Schema.

Wie läuft eine Stammzelltransplantation ab?

Der Ablauf einer Stammzelltransplantation ist folgendermaßen:

  • Wo? -> Im Krankenhaus
  • Was passiert davor? -> Konditionierung mithilfe einer Chemotherapie (manchmal kombiniert mit einer Strahlentherapie)
  • Was passiert danach? -> Überwachung im Krankenhaus und Einnahme von Immunsuppressiva

Was sind Immunsuppressiva?

Immunsuppressiva sind Medikamente, die das körpereigene Immunsystem herunterfahren. Das Immunsystem ist unter anderem dazu da, körperfremde Strukturen, wie beispielsweise fremde Zellen, zu bekämpfen. Immunsuppressiva werden nach der Stammzelltransplantation deshalb gegeben, damit die „neuen“ gespendeten Zellen nicht abgestoßen werden.

Was ist zu beachten bei der Stammzelltransplantation?

Bei einer Stammzelltransplantation besteht das Risiko, dass die gespendeten neuen Zellen abgestoßen werden. Das bedeutet, dass das körpereigene Immunsystem die fremden Zellen erkennt und diese bekämpft. Deshalb müssen von Beginn der Therapie an Immunsuppressiva gegeben werden.

Wie lange dauert in der Regel eine Stammzelltransplantation?

Wie lange die/der Erkrankte nach einer Stammzelltransplantation im Krankenhaus bleiben muss, ist jeweils vom Verlauf der Erkrankung und Therapie abhängig. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei einer Stammzelltransplantation beträgt ungefähr 4 Wochen.

Immunsupppressiva – wie lange nach Stammzelltransplantation?

Die Immunsuppressiva sind ein wichtiger Bestandteil der Stammzelltransplantation. Im Verlauf der Therapie werden sie aber „ausgeschlichen“. Das bedeutet, dass die Dosis schrittweise reduziert wird, bis die Immunsuppressiva schließlich ganz abgesetzt werden können.

Nebenwirkungen der Stammzelltransplantation

Die Nebenwirkungen der Stammzelltransplantation ähneln jenen der Chemotherapie. Zusätzlich können Abstoßungsreaktionen auftreten.

Welche Nebenwirkungen sind während und nach einer Stammzelltransplantation häufig?

Eine spezifische Nebenwirkung der Stammzelltransplantation ist die sogenannte Abstoßungsreaktion. Diese kann akut oder chronisch auftreten. Üblicherweise verlaufen beide Formen relativ mild. Die chronische Abstoßungsreaktion kommt seltener vor als die akute.

Akute Abstoßungsreaktion

  • Hautveränderungen (Hautrötung, Hautjucken etc.)
  • Darmveränderungen (Durchfall etc.)
  • Einschränkung der Leberfunktion (am Blutbild erkennbar)

Chronische Abstoßungsreaktion

Von einer chronischen Abstoßungsreaktion wird gesprochen, wenn die Symptome nach mehr als 3 Monaten nach Transplantation weiterhin bestehen oder neu auftreten.

  • Entzündung des Bindegewebes (Gelenkssteifigkeit- und Schwellung, Hautverhärtungen etc.)
  • Veränderungen des Lungengewebes
  • Infektanfälligkeit

Welche Medikamente muss ich zusätzlich einnehmen?

Im Zuge einer Stammzelltransplantation sind folgende Medikamente notwendig:

  • Chemotherapie (und eventuell Strahlentherapie) zu Beginn
  • Immunsuppressiva
  • Medikamente zur Vorbeugung von Infektionen

Wie lange dauert die Genesung nach der Stammzelltransplantation?

Die Heilungsdauer ist individuell verschieden. Im Normalfall werden Sie nach ungefähr 4 Wochen aus dem Krankenhaus entlassen und fühlen sich auch von Tag zu Tag fitter. Treten Nebenwirkungen auf, kann der Genesungsprozess länger dauern.

Schlapp und müde nach der Stammzelltransplantation?

Müdigkeit und Kraftlosigkeit sind nach einer Stammzelltransplantation normal. Ihr Körper hat einen großen Eingriff hinter sich. Gönnen Sie sich Pausen und hören Sie auf Ihren Rhythmus!

Downloads

  • Glossar AML Das Glossar enthält die wichtigsten Begriffe und medizinischen Fachtermini zur akuten myeloischen Leukämie (AML).

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Geprüft OÄin Dr.in Elisabeth Koller: Stand April 2022 | Quellen und Bildnachweis

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