2. CED-Symptome erkennen

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Welche Teile des Verdauungstraktes von der Entzündung befallen sind, gibt Hinweis darauf, ob es sich um einen Morbus Crohn oder eine Colitis ulcerosa handelt. Die beiden Formen der CED unterscheiden sich auch in ihren Symptomen.

Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa ist nur auf den Dickdarm beschränkt. Die Entzündung beginnt immer im Enddarm im Bereich des Analkanals und kann dann den gesamten Dickdarm hinaufsteigen.

Wenn alle Dickdarmabschnitte entzündet sind, spricht man von Pancolitis.

Morbus Crohn

Der Morbus Crohn hingegen kann den gesamten Verdauungstrakt von der Mundhöhle bis zum After befallen. Außerdem kann die Entzündung gleichzeitig an verschiedenen Stellen wie z.B. zeitgleich im Magen und im Dickdarm auftreten.

CED-Symptome erkennen

Bauchschmerzen und Durchfall kennt wohl jede/r. Wie unterscheidet man also die CED von anderen Darmerkrankungen?

Die Unterscheidung von CED und anderen Darmerkrankungen wie Reizdarm oder infektiösen Darmerkrankungen ist schwierig, da sich die Symptome oft ähneln. Einen Reizdarm und eine CED kann man aber z.B. durch das Auftreten nächtlicher Durchfälle bei CED unterscheiden, die bei einem Reizdarm nicht auftreten.

Typische Beschwerden bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Die klassischen Beschwerden bei Colitis ulcerosa sind blutige Durchfälle.

Typische Symptome bei Morbus Crohn sind:

  • Bauchschmerzen im rechten Unterbauch. Das liegt daran, dass sich gehäuft der letzte Abschnitt des Dünndarms und der Übergang in den Dickdarm entzünden.
  • Durchfall, wenn der Dickdarm von der Entzündung betroffen ist.

Wichtig zu beachten

Die aufgelisteten Symptome kommen zwar häufig vor, können aber von PatientIn zu PatientIn unterschiedlich sein!

Symptome außerhalb des Darms

Die chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind Erkrankungen des Verdauungstrakts. Es können aber auch Beschwerden außerhalb des Darms auftreten. Grund hierfür ist das fehlerhafte Immunsystem, welches auch andere Organe angreifen kann.

Beschwerden außerhalb des Darms

Symptome außerhalb des Darms können sein:

  • Hautveränderungen:
    • Erythema nodosum: eine schmerzhafte Rötung der Haut meist am Unterschenkel, vor allem Frauen sind betroffen.
    • Pyoderma gangraenosum: eine harmlose Verletzung der Haut entzündet sich und kann schwere Hautveränderungen bis hin zum Absterben bewirken.
  • Gelenkentzündung: Jedes Gelenk kann betroffen sein (große Gelenke wie z.B. das Knie; kleine Hand-und Fingergelenke, Wirbelsäule), wird oft im Schub ausgelöst.
  • Augen: Die Entzündung der Iris/Regenbogenhaut kommt bei CED gehäuft vor.
  • Leber und Nieren: Besonders anfällig sind auch die Gallengänge, die sich entzünden können. Zudem leiden CED-PatientInnen häufiger unter Nieren- und Gallensteinen.

Psyche und Erschöpfung

Eine chronische Erkrankung kann die Psyche beeinflussen.
CED werden derzeit noch vielfach als eine tabuisierte Erkrankung erlebt. Man spricht in der Öffentlichkeit z.B. nicht gern über Probleme beim Stuhlgang. Diese zusätzliche Belastung kann auch die Symptome verschlimmern. Bei andauerndem Stress können Behandlungen mit Psychotherapie oder Bauchhypnose sinnvoll sein.

Was ist die Hirn-Darm-Achse?

Darunter versteht man eine direkte Verbindung zwischen dem sogenannten Bauchhirn und dem Gehirn. Beide „Gehirne“ bestehen aus einer Vielzahl an Nerven, über die sie miteinander kommunizieren können. Deshalb kann beispielsweise Stress Durchfall auslösen oder Bauchschmerz zu schlechter Laune führen.

Der richtige Umgang mit Symptomen außerhalb des Darms

Es ist ganz wichtig, Beschwerden außerhalb des Darms mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt zu besprechen.

Wenn Sie beispielsweise Hautveränderungen bemerken, länger anhaltende Schmerzen in den Gelenken haben oder eine Augenentzündung entwickeln, dann wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin/Ihren Arzt. Häufig können Symptome außerhalb des Darms auch Hinweis auf einen Schub sein.

Downloads

  • Glossar Hier finden Sie alle wichtigen Begriffe zu CED gesammelt.

Diesen Kurs bewerten

Ihr Feedback hilft anderen Nutzern die für sie passenden Kurse zu finden.

Geprüft Univ.-Prof. Dr. Robert Koch: Stand November 2021

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.