4. Weg zur Diagnose CED

Verdacht auf CED

Das Tückische bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED), vor allem bei Morbus Crohn, sind die doch eher unspezifischen Beschwerden wie Bauchschmerzen und Durchfall. Natürlich ist es nicht notwendig bei jedem Bauchzwicken Hilfe zu suchen.

Wann zur Ärztin/zum Arzt bei Verdacht auf CED?

Sie sollten Ihre Ärztin/Ihren Arzt kontaktieren, wenn Ihre Beschwerden länger andauern und auch nachts auftreten. Ist Blut im Stuhl zu erkennen, sollte dies unbedingt abgeklärt werden.

Ansprechpersonen bei Beschwerden

Sind Ihre Beschwerden anhaltend oder haben Sie selbst bereits den Verdacht auf CED, dann ist vermutlich die Hausärztin/der Hausarzt Ihre erste Anlaufstelle.

Es gibt aber auch speziell für CED-Erkrankte erstellte Listen mit Adressen von spezialisierten Kliniken, Ambulanzen und Fachpersonen. Unter diesem Link finden Sie eine Liste von allen CED-AnsprechpartnerInnen in Österreich: https://www.darmplus.at/ced-atlas.

Abklärung auch bei Beschwerdefreiheit

Ein häufiges Problem ist die relativ lange Wartezeit auf gewisse Untersuchungen und Termine. So vereinbart man meistens einen Termin, wenn die Beschwerden akut vorhanden sind. Es kann aber vorkommen, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung die Symptome weniger oder sogar weg sind. Dennoch ist es sinnvoll den Termin wahrzunehmen.

Arztbesuch bei Verdacht auf CED

Wenn Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt aufsuchen, wird sie/er Ihnen ein paar wichtige Fragen stellen.

Wichtige Fragen an Sie

Unter anderem können folgende Punkte abgefragt werden:

  • Ihre Beschwerden
  • Mögliche Auslöser
  • Ihr Stuhlverhalten
  • Symptome außerhalb des Darms
  • Familiengeschichte und Vorerkrankungen

Hier können Sie die wichtigsten Fragen von der Ärztin/vom Arzt kostenlos herunterladen.

Vorbereitung auf das Arztgespräch

Der Termin bei einer neuen Ärztin/einem neuen Arzt kann manchmal etwas nervös machen.

Ein paar einfache Vorbereitungen können helfen sich entspannt(er) zu fühlen:

  • Bereiten Sie eine Medikamentenliste vor, falls Sie regelmäßig Medikamente einnehmen.
  • Schreiben Sie eine Liste Ihrer Beschwerden.
  • Machen Sie sich Notizen, was Sie selbst die Ärztin/den Arzt fragen möchten. Ein paar wichtige Fragen, welche Sie beim Arztgespräch stellen können, steht Ihnen hier unter Fragen an die Ärztin/den Arzt als kostenloser Download zur Verfügung.

Weitere hilfreiche Tipps und Anregungen finden Sie unter anderem hier: https://ced-kompass.at/das-arztgespraech-dein-leitfaden/.

Nach dem Arztgespräch

Nachdem Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt den Verdacht oder bereits die Diagnose CED gestellt hat, sind zwei Therapiewege möglich:

  • Beim milden Schub wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt Sie möglicherweise mit Medikamenten behandeln.
  • Bei moderatem/mittlerem bis schweren Schub ist eventuell eine Zuweisung an eine spezialisierte Klinik oder Fachperson wichtig, um weitere Abklärungen durchführen zu können.

Haben Sie noch wichtige Fragen rund um das Thema CED, können Sie unter anderem hier Hilfe finden: https://ced-kompass.at/deine-services/die-ced-helpline/.

Untersuchungen bei CED

Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch (=Abfragen der Krankheitsgeschichte) sind einige Untersuchungen notwendig.

CED erkennen

  • Blutuntersuchung: Untersuchungen Ihres aktuellen Blutbilds, Entzündungsparameter und Ihre Leber-Nierenwerte etc.
  • Stuhlprobe: Test auf Calprotectin (=Eiweiß in weißen Blutkörperchen)
  • Bauchultraschall: Im Bauchultraschall kann festgestellt werden, ob Darmwandabschnitte verdickt sind, was ein Hinweis auf eine Entzündung sein kann.
  • Endoskopische Abklärung: Magen- und Darmspiegelung
  • MR-Enterographie: Beurteilung des Dünndarms

Blut- und Stuhluntersuchungen

Regelmäßige Untersuchungen sind im Verlauf einer CED wichtig:

  • Blut: Entzündungswerte, Eisenstatus, Vitamin B12, Folsäure etc.
  • Stuhl: Die Messung von Calprotectin ist ganz besonders wichtig. Es kann nämlich vorkommen, dass die Entzündungswerte im Blut bei CED-Erkrankten im Normbereich liegen. Der Calprotectinwert zeigt eine Entzündung im Darm aber sehr genau an und ist oft mit CED verbunden.

Magen- und Darmspiegelungen

Bei der Colitis ulcerosa wird normalerweise nur eine Darmspiegelung durchgeführt, da sich die Entzündung auf den Dickdarm beschränkt. Bei Morbus Crohn sind Magen- sowie Darmspiegelung notwendig.

Vorbereitung einer Magen- und Darmspiegelung

Magenspiegelung: Bei einer Gastroskopie (Magenspiegelung), muss die Patientin/der Patient nüchtern sein, das heißt sie/er darf etwa sechs Stunden vor der Untersuchung keine Nahrung bzw. Getränke zu sich nehmen.

Darmspiegelung: Bei einer Koloskopie (Darmspiegelung) muss der Darm rein sein. Der Patient/die Patientin muss am Tag vor der Untersuchung ein spezielles Abführmittel und viel Wasser trinken. Eine genaue Anleitung erhalten Sie von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.

Ablauf einer Magen- und/oder Darmspiegelung

  1. Ärztliches Gespräch: Am Tag der Untersuchung findet oft ein ärztliches Gespräch statt.
  2. Schlafmittelgabe: Vor der Untersuchung wird Ihnen im Normalfall ein Schlafmittel verabreicht.
  3. Magen- oder Darmspiegelung: In der Regel dauert eine Magenspiegelung ungefähr fünf Minuten, eine Darmspiegelung meist 15-20 Minuten. Der Schlauch des Untersuchungsgeräts wird Ihnen dann, sobald Sie schlafen, entweder über den Mund bei der Magenspiegelung oder über den After bei der Darmspiegelung eingeführt. Im Untersuchungsschlauch befinden sich eine Kamera und eine kleine Pinzette. Mit der Kamera können Bilder von Ihrem Verdauungstrakt gemacht werden. Die Pinzette ist notwendig, um kleine Gewebeproben zu entnehmen. Diese werden dann untersucht.
  4. Aufwachraum: Nach der Untersuchung kommen Sie in den Aufwachraum, in dem Sie noch eine Weile überwacht werden.
  5. Heimweg antreten: Sobald Sie sich fit genug fühlen, können Sie nachhause gehen. Wichtig ist, dass Sie nicht Auto fahren. Das Schlafmittel, welches Sie erhalten haben, hat Auswirkungen auf Ihre Fahrtüchtigkeit.

Wichtig ist: Wenn nach der Untersuchung Ihr Bauch hart wird und/oder Sie vermehrt Blut absetzen, dann kontaktieren Sie bitte umgehend Ihre Ärztin/Ihren Arzt.

Downloads

  • Fragen an die Ärztin/den Arzt Das Gespräch mit der Ärztin/dem Arzt bildet die Grundlage der Diagnose. Hier finden Sie eine Liste an Fragen, die Sie beim Arztgespräch stellen können.

  • Fragen von der Ärztin/vom Arzt Hier können Sie Vorerkrankungen, Beschwerden und Symptome übersichtlich notieren, um gut auf das Arztgespräch vorbereitet zu sein.

  • Glossar Hier finden Sie alle wichtigen Begriffe zu CED gesammelt.

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Geprüft Univ.-Prof. Dr. Robert Koch: Stand November 2021

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.