2. Ernährung bei CED

Ausgewogene Ernährung bei CED

Ernährung ist eines der Kernthemen bei CED – die für die jeweiligen PatientInnen passende Ernährung kann positiv auf die Gesamtsituation einwirken.

Wie kann mich eine Diätologin/ein Diätologe unterstützen?

Bei CED ist der Verdauungstrakt betroffen. Das kann die Aufnahme wichtiger Vitamine und Spurenelemente aus der Nahrung erschweren.

Eine Diätologin/ein Diätologe kann Sie bei folgenden Punkten beraten:

  • Mangel an Nährstoffen und Vitaminen vermeiden.
  • Entzündungshemmende Lebensmittel in Ihren Speiseplan integrieren.
  • Für Sie ungeeignete Nahrungsmittel erkennen.

Was versteht man unter einer ausgewogenen Ernährung bei CED?

Eine ausgewogene Ernährung ist nötig, um die Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen sicherzustellen.

Bei einem akuten Schub wird empfohlen die Ernährung umzustellen. Diese sollte immer  an die Bedürfnisse der individuellen PatientIn angepasst werden. Hier kann eine Ernährungsberatung helfen.

Nahrungsmittelintoleranzen bei CED

Durch die gestörte Verdauung bei CED können Unverträglichkeiten ausgelöst werden. Symptome von Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen etc.

Beispiele für Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind:

  • Laktose-Intoleranz: Milchzucker
  • Fructose-Intoleranz: Fructose
  • Gluten-Unverträglichkeit: Gluten/Weizen

ExpertInnen schätzen, dass ungefähr 30-40% der CED-PatientInnen an einer oder mehreren Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden. Fragen Sie Ihre ÄrztInnen, ob in Ihrem Fall ein Test auf eine Unverträglichkeit angezeigt ist.

Ballaststoffe im akuten Schub meiden

Bei einem entzündeten Darm ist eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst und Hülsenfrüchten oft nicht empfehlenswert.

Wie kann ich herausfinden, welche Lebensmittel ich bevorzugen oder vermeiden sollte?

Ein Ernährungstagebuch zu führen, kann Ihnen helfen. Versuchen Sie zwei Wochen lang Ihre Mahlzeiten zu protokollieren. Hier finden Sie eine kostenlose Vorlage für das Ernährungstagebuch zum Herunterladen.

Zusätzlich können spezielle Atem- oder Bluttests wichtige Hinweise liefern.

Probiotika

In unserem Darm tummeln sich ganz viele kleine Mikroorganismen: die Darmbakterien. Sie werden in „gute“ und „schädliche“ Bakterien eingeteilt. Probiotika können zum Gleichgewicht der Darmflora beitragen.

Probiotika und ihre positiven Aspekte

Ein Probiotikum enthält ganz viele nützliche Bakterien, die einen positiven Einfluss auf unser körpereigenes Mikrobiom haben können. Das (Darm-)Mikrobiom bezeichnet alle Bakterien, die unseren Darm besiedeln.

Ein ausgeglichenes Mikrobiom ist sehr wichtig für die Gesundheit und hat (positive) Effekte auf:

  • Das körpereigene Immunsystem
  • Die Nahrungsverdauungskapazität
  • Die Schutzbarriere im Verdauungstrakt
  • Die Darm-Hirn-Achse

Das Mikrobiom kann jedoch gestört sein durch beispielsweise:

  • Entzündungen
  • Eine Therapie mit Antibiotika 

In welchen Situationen sind Probiotika empfehlenswert?

Die Einnahme eines Probiotikums kann zum Beispiel nach einer Antibiotikatherapie sinnvoll sein. Es ist allerdings wichtig die individuelle Situation der Patientin/des Patienten zu beurteilen und dann das richtige Probiotikum auszuwählen. Für CED-PatientInnen gibt es gewisse Bakterienstämme, die besonders wirksam sein können. Auch bei Pouch-Anlagen eignen sich spezielle Bakterienstämme mehr als andere.

Die richtigen Probiotika finden

Naturprodukte, wie zum Beispiel angereichertes Joghurt oder Sauerkraut, können Probiotika sein. Sie können Probiotika aber auch als Nahrungsergänzungsmittel in Pulverform oder als Kapseln einnehmen. Die Probiotika, die Sie in der Apotheke bekommen können, unterscheiden sich oft stark in der Zusammensetzung der Bakterienstämme und deren Wirkung. Darum ist es wichtig mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt das richtige Produkt für Sie zu finden.

Präbiotika

Präbiotika fördern das Mikrobiom, indem sie eine Nahrungsquelle für Darmbakterien darstellen.

Präbiotika können Sie mit den folgenden Lebensmitteln aufnehmen: Getreide, Spargel, Chicorée, Topinambur, Zwiebeln, Knoblauch, Schwarzwurzeln, Artischocken, Bananen und Flohsamenschalen.

Nahrungsergänzungsmittel

Die Liste an frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmitteln ist lang. Bei CED lohnt es sich gewisse Vitamine und Spurenelemente im Auge zu behalten.

Vitamine und Spurenelemente bei CED

Im Laufe der CED kann sich ein Nährstoffmangel entwickeln. Die Folgen können vielfältig sein:

  • Eisenmangel kann Blutarmut auslösen
  • Mangel an Vitamin B12 & Folsäure kann Blutarmut und neurologische Probleme verursachen
  • Vitamin D-Mangel erhöht das Osteoporoserisiko
  • Fehlen Spurenelemente wie z.B. Zink oder die Aminosäure L-Glutamin, können die Schleimhäute nicht gut abheilen.

Nahrungsergänzungsmittel vs. Medikamente

Im Gegensatz zu zugelassenen Medikamenten gibt es für Nahrungsergänzungsmittel keine festgelegten, einheitlichen Regelungen hinsichtlich Produktion, Qualität, Dosierung usw. Insofern ist es sinnvoll sich von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder in der Apotheke beraten zu lassen.

Was ist bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu beachten?

Auch Nahrungsergänzungsmittel können Neben- und Wechselwirkungen haben. Sprechen Sie deshalb Ihre Ärztin/Ihren Arzt darauf an.

Außerdem ist der Bedarf je nach Person verschieden. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen auf keinen Fall eine ausgewogene Ernährung.

Vorsicht bei Eisentabletten

Bei Eisenmangel können Eisentabletten den Verdauungstrakt reizen und Bauchschmerzen verursachen. Bei CED-PatientInnen stellen Eiseninfusionen eine gute Alternative dar.

Downloads

  • Ernährungstagebuch bei CED Ein Ernährungstagebuch kann Sie unterstützen, Unverträglichkeiten zu erkennen und Ihr Essverhalten zu reflektieren.

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Geprüft Prof.in Dr.in Julia Seiderer-Nack: Stand März 2022 | Quellen und Bildnachweis

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