3. Pflanzenheilkunde bei CED

Pflanzenheilkunde verstehen

Zahlreiche Heilpflanzen, deren Wirkung wissenschaftlich belegt ist, können bei der Behandlung von CED und im Alltag eine wohltuende Unterstützung bieten.

Was ist Pflanzenheilkunde?

Unter Pflanzenheilkunde versteht man das Wissen über Pflanzen und deren Wirkungen auf den Menschen. Dieses Wissen reicht Jahrtausende zurück.

Heilpflanzen und ihre wissenschaftlich belegte Wirkung

Mittlerweile hat auch die Forschung den wertvollen Aspekt vieler Pflanzen bestätigt: So findet man je nach Pflanze entzündungshemmende, antioxidative, krampflösende oder auch durchfallhemmende Wirkungen.

Bei CED ist die Wirkung folgender Heilpflanzen wissenschaftlich bestätigt:

  • Weihrauch und Myrrhe wirken entzündungshemmend
  • Kümmel, Anis und Pfefferminze können positiv auf den Magen-Darm-Trakt wirken.
  • Heidelbeer-Extrakt wirkt entzündungshemmend und antioxidativ.

Es gibt noch zahlreiche andere Pflanzen, die Symptome lindern können.

In welcher Form kann ich die Pflanzenheilkunde in meinen CED-Alltag integrieren?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Pflanzenheilkunde in Ihren Alltag aufzunehmen. So können Sie beispielsweise spezielle Tees, Säfte oder Extrakte zu sich nehmen.

Es gibt aber auch pflanzliche Stoffe, die erst dann wirken, wenn man sie hochdosiert in Kapsel- oder Pulverform einnimmt. Ein Beispiel hierfür wäre die Kurkuma (Gelbwurz).

Spezielle Heilpflanzen bei CED

Es lassen sich mittlerweile einige Studien zu gewissen Heilpflanzen finden, die die gesundheitsfördernde Wirkung, speziell auch bei Erkrankungen wie CED, bestätigen.

Weihrauch und Myrrhe bei CED

Bereits in der Antike galten Weihrauch und Myrrhe als wichtige Heilmittel. Heute kommen diese Substanzen aufgrund ihrer entzündungshemmenden und schleimhautregenerierenden Effekte immer noch regelmäßig zur Anwendung.
Bei Weihrauch und Myrrhe ist es besonders wichtig auf eine ausreichende Dosierung und eine Einnahme über mindestens zwei bis drei Monaten zu achten.

Kurkuma bei CED

Die positive Wirkung von Kurkuma (Gelbwurz) ist bereits seit langem in der ayurvedischen Medizin bekannt. Curcumin, einer der Inhaltsstoff der Kurkumapflanze, wirkt entzündungshemmend.

So wird Curcumin besser aufgenommen

Curcumin hat eine geringe Bioverfügbarkeit. Das bedeutet, es wird nicht in ausreichender Menge über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Curcumin-Kapseln oder -Tabletten wird daher häufig Piperidin (ein Inhaltsstoff von Pfeffer) beigesetzt – dies erhöht die Bioverfügbarkeit von Curcumin.

Welche Wirkung können Flohsamenschalen bei CED haben?

Flohsamenschalen werden bei CED aus zwei Gründen eingesetzt:

  • Sie enthalten Quellstoffe –  Flohsamenschalen dehnen dadurch die Darmwände und wirken so stuhlregulierend.
  • Sie sind sogenannte Präbiotika – das heißt, sie dienen Darmbakterien als Nahrung und können somit einen positiven Einfluss auf die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms haben.

Mehr zum Mikrobiom finden Sie in der Lektion “Probiotika“.

Anwendungen bei CED

Anwendungen wie Einläufe, Sitzbäder und Leibwickel können hilfreiche Begleitmaßnahmen in der Behandlung der CED sein.

Wie funktioniert ein Einlauf und wieso kann er bei CED helfen?

Für einen gewöhnlichen Einlauf benötigt man ein Einlaufset (Irrigator), welches Sie in jeder Apotheke erhalten. Mithilfe des Irrigators kann die Einlauf-Flüssigkeit über den Anus in den Darm eingeführt werden. Als Flüssigkeit eignen sich beispielsweise Kräutermischungen wie beruhigender Kamillentee und/oder entkrampfender Kreuzkümmelsud, oder Kaffee. Lang genug gehalten (bis zu 15 Minuten) hilft der Einlauf bei der Darmsanierung und Ausspülung alter Kotreste. Der Kaffeeinlauf hat noch die zusätzliche entgiftende Wirkung.

Welche Funktion haben Sitzbäder und welche Kräuter sind hierfür geeignet?

Sitzbäder können mit speziellen Badezusätzen unterschiedliche Beschwerden im Genital- und Analbereich lindern. Ihre durchblutungsfördernde und muskelentspannende Wirkung wird u.a. bei Hämorrhoiden, Analfissuren, Juckreiz, Reizblase, Koliken, Verstopfung und Entzündungen eingesetzt. Badezusätze können sein: Kamillenblüten (antientzündlich, beruhigend), Eichenrindenextrakt (bei Entzündungen), Hamamelis (schmerzlindernd) etc.

Vorsichtig sollten Menschen mit bekannten Kreislaufproblemen sein: die verstärkte Durchblutung in den Beinen kann den Organismus belasten.

Wie können Leibwickel und Kräuterauflagen bei CED helfen?

Leibwickel und Auflagen haben, je nach Inhaltsstoff, unterschiedliche Effekte. Sie können kühlend und abschwellend wirken, Schmerzen lindern, die Durchblutung und den Stoffwechsel anregen und wärmen. Als Inhalt können Substanzen wie Wasser, Öl, Topfen/Quark, Essig und ätherische Öle verwendet werden.

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Geprüft Prof.in Dr.in Julia Seiderer-Nack: Stand März 2022 | Quellen und Bildnachweis

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