1. Komplementärmedizin und CED

Komplementärmedizin verstehen

Die Komplementärmedizin erfährt immer größere Beliebtheit. Sie kann mit ihren zahlreichen Möglichkeiten eine wertvolle Unterstützung sein, um Ihre Beschwerden und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Was bedeutet Komplementärmedizin und was ist der Unterschied zur Schulmedizin?

Komplementärmedizin ist ein Sammelbegriff für verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Diese betrachten und behandeln Krankheiten jeweils unterschiedlich und auch anders als die Schulmedizin. Komplementär bedeutet ergänzend und dies ist auch Ziel: Die schulmedizinische Therapie soll ergänzend begleitet werden.

Wie kann mir die Komplementärmedizin zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung von CED helfen?

Die Komplementärmedizin kann bei der Behandlung von CED helfen:

  • den akuten Schub zu therapieren.
  • die Patientin/den Patienten in Remission zu halten.
  • Magen-/Darmbeschwerden zu lindern (z.B. Durchfall, Bauchkrämpfe etc.).
  • körperliches und seelisches Wohlbefinden zu verbessern.
  • den Umgang mit der Erkrankung zu erleichtern.

Welche komplementärmedizinischen Methoden können mir bei CED helfen?

Zahlreiche komplementärmedizinische Verfahren können bei CED helfen den Gesundheitszustand zu verbessern.

Beispiele für ergänzende Therapien:

  • Naturheilverfahren wie die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)
  • Traditionelle chinesische Medizin (TCM)
  • Ayurvedische Medizin
  • Ernährungsmedizin
  • sämtliche Entspannungsverfahren
  • Therapie mit Probiotika (Kombination von wissenschaftlich fundierten und komplementärmedizinischen Ansätzen)

Möglichkeiten und Grenzen

Die Komplementärmedizin bietet viele unterschiedliche Ansätze und Behandlungsformen, die den Heilungsprozess positiv beeinflussen können. Sie hat aber auch ihre Grenzen.

Kann Komplementärmedizin die schulmedizinische Behandlung meiner CED ersetzen?

Der Wunsch eine schwere Erkrankung mit den sanften Behandlungsmethoden der Komplementärmedizin zu heilen, ist nachvollziehbar, aber irreführend. Die Komplementärmedizin soll eine schulmedizinische Behandlung nicht ersetzen, sondern begleitend unterstützen. Die Kombination soll Ihnen als PatientIn helfen, das Beste aus allen Möglichkeiten herauszuholen.

Komplementärmedizin und Kostenübernahme

Normalerweise lehnen österreichische Krankenkassen die Kostenübernahme von Behandlungen ab, die weder wissenschaftlich belegt noch im Leistungskatalog enthalten sind. Darunter fallen auch zahlreiche komplementärmedizinische Therapien wie TCM oder Homöopathie. Manchmal kann mit chefärztlicher Bewilligung die Kostenübernahme gewährleistet werden. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach.

Auch in Deutschland werden die Kosten für komplementärmedizinische Maßnahmen in der Regel nicht übernommen und man muss sich im Einzelfall bei der jeweiligen Krankenversicherung erkundigen.

In der Schweiz werden Leistungen der anthroposophischen Medizin, Arzneimitteltherapie der Traditionellen Chinesischen Medizin, Homöopathie und Phytotherapie sowie Akupunktur unter bestimmten Voraussetzungen von der Grundversicherung übernommen.

Mit meinen behandelnden ÄrztInnen Vorhaben besprechen

Es ist wichtig Ihre Ärztin/Ihren Arzt über Ihren Wunsch nach einem ganzheitlichen Behandlungskonzept zu informieren. Komplementärmedizinische Behandlungen können fallweise  auch zu Wechsel- und Nebenwirkungen führen. Außerdem erfordern sie vom Körper Kraft. Um von der komplementärmedizinischen Therapie bestmöglich zu profitieren und mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden, ist ein offenes Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt sinnvoll.

Woran kann ich erkennen, welche Behandlungsangebote im Internet vertrauenswürdig sind?

Das Internet ist voll von angeblich wundersamen Behandlungsformen. Darunter finden sich leider auch zahlreiche unseriöse Angebote. Folgende Tipps können Ihnen helfen:

  • Achten Sie auf die Quellen: Unter „Kontakt“, „Impressum“ oder „Über uns“ finden Sie wichtige Angaben zum Hersteller. Hier sollten konkrete Daten wie Name, E-Mail o.ä. zu finden sein.
  • Seriöse Seiten verweisen oft auf zusätzliche Informationsquellen wie wissenschaftliche Studien etc. Gibt es zu einer Behandlung noch keine Belege für Wirksamkeit, wird dies klar dargestellt.
  • Datenschutz: Vertrauenswürdige Seiten legen offen dar, wie mit Ihren persönlichen Daten umgegangen wird.
  • Achtung vor falschen Versprechen (große Wirkung ohne Nebenwirkungen)!
  • Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen von einem Arztbesuch abgeraten wird.
  • Vertrauenswürdige Seiten sind neutral gehalten. Formulierungen wie „100%ige Wirkungsgarantie“ oder „komplett ohne Risiken“ sind verdächtig. Auch das Schlechtmachen anderer Produkte sollte Sie misstrauisch machen.

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Geprüft Prof.in Dr.in Julia Seiderer-Nack: Stand März 2022 | Quellen und Bildnachweis

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