Ein gutes Gespräch mit den Eltern ist die wichtigste Grundlage für eine sichere Betreuung. Eltern kennen die Erkrankung ihres Kindes meist sehr gut. Sie wissen oft, welche Beschwerden typisch sind, welche Situationen besondere Aufmerksamkeit brauchen und was dem Kind im Ernstfall hilft.
Nehmen Sie sich deshalb vorab Zeit für ein Gespräch – am besten, bevor das Kind regelmäßig betreut wird oder bevor besondere Aktivitäten wie Ausflüge, Sporttage oder Klassenfahrten stattfinden. Je nach Alter sollte auch das Kind oder die jugendliche Person einbezogen werden. So entsteht ein gemeinsames Verständnis: Was ist im Alltag unproblematisch? Worauf sollte geachtet werden? Und was ist im Notfall zu tun?
Wichtig ist dabei auch, die Grenzen Ihrer Rolle offen anzusprechen. Sie dürfen sagen, wenn Sie bei bestimmten Punkten unsicher sind. Das Ziel ist nicht, dass Sie medizinische Aufgaben übernehmen. Das Ziel ist, dass alle Beteiligten wissen, wer wann informiert wird und welche Schritte im Notfall vorgesehen sind.
Für Kinder und Jugendliche mit HAE sollte es immer einen individuellen Notfallplan geben. Dieser wird häufig vom behandelnden Krankenhaus oder HAE-Zentrum erstellt und der Familie mitgegeben. Der Plan sollte im Gespräch mit den Eltern gemeinsam durchgegangen werden, damit Sie wissen, wo er liegt, wer informiert wird und welche Schritte im Ernstfall vorgesehen sind. Der Plan sollte gut auffindbar sein. Wichtig ist auch, dass mehrere zuständige Personen wissen, wo er liegt. So bleibt die Betreuung auch dann sicher, wenn eine bestimmte Lehrkraft oder Betreuungsperson gerade nicht anwesend ist.
Falls ein Notfallmedikament vorhanden ist, sollte vorher geklärt werden, wo es aufbewahrt wird, ob es besonders gelagert werden muss, wer entscheidet, ob das Medikament gegeben wird, und wer es im Notfall anwendet. Diese Zuständigkeiten sollten mit den Eltern, der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt und der Einrichtung abgestimmt werden. Dabei sollte auch festgelegt sein, ob geschultes Personal das Medikament anwenden darf. So ist im Ernstfall klar, wer was tun muss, und unnötige Verzögerungen können vermieden werden.