3. Zusätzliche Maßnahmen bei HPP

Welche ergänzenden Maßnahmen können bei HPP helfen?

Bei der Hypophosphatasie gibt es neben der medizinischen Behandlung mehrere wichtige unterstützende Maßnahmen, die den Alltag erleichtern können.

  • Bewegung und Therapie
    Physiotherapie hilft dabei, Muskeln zu stärken und beweglich zu bleiben. Ergotherapie unterstützt bei alltäglichen Aktivitäten. Bewegung ist wichtig, sollte aber immer angepasst und nicht zu starken Schmerzen führen oder den Körper überfordern. Am besten eignet sich ein langsam aufgebautes Training unter Anleitung von Physiotherapeut:innen.
  • Schmerz- und orthopädische Maßnahmen
    Schmerztherapien können Beschwerden lindern. Orthopädische Hilfsmittel wie Schienen oder Orthesen können besonders bei Kindern helfen. In schweren Fällen können auch Operationen notwendig sein.
  • Zähne
    Regelmäßige Zahnpflege und Kontrollen bei spezialisierten Zahnärzt:innen sind wichtig, da auch die Zähne betroffen sein können.

Welche Rolle spielen Ernährung und Bewegung bei HPP?

Eine ausgewogene Ernährung bei HPP ist wichtig. Nahrungsergänzungsmittel oder zusätzliche Mineralstoffe wie Kalzium, Phosphat oder Vitamin D sollten bei HPP nur nach Rücksprache mit dem Behandlungsteam eingenommen werden. Ob sie sinnvoll oder riskant sind, hängt von Blutwerten, den Ergebnissen der Nierenuntersuchung und der Behandlung, die Sie gerade bekommen, ab.

Auch Bewegung ist wichtig. Sie sollte den Körper stärken, darf ihn aber nicht überlasten. Zu starke Belastung kann den Knochen schaden, weil er oft empfindlicher ist. Am besten ist ein sanftes, langsam aufgebautes Training, das an die eigene Situation angepasst ist und idealerweise angeleitet wird.

Praktische Tipps für den Alltag

Im Alltag können einige einfache Dinge hilfreich sein, um den Körper zu unterstützen und Überlastung zu vermeiden:

  • Es ist wichtig, ausreichend zu trinken, da eine gute Flüssigkeitszufuhr den Körper im Alltag unterstützt.
  • Eine ausgewogene Ernährung trägt dazu bei, dass der Körper gut versorgt ist und sich insgesamt wohler fühlt.
  • Bequeme, gut stützende Schuhe können helfen, die Gelenke im Alltag zu entlasten.
  • Bei Bewegung sind mehrere kurze Einheiten oft besser als eine lange Belastung.
  • Wenn Schmerzen zunehmen, sollte das Training unterbrochen und dem Körper eine Pause gegeben werden.
  • Bei Unsicherheiten sollten Übungen jederzeit mit Physiotherapeut:innen besprochen und abgestimmt werden.

Welche Fachärzt:innen können unterstützen?

Bei der Behandlung von HPP arbeiten verschiedene Fachrichtungen zusammen. Dazu gehören vor allem Spezialist:innen für Knochen- und Stoffwechselerkrankungen, zum Beispiel aus der Endokrinologie oder Orthopädie und Rheumatologie. Wichtig sind außerdem regelmäßige Kontrollen bei spezialisierten Zahnärzt:innen. Zusätzlich spielen Physiotherapeut:innen und Ergotherapeut:innen eine große Rolle, da sie im Alltag und bei der Bewegung gezielt unterstützen.

Am besten arbeiten all diese Fachärzt:innen in einem Zentrum für seltene Knochenerkrankungen zusammen. Dort gibt es besondere Erfahrung mit HPP und eine abgestimmte Betreuung durch verschiedene Fachrichtungen.

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    Geprüft OÄ Dr.in Judith Haschka: Stand August 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Ergotherapie
    Therapieform zur Verbesserung der motorischen Fähigkeiten und Alltagsbewältigung.
    Physiotherapie
    Therapieform zur Verbesserung von Beweglichkeit und Kraft durch gezielte Übungen.